Direkt am am Frankfurter Messegelände steht ein Vier-Sterne-Hotel seit Monaten leer. Ursache ist die Insolvenz der Betreibergruppe Revo Hospitality, die Anfang 2026 für rund 140 Gesellschaften Insolvenz anmeldete. Was das für das Gebäude bedeutet und wie es mit dem Frankfurter Hotelmarkt insgesamt aussieht.

Das Vier-Sterne-Haus mit knapp 300 Zimmern steht seit Mitte Februar 2026 leer, nachdem die Betreibergruppe Revo Hospitality Insolvenz angemeldet hatte. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Seit Mitte Februar 2026 ist das ehemalige Mövenpick-Hotel im Frankfurter Stadtteil Gallus geschlossen. Das Vier-Sterne-Haus mit knapp 300 Zimmern liegt unmittelbar am Messegelände und am Einkaufszentrum Skyline Plaza. Damit liegt es mitten in einer der belebtesten Lagen der Stadt.
Der Leerstand fällt in eine Zeit, in der Frankfurt insgesamt kaum unter dem bisherigen Höchststand der Übernachtungszahlen liegt. 2025 zählte die Stadt gut elf Millionen Übernachtungen, nur knapp weniger als im Rekordjahr zuvor.
Revo schließt das Mövenpick-Hotel: Insolvenz mit Folgen für Frankfurt
Ursache für die Schließung ist die Insolvenz der Betreibergruppe Revo Hospitality mit Sitz in Berlin. Der Konzern meldete im Januar 2026 für rund 140 Gesellschaften Insolvenz an. Betroffen waren zunächst mehr als 100 Hotels in Deutschland und Österreich. Für die Betreibergesellschaft des Frankfurter Mövenpick-Hotels lief von Beginn an jedoch ein reguläres Insolvenzverfahren mit einem externen Insolvenzverwalter.
Die meisten anderen Revo-Häuser bekamen dagegen die mildere Eigenverwaltung, bei der die bisherige Geschäftsführung selbst weitersanierte. Ein solches strengeres Verfahren zielt seltener auf Fortführung als auf Abwicklung, weshalb das Haus geschlossen wurde.
Als Gründe für die Insolvenz nannte Revo selbst gestiegene Kosten für Personal, Mieten und Energie. Hinzu kämen Probleme aus der eigenen, sehr schnellen Expansion der vergangenen Jahre, erklärte das Unternehmen. Von dem Verfahren ist die Immobilie selbst nicht betroffen, denn Eigentümerin ist die Fondsgesellschaft Union Investment. Betroffen war also nur der Betreiber, nicht das Gebäude.
Mövenpick-Hotel am Messegelände: Hotelgruppe Scandic übernimmt den Betrieb

Bei einem Ortsbesuch im August 2026 waren am Gebäude keine Arbeiten erkennbar, obwohl Union Investment und Scandic bereits im Juli einen Mietvertrag unterzeichnet hatten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Bereits im Juli 2026 einigten sich Union Investment und die Hotelgruppe Scandic auf einen langfristigen Mietvertrag für das Gebäude. Nach einer Modernisierung soll das Haus 2027 mit 296 Zimmern wieder öffnen. Es bekommt einen neuen Namen und ein überarbeitetes Konzept aus Restaurant, Bar und Tagungsbereich.
Scandic-Chef Jens Mathiesen begründete die Entscheidung mit der Bedeutung des Standorts. Frankfurt zähle zu den wichtigsten Finanzmetropolen Europas und sei durch eine starke, ganzjährige Geschäftstätigkeit geprägt, erklärte er.
Zwischen Schließung und Bekanntgabe des neuen Betreibers lagen damit nur wenige Monate. Bei einem Ortsbesuch im August 2026 waren am Gebäude jedoch noch keine Arbeiten erkennbar. Weder Gerüste noch Handwerker deuteten auf einen bereits begonnenen Umbau hin. Bis zur geplanten Wiedereröffnung 2027 bleibt das Gebäude ungenutzt.
Hotelgewerbe in Frankfurt: Der Hotelmarkt zwischen Rekorden und Kostendruck

Vor allem rund um Messe, Hauptbahnhof und Flughafen ist die Nachfrage nach Hotelzimmern besonders hoch. Gleichzeitig ist die Konkurrenz in der Stadt groß. Insgesamt zählt Frankfurt rund 280 Beherbergungsbetriebe. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Der schnelle Betreiberwechsel spricht eher für ein Problem des einzelnen Konzerns als für eine Schwäche des Standorts. Das zeigt sich auch in der unmittelbaren Entwicklung in der Umgebung des ehemaligen Mövenpick-Hotels. Im Europaviertel nahe der Messe hat die Hotelgruppe Atlantic im September 2026 ein neues Haus eröffnet. Selbst das Centro Hotel National aus demselben Revo-Verfahren nimmt seit April 2026 wieder Buchungen an.
Bundesweit zeigt sich allerdings ein strukturelles Problem der Branche. Laut dem aktuellen Branchenreport des Hotelverbands Deutschland stieg die Auslastung der Hotels zuletzt zwar an. Die Erträge sanken jedoch, da Kosten stärker wuchsen als Preise. Die Zahl der Insolvenzen im Beherbergungsgewerbe lag demnach rund 40 Prozent über dem Niveau vor der Pandemie.
Quellen: hessenschau.de, ahgz.de, Union Investment Real Estate, Frankfurter Rundschau, Tourismus+Congress GmbH Frankfurt, IHA Hotelverband Deutschland, IHK Frankfurt am Main, Frankfurter Allgemeine Zeitung
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