Wo früher Büros der Deutschen Börse lagen, prägt heute der Schulalltag den Gebäudekomplex. Die Lateral Towers in Frankfurt haben einen grundlegenden Wandel hinter sich. Mit dem Abschluss der Umbauarbeiten zeigt sich nun, wie weit die Umnutzung eines großen Bürostandorts gehen kann.

Fünf Vertreter der Stadt Frankfurt und der beteiligten Schulen stehen gemeinsam in einem offenen Innenbereich des Bildungscampus. (v.l.): Stadtrat Siefert, Nils Franke, Leiter des Margot-Friedländer-Gymnasiums, Oliver Schulz, Leiter der Julius-Leber-Schule, Torsten Schulz, Leiter des Stadtgymnasiums, und Stadträtin Weber

Vertreter der Stadt Frankfurt und der drei Schulen stellten den vollständig umgebauten Bildungscampus bei einem Rundgang vor. / © Foto: Stadt Frankfurt am Main / Maik Reuß

© Titelbild: Stadt Frankfurt am Main / Maik Reuß

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Ein großer Bürokomplex bekommt eine völlig neue Aufgabe: Die Lateral Towers im Frankfurter Westen sind nach rund zweieinhalb Jahren Umbau vollständig als Schulstandort in Betrieb. Rund 46.000 Quadratmeter Bestandsfläche stehen inzwischen für Bildung zur Verfügung. Das Projekt ist zugleich ein Beispiel dafür, wie Frankfurt mit vorhandenen Gebäuden auf den Bedarf an zusätzlichen Schulflächen reagiert.

  • Stadt: Frankfurt am Main
  • Adresse: Elisabeth-Norgall-Straße 1, 60487 Frankfurt am Main
  • Projektstatus: Umbau zum Schulstandort abgeschlossen
  • Umbauzeit: rund zweieinhalb Jahre
  • Nutzung: Stadtgymnasium Frankfurt, Margot-Friedländer-Gymnasium und vorübergehend Julius-Leber-Schule

Der Wandel ist bemerkenswert. Laut Stadt Frankfurt diente der Standort bis 2001 als Sitz der Deutschen Börse. Später wurden die Lateral Towers als Bürokomplex genutzt. Nun arbeiten dort drei Schulen unter einem Dach. Die Stadt hat den Gebäudekomplex langfristig angemietet; der Mietvertrag läuft über 30 Jahre.

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Ein verglaster Verbindungsgang im Bildungscampus Lateral Towers besitzt gelbe Brüstungen und verbindet verschiedene Gebäudebereiche.

Ein verglaster Verbindungsgang führt durch einen Teil der Lateral Towers. Das Farbleitsystem soll die Orientierung innerhalb des weitläufigen Schulkomplexes erleichtern. / © Foto: Stadt Frankfurt am Main / Maik Reuß

Lateral Towers: Zwei neue Gymnasien wachsen schrittweise in den Campus hinein

Der Schulbetrieb begann bereits zum Schuljahr 2024/25. Damals starteten das Stadtgymnasium und das heutige Margot-Friedländer-Gymnasium zunächst in einer Containeranlage auf dem Gelände, weil der Bürokomplex noch umgebaut wurde. Ein Schuljahr später konnten die Container verschwinden. Die beiden Schulen bezogen zunächst die Bauteile 7 und 8, während in anderen Teilen weitergearbeitet wurde.

Inzwischen nutzen beide Gymnasien jeweils drei Jahrgänge. Beide Schulen sind sechszügig angelegt und werden in den kommenden Jahren weiter wachsen. Deshalb ist die derzeitige Dreifachnutzung nicht dauerhaft vorgesehen: Die Julius-Leber-Schule nutzt derzeit noch freie Bereiche während der Sanierung ihres eigenen Standorts. Wenn die beiden Gymnasien vollständig aufgebaut sind, sollen sie den gesamten Komplex benötigen.

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Der zentrale Innenbereich des Bildungscampus in den Frankfurter Lateral Towers ist von Glasfassaden, Holzboden und offenen Flächen geprägt.

Die frühere Büroarchitektur der Lateral Towers prägt auch den neuen Bildungscampus: Große Glasflächen und offene Bereiche bestimmen den zentralen Innenraum. / © Foto: Stadt Frankfurt am Main / Maik Reuß

Vom Bürogrundriss zu offenen Lernlandschaften in den Lateral Towers

Für die neue Nutzung reichte es nicht, ehemalige Büroräume lediglich mit Schulmöbeln auszustatten. Erschließung, Brandschutz und Wegeführung mussten an die deutlich größeren Personenströme angepasst werden. Zwischen den Bauteilen entstanden deshalb zwei zusätzliche außenliegende Treppenhäuser. Zudem wurden die Grundrisse verändert. Rund 4.570 Quadratmeter offene Lernbereiche ergänzen die Klassenräume.

Ein Farbleitsystem erleichtert die Orientierung in den acht Bauteilen. Acht abgestufte Farben gliedern den langen Komplex: Im Westflügel dominieren warme Rottöne, im Ostflügel kühlere Grüntöne. Die Architektur des früheren Bürostandorts bot nach Angaben des Projektentwicklers Cells bereits wichtige Voraussetzungen für die Umnutzung, darunter große Raumhöhen, passende Gebäudetiefen, viel Tageslicht und eine weitgehende Barrierefreiheit.

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Stadtrat Wolfgang Siefert und Stadträtin Sylvia Weber stehen an einer gelben Brüstung im offenen Innenbereich des neuen Schulzentrums in den Lateral Towers.

Beim Rundgang durch die Lateral Towers stand auch die Umnutzung des großen Bürokomplexes zum Schulstandort im Mittelpunkt. / © Foto: Stadt Frankfurt am Main / Maik Reuß

Außenflächen und Sportanlagen werden Teil des Bildungscampus

Auch das Außengelände wurde verändert. Dort entstanden zwei „Grüne Klassenzimmer“, Hochbeete sowie neue Sportflächen. Dazu gehören ein Fußball- und Basketballfeld, eine 100-Meter-Laufbahn und eine Weitsprunganlage. Für Fahrräder stehen laut Cells 982 Stellplätze zur Verfügung, hinzu kommen 147 Pkw-Stellplätze.

Ganz abgeschlossen ist die Entwicklung des Areals dennoch nicht. Auf dem Grundstück des ehemaligen Büro-Parkhauses soll eine zweigeschossige, wettkampftaugliche Sechsfeld-Sporthalle mit Tribüne entstehen. Die Halle soll nicht allein den Schulen dienen, sondern auch zusätzliche Kapazitäten für den Frankfurter Vereinssport schaffen.

Damit entwickelt sich die frühere Büroanlage schrittweise zu einem vollständigen Bildungsstandort. Zugleich bleibt ein großer Teil des vorhandenen Gebäudebestands erhalten. Gerade vor dem Hintergrund knapper Flächen ist die Umnutzung damit Teil einer breiteren Frankfurter Strategie, bei der nicht jeder zusätzliche Schulplatz zwingend einen kompletten Neubau voraussetzt.

Frankfurt nutzt inzwischen verstärkt bestehende Gewerbe- und Bürogebäude für Bildungszwecke. So entstanden etwa am Hasenpfad neue Schulflächen in einem ehemaligen Bürogebäude. Gleichzeitig verfolgt die Stadt in Bockenheim mit der Hybridschule im Schönhof-Viertel einen anderen Ansatz: Dort werden Schule und Wohnungen in einem Neubau miteinander kombiniert.

Lateral Towers: Bildungscampus Frankfurt
Die früher als Büro- und Börsenstandort genutzten Lateral Towers wurden zu einem Bildungscampus mit drei Schulen umgebaut.

 

Quellen: Stadt Frankfurt am Main, Cells, Julius-Leber-Schule

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  1. […] Lateral Towers Frankfurt: Ehemaliger Börsenstandort wird … […]

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