Noch bevor auf dem Gelände am Neuen Ufer die ersten Bauarbeiten beginnen, soll das künftige Stadtquartier Moaville für die Öffentlichkeit erlebbar werden. Mit einer kulturellen Zwischennutzung öffnet die BAUWERT AG das ehemalige Industrieareal für Veranstaltungen aus den Bereichen Kunst, Mode und Kultur.

Anfang Juli wird das Areal mit der Neo.Fashion. im Rahmen der Berlin Fashion Week zur Bühne für den Modenachwuchs. / © RobertSchlesinger_LaurinSchuler
© Titelbild: BAUWERT AG / Grüntuch Ernst Architekten
Während das Bebauungsplanverfahren für das neue Stadtquartier „Moaville“ in Berlin-Moabit weiterläuft, wird das Entwicklungsareal bereits mit Leben gefüllt. Unter dem Titel „Moaville jetzt“ startet die BAUWERT AG ein Programm zur kulturellen Zwischennutzung und öffnet Teile des bislang nicht öffentlich zugänglichen Geländes am Neuen Ufer für Ausstellungen, Veranstaltungen und Begegnungen.
Damit soll der Standort schon vor dem eigentlichen Baubeginn als öffentlicher Ort wahrgenommen werden. Bestehende Industrie- und Gewerbebauten dienen in den kommenden Monaten als temporäre Veranstaltungsorte. Geplant sind Formate aus den Bereichen Kunst, Kultur, Dialog und Mode, die den Wandel des Areals begleiten sollen.
Kunstfestival und Fashion Week als erste Stationen
Den Auftakt machte bereits Anfang Mai das MoWe Kunstfestival mit Ausstellungen und Performances zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler. Anfang Juli folgt mit der zehnten Ausgabe der Neo.Fashion. im Rahmen der Berlin Fashion Week ein weiterer Programmpunkt. Die Veranstaltung findet vom 2. bis 4. Juli im ehemaligen Gebäude der Alliance Healthcare Deutschland AG am Neuen Ufer statt.
Für den 30. August ist außerdem ein Poetry Slam der Kiezpoeten vorgesehen, der in einer ehemaligen Produktionshalle für Elektromotoren veranstaltet werden soll. Im Herbst plant BAUWERT zudem die Beteiligung an einem Berliner Lichtkunstformat. Weitere Veranstaltungen sollen im Laufe des Jahres folgen.
Mit der Zwischennutzung verfolgt das Unternehmen das Ziel, das Areal bereits vor seiner baulichen Entwicklung in den Stadtteil einzubinden. Nach Angaben von BAUWERT sollen dadurch frühzeitig Begegnungsorte entstehen und ein Bezug zwischen dem künftigen Quartier, der Nachbarschaft und der Stadtgesellschaft aufgebaut werden.

Blick in das geplante Stadtquartier „Moaville“ in Moabit mit Gewerbeflächen, Nahversorgung, Fußwegen und begrünten Stadträumen am Neuen Ufer. / © Visualisierung BAUWERT AG / Grüntuch Ernst Architekten
Stadtquartier mit Wohnungen, Gewerbe und historischen Bestandsgebäuden
Erst in der vergangenen Woche hatte BAUWERT den neuen Namen „Moaville“ für das bislang unter dem Projekttitel „Neues Ufer“ bekannte Vorhaben vorgestellt. Auf dem rund 80.000 Quadratmeter großen Entwicklungsareal zwischen Huttenstraße, Wiebestraße, Klarenbachstraße und dem Charlottenburger Verbindungskanal soll in den kommenden Jahren ein gemischt genutztes Quartier entstehen.
Geplant sind rund 500 Wohnungen, von denen 30 Prozent mietpreisgebunden errichtet werden sollen. Hinzu kommen etwa 35.000 Quadratmeter Gewerbeflächen für Büros, Handwerk und kreative Nutzungen sowie eine Kindertagesstätte, Gastronomie, Nahversorgung und öffentlich zugängliche Grün- und Freiflächen. Insgesamt könnten auf dem Gelände bis zu 1.500 Arbeitsplätze entstehen.
Die städtebauliche Grundlage bildet der Siegerentwurf des Berliner Büros Grüntuch Ernst Architekten. Vorgesehen sind eine zurückgesetzte Blockrandbebauung, zwei Wohnhochhäuser und ein Gewerbegebäude. Gleichzeitig sollen mehrere historische Bestandsgebäude erhalten und in das neue Quartier integriert werden.
„Moaville“ in Berlin-Moabit: Baustart frühestens 2028
Das Bebauungsplanverfahren für das Projekt befindet sich weiterhin in Bearbeitung. Nach Angaben des Projektentwicklers wird mit einem Inkrafttreten des Bebauungsplans im Jahr 2027 gerechnet. Der eigentliche Baubeginn ist derzeit für 2028 vorgesehen, die Fertigstellung des Quartiers wird für ca. 2031 angestrebt.
Bis dahin soll „Moaville jetzt“ das Areal schrittweise für die Öffentlichkeit öffnen und den Standort bereits vor seiner baulichen Transformation als Kultur- und Begegnungsort etablieren.
Quartier „Moaville“
Quellen: BAUWERT AG, Grüntuch Ernst Architekten
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