Seit dem Auszug von McDonald’s im Jahr 2022 gibt es keine Nachnutzung des Pavillons am Bahnhof Altona. Der neue Mieter Lidl scheiterte mit seinem ersten Konzept im Bauausschuss. Das plant das Unternehmen nun für den Standort.

Nach drei Jahren ist das „M“ vom Vormieter McDonald’s immer noch über der Tür des Pavillons zu erkennen. Nun hat Nachmieter Lidl einen neuen Plan für das seit Jahren leerstehende Gebäude. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Seit mehr als zwei Jahren steht ein markantes Gebäude an einem der prominentesten Orte Altonas leer: der frühere McDonald’s-Pavillon direkt vor dem Bahnhof Altona. Wo einst täglich Hunderte Fahrgäste ein- und ausgingen, hat sich inzwischen Stillstand breitgemacht. Dabei schien die Zukunft des Gebäudes nach dem Auszug der Fast-Food-Kette zunächst geklärt: Der Lebensmittelhändler Lidl übernahm 2022 die Fläche und schloss einen auf fünf Jahre angelegten Mietvertrag ab. Genutzt wird der Pavillon bis heute jedoch nicht.
Denn das erste Nutzungskonzept des Discounters scheiterte. Wie das Hamburger Abendblatt berichtete, hat Lidl für die Flächen inzwischen aber einen neuen Plan.
Bahnhof Altona: Lidl plant Sozial- und Aufenthaltsräume für Mitarbeitende
Auf Anfrage des Hamburger Abendblatts erklärte der Discounter, keine Erweiterung der bestehenden Filialfläche am Bahnhof Altona vornehmen zu wollen. Stattdessen plane das Unternehmen eine Nutzung des Gebäudes zu internen Zwecken.
Vorgesehen seien moderne Sozial- und Aufenthaltsräume für Mitarbeitende sowie betrieblich notwendige Nebenflächen, etwa für eine Pfandannahme. Aktuell befinde sich das Vorhaben in der baurechtlichen Prüf- und Genehmigungsphase, heißt es aus dem Unternehmen.
Discounter scheiterte mit erstem Nutzungskonzept an Bauausschuss
Ganz neu ist diese Idee allerdings nicht. Bereits vor rund einem Jahr hatte Lidl ein ähnliches Nutzungskonzept vorgelegt und war damit im Bezirk Altona gescheitert. Der Bauausschuss lehnte die Pläne damals als „inakzeptabel“ ab. Begründet wurde dies unter anderem mit dem geltenden Bebauungsplan: Der Bereich vor dem Bahnhof ist als Verkehrsfläche ausgewiesen. Eine Ausnahme hätte politisch beschlossen werden müssen, dazu zeigte sich das Gremium jedoch nicht bereit.
Hinzu kamen Bedenken von Vertreterinnen und Vertretern von SPD und CDU. Sie befürchteten, dass insbesondere eine groß dimensionierte Pfandannahmestelle den Bahnhofsvorplatz in Sachen Alkohol- und Drogenkonsum weiter unter Druck setzen könnte. Der Bereich gilt seit Jahren als Brennpunkt.
Leerstehender Pavillon in Altona: Politik fordert Abriss oder soziale Nutzung
Trotz des politischen Neins blieb der Mietvertrag bestehen. Eigentümerin des Gebäudes ist die städtische Sprinkenhof GmbH. Das Unternehmen erklärte gegenüber dem Hamburger Abendblatt, dass die Entscheidung des Bauausschusses keinen Einfluss auf das Vertragsverhältnis mit Lidl habe. Der Mietvertrag bestehe unverändert fort.
Gleichzeitig wächst der Druck, eine Lösung für den Leerstand zu finden. CDU und SPD sprachen sich bereits frühzeitig für einen Abriss des Pavillons aus, um den Vorplatz städtebaulich aufzuwerten. Die Linke machte alternativ den Vorschlag einer Nutzung als Hilfseinrichtung für obdachlose Menschen.
Ob die derzeitigen Pläne des Discounters Lidl tatsächlich umgesetzt werden, wird sich in den kommenden Monaten zeigen müssen. Noch ist keine sichtbare Veränderung vor Ort erkennbar.
Quellen: Hamburger Abendblatt, Die Linke
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