Im neu errichteten „Tacheles“-Quartier an der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte stehen zahlreiche Wohnungen und Gewerbeflächen leer. Unsere Leserinnen und Leser hat das Thema letzte Woche besonders beschäftigt. Das sind ihre Meinungen.

Obwohl der Umbau des Tacheles-Quartiers in Berlin-Mitte bereits im Jahr 2021 abgeschlossen wurde, stehen zahlreiche Wohnungen und Gewerbeflächen leer. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT / envato
Das „Tacheles“-Quartier an der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte wurde von einem offenen Kulturprojekt zur Luxusimmobilie mit Eigentumswohnungen, Büroflächen und einer Einkaufspassage umgebaut. Trotz exklusiver Architektur und zentraler Lage stehen viele Wohnungen und Gewerbeflächen in dem neu errichteten Quartier leer. Mögliche Gründe: hohe Mietpreise und geringe Laufkundschaft.
Das einst pulsierende Gelände hat seine frühere Lebendigkeit bislang nicht zurückgewonnen. Nun hat das Bezirksamt Mitte ein Verfahren wegen möglicherweise ungenehmigten Leerstands eingeleitet.
Unsere Leserinnen und Leser hat das Thema in dieser Woche besonders interessiert. Das sind ihre Meinungen.
„Warum ist Leerstand vorteilhafter als die Miete zu senken?“
Warum ist es für einen Vermieter vorteilhafter, ein Ladengeschäft leer stehen zu lassen, statt die Miete zu senken?
– Michael
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„Bedauerlich, dass die große Freifläche auf dem Hof verschwunden ist“
Unabhängig von der Vermietung und dem bitteren Wandel dort empfinde ich es bedauerlich, dass die große und für Berlin seltene Freifläche auf dem Hof ganz verschwunden ist. Früher war dort immer Platz für Cafés und diverse Veranstaltungen im Freien, was regelmäßig tausende Besucher angelockt hat. Das ist alles verschwunden, inklusive der Kaufkraft.
– Löwe
„Es gibt eine stetige Entwicklung“
Als Anwohner empfinde ich eine stetige Entwicklung, Läden wurden zuletzt neu vermietet, auf dem Aaron Bernstein Platz war im Sommer bis spät am Abend etwas los […].
– Martin
„Das ganze Areal ist architektonisch ein Grauen“
Das ganze Areal ist architektonisch ein Grauen. Entwürfe, die um jeden Preis „originell“ sein wollen und in Wirklichkeit unglaublich künstlich, „gewollt“ sind. Das alles hat keine „Atmosphäre“ […].
– Böhme
„Steht das Areal trotz oder wegen der modernen Architektur leer?“
„Trotz der modernen Architektur“ steht das Areal weitgehend leer oder WEGEN der modernen Architektur? Es geht eben nichts über den „dekorierten Kasten“, das hat man doch in den 1920er Jahren schon hämisch geschrieben. Der klassische Altbau mit attraktiven Deckenhöhe und relativ günstigen Ornamenten hätte hier exklusiven Wohnraum für alle schaffen können, mit belebten Läden im EG. […]
– Philipp
„Der Charme ist raus“
Traurig! Das Tacheles aus den 90er und 2000er Jahren war ein sehr lebendiger Ort jenseits des Kommerz. Da trafen sich Menschen aus verschiedensten Kreisen, um miteinander das Leben zu feiern. Da gab es Platz für Kreativität und Ideen. Inzwischen gibt es in den feinen Vierteln in der Mitte Berlins nur noch Platz für Geld. Der Charme ist raus – nicht nur im neuen Tacheles. […]
– Polly
„Das gesamte Areal war von Beginn an auf Exklusivität geplant“
Das gesamte Areal war doch von Beginn an auf „Exklusivität“ geplant. Das der Senat sich hier nun über fehlende Belebung wundert, wundert allerdings mich.
– Daniel
Quellen: Berliner Morgenpost, Tagesspiegel
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