Der Ersatzneubau der Lange Brücke in Köpenick wird den Verkehr rund um die Altstadt in Köpenick voraussichtlich deutlich beeinträchtigen. Anwohner und Pendler müssen sich auf mehrere Bauphasen einstellen.

Die marode Lange Brücke in Köpenick wird in den kommenden Jahren abgerissen und neu gebaut. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Der Ersatzneubau der Langen Brücke in Köpenick rückt näher. Nach Angaben der Senatsverwaltung befindet sich das Vorhaben weiter in der Planungsphase. Der Baubeginn ist nach aktuellem Stand für 2029 vorgesehen. Die Bauzeit soll rund vier Jahre betragen. Für Anwohner, Pendler, Gewerbetreibende und Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs bleibt die Brücke damit ein zentrales Infrastrukturthema im Südosten Berlins.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Lage: über der Dahme
- Verbindung: Köpenicker Altstadt und Köllnische Vorstadt
- Geplanter Baubeginn: 2029
- Voraussichtliche Bauzeit: rund 4 Jahre
- Kosten: rund 76 Millionen Euro
Die Lange Brücke überquert die Dahme und gehört zu den wichtigen Verkehrsverbindungen in Köpenick. Sie verbindet die Altstadt mit der Köllnischen Vorstadt und Spindlersfeld. Außerdem liegt sie auf einer übergeordneten Straßenverbindung, die unter anderem Müggelheim, Niederschöneweide und die Berliner Innenstadt mit Köpenick verbindet.
Lange Brücke in Köpenick: Warum der Ersatzneubau nötig ist
Die Senatsverwaltung begründet den Ersatzneubau mit dem maroden Zustand der historischen Brücke und der hohen Verkehrsbelastung. Auch die nördlich liegenden Behelfsbrücken, die Mitte der 1990er Jahre entstanden, reichen dauerhaft nicht aus. Damit ist die Lange Brücke in Köpenick eines von vielen dringenden Brücken-Themen in Berlin.
Derzeit laufen Prüfungen, Abstimmungen und Beteiligungen zur Entwurfsplanung. Nach Rücklauf der Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange sollen die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren bis voraussichtlich Ende 2026 zusammengestellt werden. Erst nach einem erfolgreichen Abschluss dieses Verfahrens kann der Bau beginnen. Die Kosten liegen nach aktuellem Stand bei rund 76 Millionen Euro.

Die Lange Brücke in Köpenick bleibt für Pendler und Anwohner ein zentraler Verkehrsknotenpunkt, der im Zuge des Ersatzneubaus modernisiert werden soll. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Zeitplan und Verkehrsführung beim Ersatzneubau der Langen Brücke
Für den Verkehr gibt es noch keine endgültige Baustellenführung. Die Senatsverwaltung gibt aber an, dass die Maßnahme in mehrere Baulose, Bauphasen und Bauabschnitte gegliedert werden soll.
Damit sollen bestehende Verkehrsbeziehungen so weit wie möglich erhalten bleiben. In den ersten Bauphasen sollen die vorhandenen Behelfsbrücken genutzt werden. Später sollen fertiggestellte Teilbauwerke einzelne Verkehrsarten aufnehmen. Die Köpenicker Altstadt wird während der gesamten Bauzeit erreichbar bleiben.
Neuer Uferweg unter der Langen Brücke in Köpenick geplant
Für Pendler bedeutet das: Einschränkungen sind wahrscheinlich, konkrete Umleitungen stehen aber noch nicht fest. Heute führt der Verkehr Richtung Osten über das historische Bauwerk. Der Verkehr Richtung Westen läuft über die beiden Behelfsbrücken.
Auch Straßenbahn, Radverkehr und Fußverkehr nutzen die Brückenanlage. Künftig soll die neue Lange Brücke aus drei Teilbauwerken bestehen. Geplant sind getrennte Bereiche für Fußgänger und Radfahrer sowie eine eigene Trasse für die Straßenbahn, die auch Busse nutzen können.
Wichtig ist auch die geplante bessere Anbindung am Ufer: Die Promenade des Luisenhains soll durch einen Uferweg verlängert werden. Dieser Weg soll unter der neuen Langen Brücke hindurchführen und barrierefrei an den Gehweg zum Schloss Köpenick anschließen.

Die bestehende Infrastruktur an der Langen Brücke in Köpenick verdeutlicht den baulichen Zustand vor dem geplanten Ersatzneubau. An dieser Stelle soll später auch ein Uferweg unter der Brücke entlangführen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Lange Brücke (Köpenick)
Quellen: Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhauses Berlin, Drucksache 19/25884; Senatsverwaltung Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
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2 Kommentare
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Immer wenn ich dort entlang fahre, empfinde ich die Brücke und die fette Trasse der Müggelheimer Straße/ Oberspreestraße als städtbauliche Unfall des ausgehenden 19.Jh. und der zurückliegenden 30er für die Altstadt.
Letztere wird durch diese Querung derart verhunzt und zerschnitten, dass die dadurch abseitige Position des Schlosses auf seiner Insel als schlimmer Höhepunkt des Ganzen zu erlebenn ist. Vielleicht bringen mal spätere Generationen
den Mut auf, die alte Holzbrücke aus dem 19.Jh. und davor wieder als reine Rad-und Füßgägerbrücke aufzubauen bzw. die Bogenbrücken einer ähnlichen Nutzung zuzuführen und den Kfz-Verkehr völlig neu und woanders entlang zu führen.
Danke für den Kommentar. Völlige Übereinstimmung!