Der Berliner Senat hat den Masterplan für das Kulturforum grundlegend fortgeschrieben. Ziel ist es, den zentralen Kulturstandort zwischen Potsdamer Platz und Tiergarten neu zu ordnen, stärker zu begrünen und als zusammenhängenden Stadtraum erlebbar zu machen. Der neue Plan reagiert auf veränderte Rahmenbedingungen, nicht zuletzt auf den Neubau des Museums „Berlin Modern“.

Der Rohbau von „Berlin Modern“ zeigt bereits die markante, schlichte Form des künftigen Museums mit großem Satteldach. Die reduzierte Architektur von Herzog & de Meuron fügt sich in das Ensemble am Kulturforum ein. / © Foto: Alexander Ludwig Obst & Marion Schmieding / Bundesbau Baden-Württemberg / SPK
© Foto Titelbild: Alexander Ludwig Obst & Marion Schmieding / Bundesbau Baden-Württemberg / SPK
Der Berliner Senat hat die Fortschreibung des Masterplans für das Kulturforum zur Kenntnis genommen. Damit ersetzt der neue Entwurf den bislang gültigen Plan aus dem Jahr 2006 und erweitert zugleich den räumlichen Betrachtungsrahmen. Hintergrund sind stark veränderte Voraussetzungen, etwa der inzwischen realisierte Museumsneubau „Berlin Modern“, der im alten Masterplan noch keine Rolle spielte.
Anstoß für die Überarbeitung gab der Gestaltungsbeirat Öffentliche Räume bereits Anfang 2024. Er empfahl, die bisherigen Setzungen zu überprüfen und zusätzliche Potenziale für Entsiegelung und Begrünung zu untersuchen. Ziel ist es, den weitläufigen, bislang oft als fragmentiert wahrgenommenen Stadtraum neu zu strukturieren und gestalterisch zusammenzuführen.
Kulturforum Berlin: Scharounplatz, Piazzetta und Matthäikirchplatz sollen neue gemeinsame Mitte bilden
Im Zentrum der Fortschreibung steht der Anspruch, das Kulturforum als einheitlichen Ort zu begreifen, an dem Kunst, Musik, Wissenschaft, Religion und Architektur zusammenwirken. Die kulturelle Strahlkraft der Institutionen soll gestärkt werden, zugleich soll der öffentliche Raum klarer gefasst und besser nutzbar werden. Der Masterplan versteht sich dabei als Grundlage für eine langfristige, identitätsstiftende Entwicklung.
Besonders hervorgehoben wird die Idee, die drei bislang eher getrennt wahrgenommenen Räume Scharounplatz, Johanna-und-Eduard-Arnhold-Platz (Piazzetta) und Matthäikirchplatz künftig als neue Mitte des Kulturforums zusammenzuführen. Sie sollen gemeinsam von Stadtgesellschaft und Kultureinrichtungen genutzt werden und eine stärkere Aufenthaltsqualität erhalten.
Mehr Grün und bessere Verbindungen: Neue Freiräume und Wege am Kulturforum geplant
Konkret sieht der Masterplan zahlreiche freiraumplanerische Maßnahmen vor. Am Scharounplatz ist eine Aufwertung durch zusätzliche Begrünung geplant. Auch die Piazzetta soll baulich neu gefasst und stärker begrünt werden, während der Matthäikirchplatz unter Einbeziehung seiner historischen Bedeutung und der blau-grünen Infrastruktur umgestaltet werden soll.
Zudem soll das Areal besser vernetzt werden. Die Sigismundstraße wird zwischen Potsdamer Straße und Matthäikirchplatz verkehrsberuhigt und platzartig umgestaltet. Entlang der Potsdamer Straße sind verbesserte Querungen vorgesehen, ergänzt durch neue Durchwegungen etwa zwischen Staatsbibliothek, Marlene-Dietrich-Platz und Kulturforum.
Rund um „Berlin Modern“: Freiflächen, Parkplätze und Grünräume neu gedacht
Ein zentraler Baustein ist der Umgang mit dem Neubau „Berlin Modern“. Die angrenzenden Freiflächen sollen harmonisiert werden, um das Museum besser in den Stadtraum einzubinden. Geplant ist außerdem der Rückbau von Parkplatzflächen am Staatlichen Institut für Musikforschung und an der Philharmonie zugunsten temporärer Begrünung.
Auch Bereiche am Landwehrkanal und am Tiergarten werden einbezogen. Dort sollen Grünflächen aufgewertet, Wegeverbindungen gestärkt und perspektivisch auch gastronomische Nutzungen ermöglicht werden, um das Kulturforum stärker mit seiner Umgebung zu verzahnen.
Masterplan Kulturforum: Grundlage für Beteiligung und langfristige Entwicklung
Die Fortschreibung des Masterplans ist als Arbeitsgrundlage angelegt. Sie bildet den Rahmen für weitere Beteiligungsprozesse mit Institutionen, Bezirken und Fachverwaltungen. Akteure aus Kultur, Stadtentwicklung, Verkehr und Denkmalpflege waren bereits eingebunden.
Ziel ist es, die Leitlinien der vergangenen zwei Jahrzehnte an aktuelle Herausforderungen anzupassen. Damit rückt eine schrittweise Entwicklung des Kulturforums näher, als offener Stadtraum, der kulturelle Spitzenangebote mit alltäglicher Nutzung verbindet.
Quellen: Senatskanzlei, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, rbb24, Berliner Morgenpost, Herzog & de Meuron
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