Das Kreativ Quartier in Potsdam eröffnet am 4. September 2026. Sieben Gebäude bieten rund 25.000 Quadratmeter für Kultur, Arbeit und Bildung.

Mit Blockrandbebauung und Rasterstruktur will das „Kreativ Quartier“ in Potsdam einen inklusiven und lebendigen Ort schaffen, an dem Arbeiten, Wohnen und Kultur eng miteinander verbunden sind. / © Visualisierungen: Tomi Maslovarić und Quatre Caps
© Titelbild: Tomi Maslovarić und Quatre Caps
Wo früher die Potsdamer Hauptfeuerwache stand, ziehen heute Ateliers, Studios, Büros und Veranstaltungsräume neues Leben in die Innenstadt. Am 4. September 2026 wird das Kreativ Quartier offiziell eröffnet. Damit geht ein Projekt in den regulären Betrieb, das Kultur und Kreativwirtschaft dauerhaft an einem zentralen Standort in Potsdam halten soll.
- Ort: Potsdam Innenstadt
- Adresse: Neue Plantage / Werner-Seelenbinder-Straße 4, 14467 Potsdam
- Projektstatus: Fertiggestellt
- Gebäude: Sieben
Auf rund 25.000 Quadratmetern verteilen sich Arbeits-, Atelier- und Veranstaltungsflächen auf sieben Gebäude. Rund 16.000 Quadratmeter sind nach den jüngsten Angaben der Stadt exklusiv für die Kultur- und Kreativwirtschaft vorgesehen. Davon stehen rund 8.000 Quadratmeter zusätzlich unter einer Mietpreisbindung. Ergänzend kommen Räume für Unternehmen, Bildungsangebote und öffentliche Nutzungen hinzu.
Kreativ Quartier Potsdam: Vom Provisorium zum dauerhaften Standort
Das Quartier soll sich dabei nicht nach außen abschotten. Höfe und Passagen verbinden die einzelnen Häuser und öffnen das Gelände zur Umgebung. Schon das ursprüngliche „Village“-Konzept von MVRDV sah eine dreiseitige Blockrandbebauung und freistehende Häuser im Inneren vor. Im anschließenden Architekturverfahren setzte sich &MICA durch. Die Planung greift sowohl die historische Stadtstruktur als auch die Idee eines kleinteiligen Quartiers im Blockinneren auf.
Die Vorgeschichte reicht bis 2014 zurück. Nachdem das benachbarte Rechenzentrum zunächst für einen Abriss vorgesehen war, öffnete es vorübergehend für Kulturschaffende. Aus der anfangs auf zwei Jahre angelegten Zwischennutzung entwickelte sich die Debatte darüber, wie kreative Nutzungen dauerhaft in der Potsdamer Innenstadt bleiben können. 2017 erarbeiteten Kreativwirtschaft, Stadt, Politik und Sanierungsträger gemeinsam ein Zielszenario für das Gelände der früheren Feuerwache.
Langer Stall ist bereits seit dem Frühjahr 2026 in Betrieb
2019 folgte die Konzeptvergabe. Den Zuschlag erhielt Glockenweiß mit dem „Village“-Konzept. 2022 wurde der Grundstein gelegt, 2023 folgte das erste Richtfest. Im Januar 2025 erreichte schließlich auch das Townhouse an der Werner-Seelenbinder-Straße den Rohbau. Das Gebäude schließt dort die Straßenkante und schafft zugleich einen Zugang in den Innenbereich. Im Erdgeschoss sind Läden vorgesehen, darüber Büros und Wohnapartments.
Ein wichtiger Teil des Kreativ Quartiers arbeitet bereits seit Monaten. Der Lange Stall eröffnete im März 2026. Die Genossenschaft Langer Stall mietet dort rund 5.000 Quadratmeter preisvergünstigt und betreibt die Räume selbst. Zum Angebot gehören 95 kleinere Arbeitsräume ab 15 Quadratmetern sowie Gemeinschaftsflächen, Coworking-Bereiche, Meetingräume und Foto- und Podcaststudios.
Eröffnung am 4. September: Quartier erstmals vollständig zugänglich
Mit dem Grand Opening des kompletten Quartiers am 4. September folgt nun der offizielle Abschluss des Projekts. Von 11 bis 21 Uhr öffnet sich erstmals das gesamte Kreativ Quartier mit allen sieben Gebäuden und dem zentralen Quartiersplatz für die Öffentlichkeit. Geplant sind offene Studios, Ausstellungen, Workshops, Gespräche, Tanz und Musik. Auch ein Designmarkt gehört zum Programm. Der Eintritt ist frei.
Kreativ Quartier Potsdam
Quellen: Landeshauptstadt Potsdam, Kreativ Quartier Potsdam, Glockenweiß
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Städtebaulich echt anziehend und einnehmend, archtektonisch aber wieder zur Hälfte ein Griff ins Klo.