Seit Jahren ist das Wohnprojekt „Uhland House“ an der Uhlandstraße 104 in Berlin-Wilmersdorf angekündigt, doch der Baustart bleibt aus. Politische Versäumnisse und mangelnde Koordination zwischen Verwaltung und Versorgungsunternehmen verzögern das Projekt immer weiter.

122 neue Wohnungen könnten entstehen, doch fehlende Abstimmung zwischen Bezirk, Senat und Infrastrukturträgern blockiert den Baubeginn. Der Stillstand an der Uhlandstraße wirft kein gutes Licht auf die Berliner Stadtentwicklungspolitik. / © Visualisierung: Quarterback Immobilien
© Visualisierungen: Quarterback Immobilien
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Seit mehreren Jahren wird an der Ecke Fechnerstraße / Uhlandstraße in Berlin-Wilmersdorf ein neues Wohnprojekt angekündigt, doch auf dem betreffenden Grundstück herrscht schon lange Stillstand. Wo einst ein Wohn- und Geschäftshaus stand, wartet das Areal weiterhin auf den Abriss.
Geschlossene Läden, leergeräumte Wohnungen und zum Teil eingeschlagene Fenster prägen derzeit das Bild des zunehmend trostlosen Ensembles an der Uhlandstraße 104 und 105. Die meisten Ladenflächen im Erdgeschoss sind verwaist, das Gebäude ist bereit für den Abriss – und doch passiert nichts.
122 neue Wohnungen im „Uhland House“: Seit Jahren warten Investoren auf den Baustart
Geplant ist an dieser Stelle das sogenannte „Uhland House“ mit insgesamt 122 Wohnungen. Das Projekt wurde bereits vor mehr als acht Jahren vorgestellt und sollte ursprünglich deutlich früher realisiert werden. Vor Ort erinnert nur noch ein Modellbild an die angekündigte Neubebauung.
Nun wurde bekannt, warum sich der Baubeginn weiter verzögert. Unter dem Grundstück verlaufen Fernwärme- und Wasserleitungen sowie Telekommunikationskabel, die benachbarte Gebäude versorgen. Diese müssen vor dem Abriss des Bestandsgebäudes noch neu verlegt werden. Erst danach kann das Bauvorhaben überhaupt beginnen.
Ausstehende Tiefbauarbeiten verzögern das Wohn- und Gewerbeprojekt an der Uhlandstraße
Im Stadtentwicklungsausschuss der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf wurde deutlich, dass es dabei ganz offensichtlich an der Koordination beteiligter Fachabteilungen mangelt. Während aus der Bezirkspolitik Kritik an Verwaltung und Projektsteuerung laut wird, verweisen die Versorgungsunternehmen auf ausstehende Planungen.
Nach Angaben der Berliner Energie und Wärme GmbH (BEW) liege bislang kein genehmigtes Konzept für Ersatzleitungen vor. Sobald dieses vorliege, könnten die Arbeiten außerhalb der Heizperiode auch umgesetzt werden, also ab dem Frühjahr 2026. Auch die Berliner Wasserbetriebe erklärten, man warte auf konkrete Abstimmungen mit dem beauftragten Ingenieurbüro.
Warum erhalten die verantwortlichen Unternehmen keine Beauftragung vom Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf?
Die Stadtentwicklungsverwaltung kündigte inzwischen an, die Abstimmung zwischen den Beteiligten verbessern zu wollen. Eigentümerin des Grundstücks ist heute die BUWOG, die zum Immobilienkonzern Vonovia gehört. Zuvor hatten bereits zwei andere Investoren das Projekt vorbereitet, ohne es zur Umsetzung zu bringen.
Wann der Abriss des leerstehenden Gebäudes beginnt, bleibt damit weiter offen. Bis dahin bleibt das Grundstück an der Uhlandstraße ein sichtbares (und wenig ansehnliches) Symbol für ein Projekt, das seit Jahren angekündigt ist, und dessen Realisierung erneut auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Auf die verantwortliche Bezirkspolitik und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wirft der Vorgang kein gutes Bild.

So soll es aussehen, wenn es mal fertig ist – aber von einem Baustart scheint das Projekt noch weit entfernt. / © Visualisierung: Quarterback Immobilien

Ein Gebäude wartet auf seinen Abriss – doch noch tut sich nichts an der Uhlandstraße 104 in Wilmersdorf. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Berliner Energie und Wärme GmbH, Architektur Urbanistik Berlin, Quarterback Immobilien AG, Berliner Morgenpost, Berliner Woche, RBB, kon-ii GmbH, Der Tagesspiegel, Berliner Wasserbetriebe
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12 Kommentare
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Die dunkelgrauen Kolumnen sollten die selbe Farbe wie der Rest der Fassade haben. Insgesamt wirkt der Bau leider nur mittelmäßig, wie ein „moderner“ Entwurf aus den 90ern. Schön das hier Wohnungen entstehen.
Anmerkung: Gesamteindruck 3/5, und ich kann mir mangels Info dazu vorstellen dass der Architekt eine Andere farbliche Konstellation vorsah, der Bauherr, oder Finanzierer aber dann noch Einfluß auf die Farben nahm.
Dieser Bau wäre so eine absolute Katastrophe und ich wohne hier seit 30 Jahren – absolut unpassend. Das Microklims wäre gestört. Ich hoffe das noch Jahre weiter alles so bleibt wie es ist.
„Die Stadtentwicklungsverwaltung kündigte inzwischen an, die Abstimmung zwischen den Beteiligten verbessern zu wollen.“
Erst einmal würde mich interessieren, wer die „Stadtentwicklungsverwaltung“ ist. Soll das jetzt die Senatsverwaltung für Bauen sein?!? Wäre es so, wollen die also jetzt – nach acht Jahren – mal endlich die „Abstimmung zwischen den Beteiligten“ verbessern! Kinners – was soll das den heißen??? Was geht da schon wieder in den bis zur Unerträglichkeit unfähigen Beamtenapparaten Berlins ab??? Es bedarf keiner besseren „Abstimmung“, sondern den verantwortlichen Beamten im Senat und der genauso unfähigen Bezirksverwaltung müssen bedingungslos „deadlines“ gesetzt werden. Und wenn die gerissen werden, muss das disziplinarrechtlich verfolgt werde! Und die „deadline“ muss der 31. März 2026 sein. Bis dahin muss die Planung stehen, sodass die zuständigen Versorger ihre Leitungen verlegen können.
Man muss auch mal den bedingungslos unfähigen Bezirk fragen: Dort stehen seit anno dutt die Gebäude leer. Wenn dort neu gebaut wird, werden die Neubauten vermietet: Kinners, das heißt Steuereinnahmen??? Kapiert ihr in der Bezirksverwaltung eigentlich überhaupt irgendetwas? Und: Ich bin selbst öffentlicher Dienst! Ich kenne die Gestalten, die in der Privatwirtschaft wegen Unfähigkeit nie was geworden wären, aber im öffentlichen Dienst sind sie durchgereicht worden. Und da geht es vielen nicht um Projekte, sondern um die Selbstdarstellung: Ich bin wichtig, an mir kommt keiner vorbei! Kaum den eigenen Namen schreiben können, aber sich wichtig fühlen.
Ich habe genug Abteilungsleiter usw. gekannt, die sich einfach „fett“ hingesetzt und Projekte blockiert haben (nicht, weil diese ihnen nicht passten, sondern weil sie schlicht ihre Macht beweisen und ihre Eitelkeiten ausleben wollten) nach dem Motto „Wer unter mir Minister, Senator usw. ist, ist mir egal“ und „wenn die schon lange weg sind, sitze ich hier immer noch“ (und mache, was ich will). Es muss außerhalb des Sicherheitsbereichs (Polizei, Feuerwehr, Justiz, Bundeswehr) das Beamtentum bedingungslos abgeschafft werden, schon um die „Wichtigtuer“ in den Verwaltungen einfach rausschmeißen zu können!
Fußgängergeschwindigkeit ist ja etwa 7 km/h, in Behörden ist die Fußgängergeschwindigkeit allenfalls 5 km/h, in der Berliner Verwaltung maximal 3 km/h. Und ein wesentlicher Teil der Arbeit ist durch Kaffeekochen belegt!
Hot take: vielleicht sollte die öffentliche Verwaltung anfangen ein attraktiverer Arbeitgeber zu werden. Es gibt für mich, als sehr gut ausgebildete Fachkraft mit Erfahrung, jede Menge Jobs die spannend klingen. Allerdings schrecken die schlechte Bezahlung, unattraktiven Benefits und veraltete Hierarchie total ab. Schlechte Karrierechancen und arrogante Politiker (hallo CDU Senat) als Entscheidungsträger helfen da auch nicht weiter. Es fehlen moderne Anreize für mehr Effizienz und Leistung im Arbeitsalltag. Daher arbeite ich in der freien Wirtschaft. Und man kann sich jetzt überlegen, wer in der Verwaltung arbeiten will.
Naja, in der Privatwirtschaft ist auch nicht alles besser – außer der Bezahlung! Gerade deutsche Großkonzerne funktionieren in weiten Teilen – außer in der Bezahlung – wie Behörde. Genau das ist das Problem deutscher Großkonzerne! Ich hatte mal ’ne Freundin Anfang der 80er, deren Vater ganz oben im Management von Siemens saß – und schon hatte in den 80ern festgestellt, dass der gesamte Verwaltungsapparat Siemens‘ behördengleich unbeweglich und völlig ineffizient sei. Und das in den 80ern des letzten Jahrhunderts – inzwischen gilt das ja als allenthalben publizierte gesicherte Erkenntnis. Diese Strukturen sind wesentlicher Grund für den Niedergang der klassischen deutschen Wirtschaft!
Richtig ist, dass im öffentlichen Dienst dramatisch zu schlecht bezahlt wird (ich bin selber öffentlicher Dienst), das ist ja für den Beamtenapparat inzwischen verfassungsgerichtlich festgestellt (unabhängig davon, dass ich die verfassungsgerichtliche Rechtsprechung für völlig unvollständig halte, weil sie – wie die ganzen Jahrzehnte – mal wieder nur das Minimum der Mindestbezahlung beschreibt. Und man kann sich sicher sein, dass der Bund und keines der Bundesländer auch nur ein Jota über diese Mindestanforderungen hinausgehen wird, ganz im Gegenteil wird man verzweifelt gegen die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts anrechnen. Das Grundproblem bleibt auch bei der Besoldung der Beamtendreisatz: 1. Das haben wir schon immer so gemacht. 2. (Neuer Vorschlag) Das haben wir noch nie so gemacht! 3. Da könnt‘ ja jeder kommen!
Dazu kommt eine Arroganz der Behördenleiter auf allen Ebenen, die durch nichts, insbesondere nicht Fähigkeiten gerechtfertigt ist! Mir hat mal der Präsident eines Oberlandesgerichts gesagt, dass er große Verantwortung trage. Ich habe ihm geantwortet, dass dieser Satz beweise, dass er noch nicht mal eine Vorstellung von dem Begriff der „Verantwortung“ habe. Im Öffentlichen Dienst (abgekürzt „ö.D.“, phonetisch „Öde“) trage niemand „Verantwortung“! Verantwortung zu tragen heiße nämlich, zur Verantwortung gezogen werden zu können. Und genau daran fehlt es im Öffentlichen Dienst. Dort wird niemand zur Verantwortung gezogen, wenn er Mist gebaut hat. Zur Verantwortung gezogen werden zu können, heißt im Extremfall, rausgeschmissen werden zu können, bei kleineren Vergehen ruckzuck versetzt zu werden, jedenfalls die Vergütung gekürzt zu erhalten. Und genau das alles geht jedenfalls bei Beamten, erst Recht bei Richtern und Staatsanwälten nicht! Einen missliebigen Beamten wird man allenfalls los, indem man ihn „wegbefördert“. Zur Belohnung seiner Moritaten erhält er also einen wichtigeren Posten mit besserer Besoldung! Dummheit und Unfähigkeit werden im öffentlichen Dienst also auch noch belohnt! Das wichtige im öffentlichen Dienst ist es nicht, kreative Ideen zu haben, sondern die seit Preußens Zeiten gängige Technik der Verfügung und Vermerke in Akten in Vollendung zu beherrschen – und zu wissen, wer alles „zeichnen“ (unterschreiben) muss. Es sind sich auch die absolut Meisten einig, dass das alles „retro“ und daher Schwachsinn ist. Nur keiner rafft sich auf, das zu ändern, denn man will schließlich im Rahmen des Möglichen Karriere machen.
Es werden also auch in hundert Jahren in Deutschland noch Entscheidungen nach den Stein’schen Verwaltungsreformen in Preußen entwickelt werden, wenn sich nicht endlich eine Partei findet, die mit dem „hergebrachten Berufsbeamtentum“ bricht – und vor allem zur Kündbarkeit von Beamten führt! Wir lesen ja aktuell allenthalben von Beamten, die seit Jahren krankgeschrieben sind, wobei sie fortlaufend ihre vollen Bezüge erhalten. Rekordhalter ist jemand, der seit 16 Jahren krank geschrieben ist. Die Zuständigen in der zuständigen Behörde haben das offensichtlich noch nicht mal bemerkt – über die Jahre! Das (!!!), das ist öffentlicher Dienst in Deutschland!
Ach ja, ganz vergessen: Der Mikadogrundsatz! Wer sich als Beamter als erstes bewegt, ist raus!
An der Ecke wohnen will aber nicht wirklich jemand, oder? Riesen Kreuzung, Lärm, stark verdichtete Bebauung. In dem entstehenden Mini-Innenhof gibt es dann gar keinen Luftaustausch mehr. Da gibt’s bessere Möglichkeiten zur Nachverdichtung, zum Beispiel auf dem Lidl und Edeka in der Berliner Str., direkt um die Ecke.
Die Größe der Innenhöfe ist ja auf der Fotomontage über die künftigen baulichen Verhältnisse zu erkennen. Und offensichtlich wird die Gebäudelinie deutlich in Richtung Uhlandstraße verschoben. Die Fußgänger bewegen sich in der Uhlandstraße durch Kolonnaden.
Man macht damit eigentlich die Nachkriegsaufweitung der Uhlandstraße (s.auch große östliche Brandwand), in Teilen wieder rückgängig.
Völlig richtig. Und man könnte das ja mal zum Anlass nehmen, endlich die blödsinnige Vierspurigkeit im Kreuzungsbereich Uhlandstraße (Richtung Norden) und Berliner Straße aufzuheben!
Die haben mehrheitlich die dicke Kreuzung mit der Berliner ca. 100m von sich aus im Rücken haben mit ihrer Rundecke die Fechner und Gasteiner vor und neben sich und schauen auf eine alterwürdige Fassade vom Gymnasium. Wenn es danach geht, dürfte in Berlin gar keiner mehr wohnen wollen.