Drei neue Kunstwerke sollen künftig den Berliner Dienstsitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben prägen. Ein Wettbewerb hat nun entschieden, welche Entwürfe an welchen Orten realisiert werden. Die Ergebnisse sind ab dem 6. Januar öffentlich zu sehen.

Kunst am Bau "Drei Geräte"

Der Entwurf „DREI GERÄTE“ von Candy Lenk zeigt skulpturale Rauminterventionen, die wie technische Installationen wirken und sich präzise in die Architektur des Foyers einschreiben. / © Foto: Candy Lenk, Berlin

© Foto Titelbild: Neda Aydin, Berlin

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Am Berliner Standort der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) entstehen drei neue Kunstwerke. Ein unabhängiges Preisgericht hat Ende November 2025 die jeweiligen Siegerentwürfe eines Kunst-am-Bau-Wettbewerbs bestimmt. Das Verfahren wurde vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) im Auftrag der BImA durchgeführt.

Hintergrund ist die umfassende Instandsetzung des denkmalgeschützten Gebäudeensembles in Berlin-Charlottenburg. Der historisch gewachsene Komplex soll zu einem zukunftsfähigen Behördenstandort für rund 700 Beschäftigte weiterentwickelt werden. Kunst am Bau ist dabei fester Bestandteil des Bauvorhabens.

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Kunst-am-Bau-Wettbewerb in Charlottenburg: Zwei Standorte, vier Preisträger

Der Wettbewerb umfasste drei von insgesamt vier vorgesehenen Kunststandorten. Ausgezeichnet wurden jeweils ein erster und ein zweiter Preis. Für das Foyer an der Jebensstraße setzte sich Candy Lenk mit dem Entwurf „DREI GERÄTE“ durch. Das Kunststück besteht aus skulpturalen Rauminterventionen, die an technische Installationen erinnern. Die keramischen Objekte greifen architektonische Elemente auf, überformen den Raum und spielen bewusst mit der Grenze zwischen funktionaler Technik und künstlerischer Setzung. Der zweite Preis ging an Tim Trantenroth.

Den Eingang und Treppenraum im Bauteil B gestaltet künftig Stefan Sous. Sein Entwurf „UNDER CONSTRUCTION“ erhielt den ersten Preis und besteht aus einer über fünf Geschosse reichenden, hängenden Konstruktion aus in Aluminium gegossenen Bambusrohren. Die Arbeit durchzieht den Treppenraum vertikal und thematisiert den Zustand des Bauens als offenen, prozesshaften Zustand. Für den zweiten Preis wurde Susanne Rottenbacher ausgezeichnet.

Kunststandort Cranzbau in Charlottenburg: Erster Preis für Neda Aydin

Am dritten Standort, dem Foyer des historischen Cranzbaus, überzeugte Neda Aydin das Preisgericht mit ihrem Entwurf „Einschluss“. Vorgesehen ist eine in die Foyerwand integrierte Glasplastik, die sich mit dem Thema Ballistik auseinandersetzt und sich mit der Spur von Kräften auseinandersetzt, die auf Material und Raum einwirken. Der zweite Preis ging an Lasse Müller.

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Nach Einschätzung der Jury zeichnen sich die prämierten Arbeiten durch konzeptionelle Klarheit, handwerkliche Qualität und eine starke räumliche Präsenz aus. Die Kunstwerke sollen nicht dekorativ wirken, sondern sich bewusst mit Architektur, Nutzung und Geschichte des Ortes auseinandersetzen.

Wettbewerbsverfahren im Überblick: 24 Teilnehmende und ein weiterer Wettbewerb geplant

Der Kunst-am-Bau-Wettbewerb wurde als einphasiger, anonymer Einladungswettbewerb durchgeführt. Ein Auswahlgremium hatte für jeden Standort acht Künstlerinnen und Künstler eingeladen, insgesamt nahmen 24 Personen teil. Den Vorsitz des Preisgerichts führte Susanne Titz, Leiterin des Städtischen Museums Abteiberg in Mönchengladbach.

Für den vierten Kunststandort, ein geplantes Bistro-Café im Bauteil A, ist ein separates offenes Wettbewerbsverfahren vorgesehen. Dieses soll sich gezielt an Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen richten.

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Ausstellung im Ernst-Reuter-Haus: Alle Wettbewerbsbeiträge ab Januar 2026 zu sehen

Alle Wettbewerbsbeiträge werden vom 6. bis 19. Januar 2026 im Ernst-Reuter-Haus gezeigt, dem Berliner Dienstsitz des BBR. Die Ausstellung ist werktags zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Mit der Präsentation macht das BBR den Auswahlprozess transparent und ermöglicht zugleich einen Einblick in die Rolle von Kunst am Bau im Spannungsfeld zwischen Denkmalpflege, Architektur und zeitgenössischer Kunst.

Kunst am Bau "Under Construction"

Der Entwurf „UNDER CONSTRUCTION“ von Stefan Sous zeigt eine über fünf Geschosse reichende, frei hängende Konstruktion aus in Aluminium gegossenen Bambusrohren, die den Treppenraum vertikal durchzieht und dessen Höhe und Offenheit betont. / © Foto: Candy Lenk, Berlin

Ernst-Reuter-Haus

Quellen: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), BundesImmobilien

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