An der Ecke Potsdamer Straße und Kurfürstenstraße prägen seit Jahren zwei auffällige Gebäude das Stadtbild: der weithin sichtbare Erotikmarkt LSD und der schlichte Woolworth-Flachbau gegenüber. Beide Grundstücke stehen vor einer grundlegenden Veränderung. 

Der frühere Woolworth-Standort an der Ecke Potsdamer Straße und Kurfürstenstraße vor der Schließung des Kaufhauses.

Das ehemalige Woolworth-Grundstück an der Potsdamer Straße 120 soll künftig Teil einer größeren Neubauentwicklung werden. Bislang liegt für das Grundstück jedoch noch kein positiver Bauvorbescheid vor. / © Wikimedia Commons, Babewyn, CC BY-SA 4.0

© Fotos: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 3.0  

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Die Kreuzung Potsdamer Straße und Kurfürstenstraße gehört zu den bekanntesten Adressen der Stadt, und das nicht nur wegen ihrer zentralen Lage. Die Kurfürstenstraße war über Jahrzehnte hinweg ein Zentrum der Straßenprostitution und des Rotlichtmilieus in Westberlin. Diese Geschichte prägt das Viertel bis heute, auch wenn sich das Erscheinungsbild der Straße inzwischen deutlich verändert hat.

Der Erotikmarkt „LSD“ und der ehemalige Woolworth-Standort an der Potsdamer Straße zählen gewissermaßen zu den letzten sichtbaren Relikten dieser Zeit. Die Woolworth-Filiale wurde wie viele andere Standorte bundesweit geschlossen. Der Einzelhandel steht insgesamt unter Druck. Insbesondere in zentralen Lagen entstehen zunehmend Leerstände, für die neue Nutzungskonzepte gefragt sind. Beide Immobilien sollen nun weiterentwickelt werden.

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Planung an der Kurfürstenstraße: Positiver Bauvorbescheid liegt bereits vor

Eine parlamentarische Anfrage der CDU-Abgeordneten Katharina Senge an den Berliner Senat bringt nun Bewegung in die Diskussion um die Zukunft der Grundstücke. Aus der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen geht hervor, dass für das sogenannte „LSD-Grundstück“ mit den Adressen Potsdamer Straße 124 und 126 sowie Kurfürstenstraße 150 und 151 bereits im Februar 2025 ein positiver Bauvorbescheid erteilt wurde. Den Antrag dazu hatte das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg schon im März 2024 erhalten.

Ein Bauvorbescheid stellt jedoch noch keine eigentliche Baugenehmigung dar. Vielmehr handelt es sich um eine planungsrechtliche Einschätzung, wonach einem Vorhaben unter bestimmten Voraussetzungen grundsätzlich nichts entgegensteht. Ein konkreter Bauantrag wurde laut Bezirksamt bislang noch nicht eingereicht. Zudem befindet sich das Grundstück derzeit im Verkauf, was den bislang langsamen Fortschritt erklären dürfte.

Das Gebäude des ehemaligen Erotikmarkts LSD an der Potsdamer Straße nahe dem U-Bahnhof Kurfürstenstraße.

Für das sogenannte LSD-Grundstück an der Potsdamer Straße 124 wurde bereits ein positiver Bauvorbescheid erteilt. Geplant ist vor allem Wohnungsbau mit ergänzenden gewerblichen Nutzungen. / © Foto: Wikimedia Commons, Bjoertvedt, CC BY-SA 4.0

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Entwicklung an der Potsdamer Straße: Bezirke stimmen gemeinsames Vorhaben ab

Das ehemalige „Woolworth-Grundstück“ an der Potsdamer Straße 120 liegt dagegen im Bezirk Mitte und befindet sich planungsrechtlich noch in einem früheren Stadium. Weder eine Baugenehmigung noch ein positiver Bauvorbescheid liegen dort bislang vor. Gleichzeitig teilte das Bezirksamt Mitte mit, dass derzeit bezirksübergreifende Gespräche mit einem Vorhabenträger stattfinden, der beide Grundstücke gemeinsam entwickeln möchte. Grundsätzliche Hindernisse seien dabei bislang nicht erkennbar geworden.

Geplant ist nach Angaben der Bezirke vor allem Wohnungsbau mit ergänzenden gewerblichen Nutzungen. Damit könnte sich an der prominenten Kreuzung ein Muster fortsetzen, das derzeit an vielen Berliner Standorten zu beobachten ist. Ehemalige Einzelhandelsflächen weichen zunehmend gemischten Nutzungen, bei denen Wohnungen im Mittelpunkt stehen. Wann konkrete Bauanträge gestellt oder Bauarbeiten beginnen könnten, bleibt jedoch weiterhin offen. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg erklärte dazu, dass der weitere Zeitplan maßgeblich vom zukünftigen Bauherrn abhänge.

Woolworth, Potsdamer Str. 120
LSD Erotikmarkt, Kurfürstenstraße 151

Quellen: Schriftliche Anfrage Nr. 19/25992, Abgeordnetenhaus Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

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