Die sieben landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Berlins planen für 2025 Investitionen in bislang unerreichter Höhe. Trotz steigender Baukosten wollen sie mehr Wohnungen bauen, die Bestände modernisieren und gleichzeitig bezahlbare Mieten sichern. Damit nehmen sie eine Schlüsselrolle in der sozialen Stadtentwicklung ein.

Im Rahmen der Neubautour informierten die sieben landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner, Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler und Mobilitäts- und Umweltsenatorin Ute Bonde über ihr vielfältiges Engagement für die Stadt. / © Foto: BBU / Tina Merkau
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© Foto Titelbild: Sabine Dobre
Im Jahr 2025 wollen die landeseigenen Wohnungsunternehmen so viel investieren wie nie zuvor. Insgesamt 2,6 Milliarden Euro sollen in Neubau, Sanierung, Instandhaltung und Modernisierung fließen, ein Anstieg von rund 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den größten Zuwachs erwarten die Gesellschaften beim Neubau: Dieser Bereich wächst um 470 Millionen auf 1,6 Milliarden Euro.
Bereits 2024 hatten die sieben Unternehmen – Berlinovo, degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, STADT UND LAND sowie WBM – 1,9 Milliarden Euro investiert, davon allein 1,2 Milliarden Euro in den Neubau. Das zeigt, dass sie trotz schwieriger Rahmenbedingungen ihren Kurs halten.
Berliner Wohnungsbau im Großmaßstab: Landeseigene realisieren Neubau in der Größe einer Mittelstadt
Zwischen 2020 und 2024 haben die Unternehmen rund 22.820 neue Wohnungen fertiggestellt, was der Größe einer mittelgroßen Stadt wie Falkensee oder Wittenberg entspricht. Im Jahr 2024 wurden knapp 4.000 Wohnungen neu begonnen und über 3.200 abgeschlossen. Für 2025 sind über 5.600 Grundsteinlegungen sowie mehr als 4.700 Fertigstellungen geplant.
Besonders bemerkenswert ist dabei: Die Neubautätigkeit erfolgt nicht nur für Wohnraum, sondern zunehmend auch für soziale Infrastruktur. Auf der diesjährigen Neubautour der Unternehmen wurde erstmals ein Schulbauprojekt der HOWOGE präsentiert.
Niedrige Leerstände, lange Mietverhältnisse und stabile Preise trotz Baukostenanstieg in Berlin
Trotz Tausender fertiggestellter Wohnungen blieb die Leerstandsquote 2024 mit 2,1 Prozent konstant niedrig. Gleichzeitig erhöhte sich die durchschnittliche Wohndauer in den Wohnungen von rund 25 auf 27 Jahre, wie der BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. mitteilt.
Auch bei den Mieten bleiben die Unternehmen unter Druck sozial orientiert. Die Bestandsmiete lag 2024 bei durchschnittlich 6,76 Euro pro Quadratmeter netto kalt, deutlich unter dem Mietspiegeldurchschnitt. Bei Erst- und Wiedervermietung betrugen die Nettokaltmieten im Schnitt 8,81 Euro pro Quadratmeter, rund 44 Prozent unter dem Berliner Angebotsniveau laut IBB-Wohnungsmarktbericht.
Politische Rückendeckung für die Landeseigenen: Lob für sozialen Wohnungsbau in Berlin
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner betonte auf der Neubautour, die landeseigenen Wohnungsunternehmen seien in schwierigen Zeiten unverzichtbare Partner der Stadt. Sie böten Sicherheit durch bezahlbare Mieten und wirkten der Verknappung von Wohnraum entgegen. Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler lobte den Beitrag zur sozialen Stabilität in den Kiezen.
Auch Ute Bonde, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, hob die ökologische Dimension hervor. Die Unternehmen investierten in klimagerechte Neubauten und energetische Modernisierung und trügen damit aktiv zum Ziel der klimaneutralen Hauptstadt 2045 bei.
Ingo Malter, Geschäftsführer der STADT UND LAND, betonte auf der Neubautour die Bedeutung der Bauaktivität für das soziale Gefüge der Stadt. Auch wenn anderswo Baustellen stillstehen, setzten die Landeseigenen auf Kontinuität und schafften nicht nur Wohnungen, sondern auch Schulen, Kitas und Grünräume. Die Unternehmen seien mehr denn je auf wirtschaftliche Spielräume angewiesen, um flexibel und wirksam handeln zu können.
Quellen: BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V., STADT UND LAND, GESOBAU
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