Am Volkspark Humboldthain in Berlin-Gesundbrunnen entsteht derzeit ein Büroneubau des Verbundes Lebenshilfe Berlin. Dabei wird auch die historische Schmalzfabrik saniert. Die Energieversorgung des künftigen Ensembles soll durch einen innovativen Eisspeicher erfolgen.

An der Böttgerstraße 19 in Berlin-Gesundbrunnen baut die Lebenshilfe Berlin ein neues Bürogebäude. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT BERLIN
© Visualisierungen: Lebenshilfe gGmbH, Bricks & Mortar
Text und Fotos: Björn Leffler
In der Böttgerstraße in Berlin-Gesundbrunnen haben die Büros Brandlhuber+ Emde, Burlon mit Muck Petzet Architekten bis 2018 ein avantgardistisches und radikales Gebäude errichtet, welches seitdem den Stadtraum unweit des Volksparks Humboldthain dominiert.
Das sogenannte „Terrassenhaus“ befindet sich unmittelbar an den Gleisen zur Ringbahn und wurde vom Architekturmagazin Arch+ bereits als „brutalistische hängende Gärten von Wedding“ bezeichnet.
In Gesundbrunnen errichtet die Lebenshilfe Berlin ein neues Bürogebäude
In dem Gebäude sind mehrere Nutzungen untergebracht, die bekannteste ist wohl eine große Sport- und Kletterlandschaft. Direkt gegenüber wird nun ein weiteres, etwas weniger exzentrisches Bauvorhaben umgesetzt.
An der Adresse Böttgerstraße 19 lässt der gemeinnützige Verein Lebenshilfe Berlin einen Büroneubau errichten. Dabei wird auch das Gebäude der ehemaligen Schmalzfabrik saniert und modernisiert, um es künftig wieder nutzbar zu machen.
Neubau: In der Böttgerstraße entsteht der „Campus Lebenshilfe“
Die Lebenshilfe Berlin ist ein Verbund, zu dem der Lebenshilfe Berlin e.V., die Lebenshilfe gGmbH sowie sechs Tochtergesellschaften gehören. Im Büro-Neubau werden die Geschäftsstellen des Vereins und der Gesellschaften einziehen.
Zudem entsteht im Erdgeschoss ein inklusiver Begegnungsort für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Zusammen mit der sanierten Schmalzfabrik und dem Wohnhaus, in dem inklusive Wohnangebote geschaffen werden sollen, bildet der Gebäudekomplex den „Campus Lebenshilfe“.
Lebenshilfe Berlin: Gemeinnütziger Verein zur Unterstützung behinderter Menschen
Die Lebenshilfe Berlin wurde 1960 von engagierten Eltern gegründet. Vom Selbsthilfe-Verein wuchs die Lebenshilfe Berlin zu einem Unternehmensverbund, der das Ziel hat, zeitgemäße Inklusionsdienstleistungen entlang aller Lebensbereiche und Lebensphasen anzubieten.
Die Angebote und Dienstleistungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung orientieren sich am Leitbild der Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe. Die Lebenshilfe Bundesvereinigung ist die Dachorganisation der Lebenshilfen in Deutschland. Sie hat Ihren Sitz neben Marburg auch in Berlin.
Die Lebenshilfe Berlin wiederum ist eine eigenständige Organisation mit einer eigenen Geschäftsstelle. Das bestehende Wohngebäude, was sich ebenfalls auf dem Gelände befindet, soll erhalten bleiben. Allerdings wird das Dach des Wohngebäudes saniert.
Im Gebäudekomplex soll ein nachhaltiger Eisspeicher für Wärme sorgen
Zudem soll eine neue Dachterrasse entstehen. Das zukünftige Gebäudeensemble soll über einen Eisspeicher beheizt werden, der in der Baugrube eingelassen wurde. Eine Wärmepumpe entzieht dem Eisspeicher Wärme, bis das Wasser gefriert. Bei diesem sogenannten Phasenübergang zum Eis wird viel Energie freigesetzt, welche dann zur Heizung des Gebäudes dient.
Ein vergleichbares Heizungsmodell wurde in Berlin bereits einmal umgesetzt, und zwar bei einem 2018 fertiggestellten Wohnungsbauprojekt in Köpenick. Dort werden 53 Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten mit der Technologie versorgt.
Gesundbrunnen: Neubau orientiert sich an der Kubatur der Vorkriegszeit
Die künftige Fassade des Neubaus soll durch Pflanzen begrünt werden. Die Kubatur des künftigen Gebäudeensembles soll sich an der historischen Bebauung aus der Vorkriegszeit orientieren.
Durch das innovative Energiekonzept soll die Wärmeversorgung vollständig auf dem Grundstück umgesetzt werden. Das Projekt strebt mit seinem nachhaltigen Ansatz einen niedrigen CO²-Fußbabruck an. Eine Tiefgarage wird übrigens nicht errichtet.
Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier:

Liegt direkt gegenüber: Das Terrassenhaus, entworfen vom Büro Brandlhuber+ Emde. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT BERLIN
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Quellen: Bricks & Mortar, Architektur Urbanistik Berlin, Lebenshilfe gGmbH, Arch+, Deutsches Architektur Forum, Greenhouse Media GmbH
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