Am Klausenerplatz in Berlin-Charlottenburg steht die ehemalige St.-Kamillus-Kirche seit Monaten leer. Nacheinander scheiterten Pläne für Wohnraum und nun auch für ein Kiezzentrum mit Kletterhalle und Ateliers am Denkmalschutz. Die zukünftige Nutzung des Gebäudes ist derzeit völlig offen.

Kirchenaltarraum mit hohen bunten Glasfenstern auf beiden Seiten, einer Kreuzskulptur mit Strahlenkranz an der Decke und Blumenschmuck am Altar.

 Das 1932 erbaute Gebäude sollte für Sport- und Kulturangebote genutzt werden, das Konzept ist jedoch am Denkmalschutz gescheitert. / © Foto: Wikimedia Commons, Bodo Kubrak, CC0

© Titelbild: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett (Peter Kuley), CC BY-SA 3.0 

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Am Rand des Klausenerplatzes im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ragt ein siebengeschossiger Kirchenbau mit zwei markanten Türmen über die umliegenden Häuser. Das 1932 erbaute Gebäude bot einst Platz für rund 1.000 Gläubige und prägte über Jahrzehnte das Bild des Platzes.

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Seit die Kirche Ende 2025 aufgegeben wurde, sucht der Eigentümer nach einer neuen Nutzung für das denkmalgeschützte Haus. Gleich zwei Konzepte, Wohnraum und ein Kiezzentrum mit Kletterhalle, scheiterten bislang am Denkmalschutz, sodass die Zukunft des Gebäudes weiterhin offen bleibt.

St. Kamillus in Charlottenburg: Kirche zog 2025 aus

Seit Dezember 2025 ist die St.-Kamillus-Kirche profaniert, also entwidmet. Der Kamillianer-Orden hatte darum gebeten, weil er mit dem Verkauf die Altersversorgung seiner Mitglieder sichern möchte. Zusammen mit der Kirche zogen auch Kita und Seniorenheim aus dem siebengeschossigen Gebäudekomplex aus.

Mehr als ein halbes Jahr nach der Schließung hat sich an der Situation nichts geändert. Das Gebäude steht weiterhin vollständig leer, obwohl es mit seiner zentralen Lage am Klausenerplatz eigentlich gute Voraussetzungen für eine neue Nutzung mitbringt.

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Umnutzung der Kirche am Klausenerplatz: Erster Plan für Wohnraum scheitert

Ein Projektentwickler plante zunächst, im Gebäude Wohnungen zu errichten. Dieses Vorhaben scheiterte an den Anforderungen des Denkmalschutzes, wie der Tagesspiegel berichtete. Welche baulichen Eingriffe dabei konkret zum Problem wurden, ist bislang nicht öffentlich bekannt.

Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf erklärte im Nachgang, der Bebauungsplan schreibe eigentlich eine kirchliche Nutzung vor. Über Ausnahmen und Befreiungen wäre demnach zwar auch eine andere soziale Nutzung denkbar gewesen, doch dafür hätten die Denkmalschutzämter jedem Umbau zustimmen müssen.

Sport und Kultur in Charlottenburg-Wilmersdorf: Auch Kiezzentrum-Idee gescheitert

Innenraum einer Kirche mit hellen Wänden, mehreren Emporenebenen, einer Orgel mit sichtbaren Pfeifen und Reihen von Holzbänken im Vordergrund.

Blick in den Innenraum von St. Kamillus mit Orgel und umlaufenden Emporen. Aus Sicht des Denkmalschutzamts müssen Raum und Ausstattung weitgehend erhalten bleiben, was eine außerkirchliche Nutzung bislang größtenteils unmöglich macht. / © Foto: Wikimedia Commons, Bodo Kubrak, CC0

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Danach brachte ein privater Investor ein zweites Konzept ins Spiel. Der Kirchenraum sollte zu einer Kletter- und Boulderhalle werden, die übrigen Etagen zu Ateliers, Proberäumen und Studios für Kreative. Damit hätte am Klausenerplatz ein neues Zentrum für Sport und Kultur im Kiez entstehen können.

Auch dieses Konzept ist an den Auflagen des Denkmalschutzes gescheitert, wie ENTWICKLUNGSSTADT erfuhr. Die Hoffnung auf eine neue Belebung des Kiezes durch Sport- und Kulturangebote hat sich damit bislang nicht erfüllt, und im Viertel wächst der Unmut über den fortdauernden Leerstand.

Initiative „Pro St. Kamillus“: Anwohner fordern Erhalt des Gebäudes

Eine Bürgerinitiative setzt sich seit Längerem für den Erhalt des Gebäudes ein und spricht von einem bedeutenden kulturhistorischen Komplex. Sie hofft darauf, dass ein anderer katholischer Orden die Räume übernimmt und damit zumindest ein Teil der ursprünglichen Funktion erhalten bleibt.

Ein anderer kirchlicher Nutzer hat sich bisher jedoch nicht gefunden. Solange weder von dieser Seite noch von möglichen Investoren ein tragfähiger Vorschlag vorliegt, bleibt unklar, wie es mit St. Kamillus weitergehen soll.

Immobilienentwicklung in Berlin: Zukunft des Gebäudes weiter offen

Die Vermarktung des Gebäudes liegt beim Unternehmen Pro Secur. Ob es über die beiden gescheiterten Ansätze hinaus weitere tragfähige Konzepte gibt, ist derzeit unklar.

Für den Kauf des einstigen Kirchengebäudes muss aller Voraussicht nach ein hoher Kaufpreis aufgebracht werden. Damit sich eine solche Investition wirtschaftlich trägt, müsste das Gebäude für eine neue Nutzung, die nicht mehr der einer Kirche entspricht, umfassend umgebaut werden.

Solange kein Konzept diese wirtschaftlichen Anforderungen mit denen des Denkmalschutzes vereinbaren kann, wird St. Kamillus weiterhin leer stehen. Für den beliebten Kiez rund um den Klausenerplatz in Charlottenburg ist das sicher keine gute Nachricht.

Quellen: Landesdenkmalamt Berlin, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Der Tagesspiegel, I.Q. Projektmanagement

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