Nach der Schließung des CineStar Treptower Park fordert die Initiative „Traumfabrik Treptow“ eine kulturelle Zwischennutzung. Geplant ist aber etwas anderes.
ehem. Kino CineStar am Treptower Park
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Am früheren CineStar Treptower Park sind die Schilder verschwunden. Nur dunkle Schatten auf der blauen Fassade erinnern noch an das Kino. Seit Januar steht der Standort an der Elsenstraße leer. Die Initiative „Traumfabrik Treptow“ will das ändern.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Elsenstraße 115–116, 12435 Berlin
- Nutzung bisher: Multiplex-Kino mit neun Sälen und rund 2.400 Plätzen
- Eröffnung: 11. November 1999
- Letzte Vorführungen: 11. Januar 2026
- Aktuelle Planung: Umbau zu Beherbergung mit 198 Zimmern
Das ehemalige CineStar Treptower Park steht an einer der sichtbarsten Ecken von Alt-Treptow. Die Kreuzung Elsenstraße und Am Treptower Park liegt zwischen S-Bahn, Park Center, Treptowers und der neuen A100-Anschlussstelle. Genau dort fällt der Leerstand nun besonders auf. Die früheren CineStar-Schilder sind abmontiert. Auf der blauen Fassade bleiben nur Schatten des Schriftzugs zurück.

Das frühere CineStar Treptower Park an der Elsenstraße steht nach der Schließung leer; auf der blauen Fassade sind noch Schatten des alten Schriftzuges zu sehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Am Treptower Park: Schließung und Streit um das frühere CineStar
Das Kino hatte am 11. Januar 2026 seine letzten Vorstellungen. Damit endete nach 26 Jahren der Betrieb eines Hauses, das 1999 als Ufa-Palast eröffnet wurde und später unter CineStar lief. Inzwischen sind auch weitere Einheiten im Gebäude leer. Dazu gehörte unter anderem der Bäcker „Lecker“. Aus einem stark frequentierten Standort ist damit ein weitgehend ungenutzter Gebäudekomplex geworden.
Bereits vor über einem Jahr gab es konkrete Planungen für die Immobilie. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick bestätigte bereits 2025 einen positiv beschiedenen Bauvorbescheid vom 15. August 2024. Die Vorhabensbeschreibung lautet: Umnutzung und Umbau von Gewerbe zu Beherbergung mit 198 Zimmern. Ein konkreter Zeitplan für den Umbau war dem Bezirk nach eigenen Angaben nicht bekannt.
CineStar am Treptower Park: Umnutzung des bestehenden Gebäudes geplant
Frühere Überlegungen gingen weiter. Für das Areal gab es den Bebauungsplan 9-70 VE. Dieser sah nach Angaben des Bezirks einen Neubau mit neun Geschossen für Büro- und Geschäftsnutzung vor. Das Verfahren wurde jedoch nicht weitergeführt, weil der Vorhabenträger sein Ziel auf die Umnutzung des bestehenden Gebäudes änderte.
Die Initiative „Traumfabrik Treptow“ will den aktuellen Leerstand trotz konkreter Pläne nicht hinnehmen. Sie befürchtet, dass der Gebäudeeigentümer seine Hotelpläne nicht umsetzen wird. Zu dem Kollektiv gehören frühere Kino-Beschäftigte, Nachbarn sowie Menschen aus Kultur und Musik. Sie fordert eine Zwischennutzung und verweist auf ein eigenes Konzept mit Finanzierungsplan. Nach ihren Angaben könnte zunächst ein abtrennbarer Teil des Gebäudes bis Ende 2026 kulturell genutzt werden. Danach soll ein Mischkonzept für mindestens drei Jahre folgen.

Blick auf das ehemalige CineStar Treptower Park nahe S-Bahnhof und Park Center Treptow, wo nach der Schließung über eine neue Nutzung gestritten wird. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
„Traumfabrik Treptow“ setzt auf Kino, Kultur und Nachbarschaft
Die Initiative denkt den Ort nicht nur als Kino. Sie spricht von Proberäumen, Ateliers, Studios, sozialer Beratung, bezahlbarer Kiezküche und Foyerflächen ohne Konsumzwang. Diese Ideen seien bei einer offenen Versammlung im Sommer 2025 entstanden.
Am 9. Juni will „Traumfabrik Treptow“ vor dem früheren Eingang eine Petition starten. Ziel ist mehr öffentlicher Druck auf den Eigentümer und eine Lösung gegen jahrelangen Leerstand. Ob daraus tatsächlich eine kulturelle Zwischennutzung entsteht, ist offen.
Quellen: Schriftliche Anfrage Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick, Drucksache SchA IX/0986, Berliner Morgenpost, Berliner Kurier
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