Der Berliner Wohnungsmarkt bleibt angespannt. Gerade in zentralen Lagen wächst die Nachfrage nach Wohnungen weiter, während verfügbare Flächen knapp bleiben. In Neukölln zeigt sich deshalb immer häufiger, wie Neubauprojekte, Leerstand und politische Maßnahmen zur Wohnraumsicherung zusammenwirken.

Leerstehendes Gebäude an der Hermannstraße in Berlin-Neukölln

Das Grundstück steht seit Jahren ungenutzt und soll laut Medienberichten neu entwickelt werden. Geplant sind Wohnungen sowie ein Supermarkt im Erdgeschoss. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Der Berliner Wohnungsmarkt bleibt angespannt. Gerade in zentralen Lagen steigt die Nachfrage nach Wohnungen kontinuierlich, während neue Bauflächen knapp bleiben. Besonders in der Umgebung wichtiger Verkehrsachsen wie der Hermannstraße gelten Wohnungen als sehr gefragt, da sie gut angebunden sind und zahlreiche Versorgungsangebote in der Umgebung liegen.

Vor diesem Hintergrund rückt ein Grundstück an der Hermannstraße Ecke Kienitzer stärker in den Fokus. Dort steht seit mehreren Jahren ein Gebäude leer. Während in vielen Teilen der Stadt nachverdichtet wird und neue Wohnhäuser entstehen, blieb das Gebäude bislang ungenutzt. Gerade in einer stark nachgefragten Lage fällt dieser Leerstand besonders auf.

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Neubaupläne für das Grundstück an der Hermannstraße: Wohnungen und Einzelhandel vorgesehen

Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll das Grundstück künftig neu entwickelt werden. Geplant sind demnach neue Wohnungen sowie ein Einzelhandelsmarkt im Erdgeschoss. Außerdem sollen Stellplätze für Pkw sowie Flächen für die Anlieferung entstehen. Damit würde das Areal künftig sowohl Wohnraum als auch Nahversorgung aufnehmen.

Dem Bericht zufolge hat der Discounter Lidl das Grundstück erworben und möchte das Gelände weiterentwickeln. Konkrete Angaben zum Umfang des Projekts liegen bislang allerdings noch nicht vor. Dennoch zeigt das Vorhaben, dass gerade gut erreichbare Standorte zunehmend für gemischt genutzte Gebäude interessant werden.

Nachverdichtung im Umfeld der Hermannstraße: Weitere Wohnprojekte entstehen in Neukölln

Auch an anderen Stellen im Bezirk entstehen derzeit neue Wohnprojekte. Auf dem Gelände der ehemaligen Geyer-Werke plant die BUWOG mit dem Projekt „BUWOG SET 44“ ein neues Wohnquartier. Das zuvor ungenutzte Areal soll deutlich dichter bebaut werden und zusätzlichen Wohnraum schaffen.

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Ein weiteres Beispiel befindet sich an der Silbersteinstraße. Dort realisiert die Baugemeinschaft Si80 ein Gebäude mit 16 Wohnungen und vier Gewerbeeinheiten. Das Projekt umfasst ein Vorderhaus zur Straße sowie ein Gartenhaus im hinteren Grundstücksbereich. Solche kombinierten Wohn- und Gewerbegebäude entstehen zunehmend in gut angebundenen Lagen.

Maßnahmen gegen Leerstand in Neukölln: Bezirk verstärkt Verfahren gegen Zweckentfremdung

Parallel geht der Bezirk Neukölln verstärkt gegen leerstehende Wohnungen vor. Das Bezirksamt bewertet langfristigen Leerstand zunehmend als Zweckentfremdung von Wohnraum. In mehreren Fällen laufen bereits ordnungsrechtliche Verfahren gegen Eigentümer, unter anderem wegen fehlender Mitwirkung bei der Aufklärung von Leerständen.

Auch in anderen Fällen griff der Bezirk bereits ein. Im Reuterkiez übernahm Neukölln das Wohnhaus in der Jansastraße 12 über das kommunale Vorkaufsrecht. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft STADT UND LAND soll die dortigen 22 Wohnungen künftig wieder regulär vermieten. Zusätzlich verhängte das Bezirksamt im vergangenen Jahr ein Zwangsgeld von 75.000 Euro gegen eine Eigentümergesellschaft, weil Wohnungen über längere Zeit leer standen, obwohl sie bewohnbar gewesen wären.

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Quellen: Berliner Morgenpost, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Neukölln

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One Comment

  1. a.t. 14. März 2026 at 00:37 - Reply

    Gibt zig solcher ausgebissenen Ecken in Berlin, die da ihrer Behandlung harren sollten.

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