Das ehemalige Tanklager in Lankwitz ist geräumt und wird zur großen Stadtentwicklungsfläche am Teltowkanal. Ein Kompromiss sieht nun ein gemischtes Quartier mit Schwerpunkt Wohnen vor, die konkrete Planung steht jedoch noch aus.
© Titelbild: Wikimedia Commons, Babewyn, CC BY-SA 4.0
Wer heute entlang der Breisgauer Straße am Teltowkanal vorbeigeht, blickt auf eine Fläche, die sich wie ein freigeräumtes Industriefeld ausdehnt. Die ehemaligen runden Tanks sind verschwunden, die Brache wartet auf ihre nächste Nutzung.
Die rund 10 Hektar große Fläche war über Jahrzehnte Teil der Berliner Versorgungsinfrastruktur. Nun wird sie zunehmend zum Gegenstand städtebaulicher Aushandlungen zwischen Senat, Bezirk und Eigentümer. Dabei stand zuletzt insbesondere die Frage im Raum, ob auf dem Areal ausschließlich Gewerbe entstehen soll oder ein neues Stadtquartier möglich ist.
Gemischtes Quartier am Teltowkanal geplant
Die Diskussion über die Zukunft des Geländes war zuletzt von unterschiedlichen Interessen geprägt. Während der Eigentümer frühzeitig auf eine Entwicklung mit hohem Wohnanteil setzte, betonte die Senatswirtschaftsverwaltung zunächst die Bedeutung gewerblicher Nutzung. Zwischenzeitlich stand damit auch die Richtung der Gesamtentwicklung infrage.
Im Zuge der Beratungen der Senatskommission Wohnungsbau wurde laut Berliner Morgenpost Anfang Juni schließlich ein Kompromiss gefunden: Künftig soll ein gemischt genutztes Quartier entstehen, in dem rund 60 Prozent der Flächen für Wohnen vorgesehen sind, 40 Prozent für Gewerbe. Damit wird erstmals eine verbindlichere Grundlage für die weitere Planung geschaffen.
Perspektiven für ein neues Stadtquartier: degewo möchte sich beteiligen
Mit dem neuen Nutzungsschlüssel rückt die konkrete Projektentwicklung wieder in den Vordergrund. Bereits in Vorabstimmungen wurden Beteiligungen der degewo sowie erste städtebauliche Konzepte diskutiert. Auch mietpreisgebundene Wohnungen sind Teil der Überlegungen, ebenso wie ergänzende soziale Infrastruktur.
Gleichzeitig bleibt die genaue Zahl der möglichen Wohnungen offen. Verschiedene Entwürfe und Varianten liegen vor, ein städtebaulicher Wettbewerb soll das zukünftige Erscheinungsbild weiter konkretisieren. Klar ist jedoch bereits jetzt: Die Entwicklung des Areals wird nicht allein eine Frage der Bauplanung sein, sondern auch der infrastrukturellen Einbindung in den Stadtteil.
Zwischen Anspruch und Umsetzung: Neuer Wohnraum in Lankwitz in Planung
Für den Bezirk Steglitz-Zehlendorf bedeutet die Entscheidung einen Schritt in Richtung Wohnraumerweiterung, verbunden mit der Erwartung, dass auch Verkehr und soziale Infrastruktur mitwachsen. Zwischen Altlasten, Planungsrecht und stadtpolitischen Zielkonflikten bleibt die Fläche gleichzeitig ein Beispiel für die komplexe Umnutzung ehemaliger Industrieareale in Berlin.
Wie schnell aus dem ehemaligen Tanklager tatsächlich ein neues Quartier entsteht, hängt nun von weiteren Planungsverfahren und Abstimmungen ab. Fest steht lediglich: Die industrielle Nutzung ist beendet, die städtebauliche Zukunft des Areals hat begonnen – aber sie ist weiterhin Ergebnis eines laufenden Aushandlungsprozesses.
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19 / 25 698, Schriftliche Anfrage, Berliner Morgenpost, Oiltanking Deutschland GmbH & Co. KG, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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