In Köpenick steht nach der laufenden Altstadt-Baustelle das nächste große Verkehrsprojekt an. Der Ersatzneubau der Langen Brücke soll rund vier Jahre dauern und bringt wohl das nächste BVG-Chaos mit sich.

Die Lange Brücke in Köpenick verbindet die Altstadt mit der Köllnischen Vorstadt. Der geplante Ersatzneubau zählt zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten im Südosten Berlins. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Die Altstadt Köpenick ist seit Jahren eine große Baustelle. Gleise, Weichen, Haltestellen, Trinkwasserleitungen sowie Schmutz- und Regenwasserkanäle werden erneuert. Nach aktuellem Projektplan soll diese Bauphase im September 2027 enden. Doch Ruhe wird rund um die Altstadt wohl nicht lange einkehren.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse/Lage: Lange Brücke über die Dahme, zwischen Altstadt Köpenick, Schlossplatz und Köllnischer Vorstadt
- Projektstatus: Entwurfsplanung vorgestellt, Planfeststellungsverfahren in Vorbereitung
- Geplanter Baubeginn: nach aktuellem Stand 2030
- Geplante Bauzeit: rund vier Jahre
Denn mit dem Ersatzneubau der Langen Brücke rückt bereits das nächste Großprojekt in den Fokus. Bei der Infoveranstaltung zur neuen Langen Brücke wurde deutlich: Für Köpenick geht es nicht nur um ein marodes Bauwerk über der Dahme. Es geht um eine der wichtigsten Verkehrsachsen im Südosten Berlins – und um eine Bauzeit, die den Alltag erneut über Jahre prägen dürfte.
Lange Brücke in Köpenick: Warum das Chaos die Altstadt erneut trifft
Die Lange Brücke verbindet die Köpenicker Altstadt mit der Köllnischen Vorstadt und Spindlersfeld. Sie trägt Autoverkehr, Straßenbahn, Busse, Radverkehr und Fußverkehr. Unter der Brücke verlaufen zudem zahlreiche Leitungen für Wasser, Abwasser, Strom und Telekommunikation. Genau diese Mischung macht den Ersatzneubau so kompliziert.
Die historische Brücke stammt aus dem Jahr 1891. 1994 kamen Behelfsbrücken hinzu, die ursprünglich nicht als Dauerlösung gedacht waren. Jetzt soll alles abgerissen werden. Ein Ersatzbau muss her. Die neue Lange Brücke soll aus drei Teilbauwerken bestehen: außen Straßenbrücken mit Rad- und Gehwegen, in der Mitte ein eigener Bereich für Straßenbahn und Busse.

Über die Behelfsbrücke der Langen Brücke in Köpenick verkehren derzeit Autos und Straßenbahnen. Während des geplanten Neubaus soll der Straßenbahnverkehr vollständig durch Busse ersetzt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Köpenick: Vier Jahre ohne Straßenbahn über die Lange Brücke
Doch was später mal eine Verbesserung werden soll, wird erstmal zur erneuten Zerreißprobe für Anwohner und Pendler. Der heikelste Punkt einer Infoveranstaltung am Mittwochabend war der Straßenbahnverkehr. Nach aktuellem Planungsstand kann die Tram während der Bauzeit nicht über die Lange Brücke fahren. Die BVG und die Planer haben nach eigenen Angaben geprüft, ob ein eingleisiger Betrieb oder Pendelverkehr möglich wäre. Das Ergebnis fiel negativ aus.
Grund sind die engen Platzverhältnisse, der Rückbau der historischen Brücke, der Neubau der Teilbauwerke und die Verlegung der Leitungen. Statt Straßenbahn soll es Schienenersatzverkehr mit Bussen geben. Die genaue Linienführung steht noch nicht fest.
BVG-Ersatzverkehr wird auf Langer Brücke zum zentralen Problem
Die BVG erklärte, dass das konkrete Ersatzverkehrskonzept noch nicht ausgearbeitet sei. Voraussichtlich werden die Busse aber zwischen Köllnischer Vorstadt und den Endpunkten S-Bahnhof Köpenick, Wendenschloßstraße und Krankenhaus Köpenick verkehren. Für viele Anwohner war genau das der entscheidende Punkt.
Besonders kritisch ist die Lage für ältere Menschen, mobilitätseingeschränkte Fahrgäste, Eltern mit Kinderwagen und Pendler. Sie brauchen kurze Umsteigewege, klare Haltestellen und verlässliche Anschlüsse. Bei einer Bauzeit von rund vier Jahren reicht ein provisorischer Ersatzverkehr nicht aus. Er muss im Alltag funktionieren.

An der Langen Brücke in Köpenick laufen bereits vorbereitende Arbeiten. Für den Ersatzneubau müssen zahlreiche Gründungen und Leitungen im Bereich der Dahme berücksichtigt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Altstadt Köpenick jetzt schon bis 2027 Baustelle
Hinzu kommt der zeitliche Anschluss an die laufende Altstadt-Baustelle. Dort erneuert die BVG derzeit auf rund zwei Kilometern Straßenbahninfrastruktur Gleise, Weichen und Haltestellen. Gleichzeitig arbeiten die Berliner Wasserbetriebe an rund 1,2 Kilometern Trinkwasserleitungen sowie Schmutz- und Regenwasserkanälen. Die Fertigstellung dieser Großbaustelle mit ähnlich großen Einschränkungen für BVG-Fhargäste ist erst für Ende 2027 vorgesehen.
Auch diese Baustelle zeigt, warum Köpenick so empfindlich auf Sperrungen reagiert. In der Altstadt laufen viele Verkehrsbeziehungen auf engem Raum zusammen. Bereits jetzt prägen Bauzäune, Umleitungen und provisorische Gleise das Bild. Wenn ab 2030 die Lange Brücke folgt, verschiebt sich das Problem nur wenige hundert Meter weiter.
Neue Lange Brücke soll Verkehr langfristig verbessern
Aber: Nach dem Neubau soll die Lage dann deutlich besser werden. Geplant sind zwei Fahrstreifen je Richtung, 2,50 Meter breite Radwege und 3,20 Meter breite Gehwege. Die Straßenbahn soll dauerhaft zweigleisig in Mittellage fahren. Auch Busse sollen diesen Bereich nutzen können. Zusätzlich sind neue Uferwege unter der Brücke vorgesehen.
Offen bleibt, wie hart die Bauzeit tatsächlich wird. Die Senatsverwaltung nannte bei der Infoveranstaltung 2030 als geplanten Baubeginn. Dann regiert das BVG-Chaos die Altstadt Köpenick wohl für weitere vier Jahre.

Die Lange Brücke in Köpenick überspannt die Dahme und soll im Rahmen des geplanten Ersatzneubaus ab 2030 schrittweise erneuert werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Lange Brücke
Quellen: BVG, Senatsverwaltung Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
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