Nach längerer Zeit des Leerstands öffnet das denkmalgeschützte Gebäude an der Friedrichstraße 210 wieder seine Türen. Mit der Eröffnung der „Notagallery Art Embassy“ zieht zeitgenössische Kunst an den Checkpoint Charlie und bietet einen Vorgeschmack auf die zukünftige Entwicklung des Standorts.

Der Projektentwickler ehret+klein stellt für die Zwischennutzung über 2.000 Quadratmeter in der Friedrichstraße 210 (links) bereit und ermöglicht damit der „Notagallery“ den Umzug vom Potsdamer Platz an den geschichtsträchtigen Checkpoint Charlie. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Am 12. September 2025 kehrt neues Leben in die Friedrichstraße 210 zurück. Was zuvor nur als vage angekündigte „künstlerische Zwischennutzung“ galt, hat nun konkrete Gestalt angenommen: Die „Notagallery“ zieht in das denkmalgeschützte Gebäude ein und öffnet unter dem Titel „Art Embassy“ Keller, Erdgeschoss und erstes Obergeschoss für Ausstellungen. Bis Januar 2026 soll der Ort in der Nähe des Checkpoint Charlie zu einer temporären Adresse für zeitgenössische Kunst werden.
Die Galerie will dabei Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus unterschiedlichen Nationen und Disziplinen zeigen. Neben Gemälden und Skulpturen werden auch Textilarbeiten zu sehen sein. Ziel sei es, einen Ort des Austauschs zu schaffen und die Grenzen zwischen Kunst und Publikum zu öffnen, so Galerist und Gründer Ivan Gette.
Zwischennutzung am Checkpoint Charlie: So geht es mit der Friedrichsstraße 210 weiter
Die Zwischennutzung ist Teil eines Konzepts des Starnberger Projektentwicklers ehret+klein, der das Gebäude 2024 übernommen hat. Mehr als 2.000 Quadratmeter stellt das Unternehmen bis Januar 2026 für die kulturelle Nutzung bereit. Projektleiter Simon Barth betonte, dass Zwischennutzungen nicht nur als Übergangslösung gedacht seien, sondern integraler Bestandteil vieler Projekte des Unternehmens seien.
Langfristig sind für das Haus Sanierungs- und Revitalisierungsmaßnahmen geplant. Denkbar sind unter anderem Hotelnutzungen oder hochwertige Gastronomie. Aufgrund des Denkmalschutzes gilt es, die historische Fassade zu erhalten und gleichzeitig moderne Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen.
Kreuzung Friedrich- und Kochstraße: Historische Nachbarschaft im Wandel
Das Gebäude Friedrichstraße 210 ist Teil eines Ensembles an der Kreuzung Friedrich- und Kochstraße. Direkt gegenüber steht das ebenfalls denkmalgeschützte Haus Friedrichstraße 209, für das eine umfassende Sanierung und eine künftige Hotelnutzung vorgesehen sind. Beide Bauten sind Zeugen der Baukultur des frühen 20. Jahrhunderts, die in diesem Teil Kreuzbergs noch punktuell erhalten geblieben ist.
In den vergangenen Jahren präsentierte sich das Umfeld teils vernachlässigt, obwohl der Tourismus rund um den Checkpoint Charlie ungebrochen ist. Die nun gestartete kulturelle Belebung könnte den Beginn einer umfassenderen Aufwertung markieren.
Vom Potsdamer Platz zum Checkpoint Charlie: „Notagallery Art Embassy“ bleibt bis Januar 2026
Die Eröffnung der „Notagallery Art Embassy“ will ein Zeichen für die künftige Entwicklung der Friedrichstraße 210 setzen. Besucherinnen und Besucher sollen dabei nicht nur Einblick in zeitgenössische Kunst erhalten, sondern auch in die Möglichkeiten, die der historische Bau in den kommenden Jahren bieten könnte.
Ob die künstlerische Zwischennutzung langfristige Impulse für das Quartier geben kann, wird sich zeigen. Klar ist jedoch, dass das Haus nach einer Phase des Stillstands wieder in das Stadtleben zurückkehrt und damit einen Beitrag zur Belebung des Areals leistet.
Quellen: Ehret+Klein AG, NOTAGALLERY, Petersen Architekten, Malteser Stiftung, Architektur Urbanistik Berlin, Deutsches Architektur Forum, Berliner Verwaltung GmbH
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