Am Kurfürstendamm wird derzeit eines der bekanntesten Berliner Wahrzeichen umgebaut. Das Kranzler Eck soll bis Ende 2026 saniert werden, gleichzeitig bleibt der Standort mit Veranstaltungen wie einem Open Air Kino weiterhin belebt. Erste bauliche Veränderungen sind bereits jetzt sichtbar.

Die traditionsreiche Rotunde des ehemaligen Café Kranzler soll künftig wieder gastronomisch genutzt werden./ © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Das Kranzler Eck soll in den kommenden Jahren umfassend weiterentwickelt werden. Im Zentrum der Pläne steht die traditionsreiche Rotunde des ehemaligen Café Kranzler, die seit längerer Zeit leer steht und künftig wieder gastronomisch genutzt werden soll.
Vorgesehen sind zudem ein begrünter Dachgarten sowie ein neu gestalteter Innenhof mit Aufenthaltsflächen. Damit soll der Standort nicht nur baulich erneuert, sondern auch als öffentlicher Treffpunkt gestärkt werden.
Umbau des Kranzler Ecks: So sieht es aktuell vor Ort aus

Im Innenhof entsteht ein neuer gestalteter Aufenthaltsbereich, Bäume sollen künftig Schatten spenden und zum Verweilen auf Bänken einladen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Das Gebäude ist inzwischen komplett eingerüstet, die Bauarbeiten sind an mehreren Stellen sichtbar. Besonders im Innenhof zeichnen sich bereits erste Veränderungen ab, denn dort sollen künftig Bäume Schatten spenden und Sitzflächen zum Verweilen einladen.
Auch auf den Dachflächen laufen offenbar Arbeiten. Dort ist eine Begrünung geplant, die sich als zusätzliche Aufenthaltsebene in das Gesamtkonzept einfügen soll.
Zwischennutzung der Passage: Sommerkino sichert Präsenz während der Umbauphase

Der Gehweg an der Joachimsthaler Straße sowie die Passage bleiben während der Bauphase teilweise begehbar, während im Hintergrund die Umbauarbeiten laufen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Vom 28. August bis zum 6. September 2026 verwandelt sich das Kranzler Eck erneut in einen Open Air Kinosaal. Nach Angaben aus dem Management zählen die Kinoabende zu den zentralen Formaten der Zwischennutzung am Ku’damm.
Ergänzend sorgen weitere Veranstaltungen für Publikum vor Ort, zuletzt etwa ein Mitmach Basketball Event. Gastronomieangebote und Liegestühle machen das Areal auch während der Bauphase zugänglich und tragen dazu bei, den Standort lebendig zu halten.
Quellen: Kranzler Eck
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7 Kommentare
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Ich freue mich, dass das Kranzler-Eck (das wievielte Mal eigentlich?) saniert wird, freue mich auch darüber, dass die Voliere weggekommen ist (obwohl ich die eigentlich spannend fand; mir taten allerdings Vögel, vor allem im Winter, leid). Und die Voliere machte den Innenhof weitestgehend unbenutzbar. Ob die gastronomische Nutzung des Kranzler-Ecks jemals wieder gelingt? Bezweifele ich! Die klassische „Wilmersdorfer Witwe“, die das alte Café Kranzler zur „Tortenschlacht“ besiedelte, ist zum guten Teil ausgestorben, Reste, soweit sie noch mobil sind, haben sich mit dem Schließen des alten Café Kranzlers anderweit orientiert. Man wird sehen, ob endlich der Innenhof gefüllt werden kann, was allerdings voraussetzte, dass man die uringeschwängerte Luft in den Griff bekommt, die vom S-Bahn-Bogen der Kantstraße und der Rückseite des alten Bilka-Gebäudes in den Innenhof zieht!
Die Errichtung des monströsen GlasQuerriegels von Helmut Jahn war der Anfang vom Ende des KranzlerEcks. Man darf die in jeder Hinsicht nachteilige Auswirkung von Architektur, die großmaßstäblich, dominant, fremdartig und monströs in eine schöne, gewachsene, kleinteilige und vielfältige historische Stadtstruktur (!) hineinknallt wie ein Meteorit, nicht unterschätzen. Das Konzept des Cafehauses existiert und überzeugt das Publikum in vielen großartigen Städten Europas bis heute. Allerdings nur, wenn das städtebauliche und architektonische Umfeld stimmt. In Berlin – am KranzlerEck – da hat man dieses ansprechende architektonische und städtebauliche Umfeld erfolgreich zerstört (auch mit dem mönströsen Bau genau schräg gegenüber, welches von geradezu beeindruckender Häßlichkeit ist).
Ohne eine entsprechende Korrektur in dieser Hinsicht bleibt die Kreuzung Kudammm/Joachimsthaler zu unattraktiv für eine gastronomische oder gar außengastronomische Wiederbelebung in wünschenswertem (historischem) Maß.
Übrigens ist das JahnGebäude auch deshalb von unterirdischem Niveau, weil es einen unattraktiven Hinterhof bzw eine unattraktive Passage mit Hinterhofcharakter kreiert hat, die nicht „schön“ zu kriegen ist. Die von Ihnen kritisierte „uringeschwängerte Luft“ ist da nicht Ursache, sondern nur Beleg für die Mangelhaftigkeit der Architektur- und Raumgestaltung
Extra für Sie: Hätte man Stimmanns Konzept der behutsamen Stadterneuerung auch hier am Kudamm mal bedacht (Berücksichtigung der örtlichen, traditionellen Architektursprache und der ortsüblichen kleinteiligen Maßstäblichkeit), man hätte sich das heutige städtebauliche und architektonische Elend am Kudamm Ecke Joachimsthaler erspart. Und man müsste auch nicht immer und immer wieder verzweifelt an einer Lösung der Misere arbeiten!
Die ausgestorbenen Wilmersdorfer Witwen haben damit eher wenig bis gar nichts zu tun!
..welcher von geradezu..
Naja, Sie haben Recht und Unrecht zugleich. Der Jahn-Bau ist alles andere als gelungen, das will ich Ihnen zugestehen. Aber vorher war da auch nichts „Gelungenes“!
Ihr persönliches Problem zieht sich leider durch alle Ihre Beiträge. Sie hängen Architekturzeiten an, die einfach vorbei sind. Sie versuchen laufend, die Antworten für die Zukunft in der Vergangenheit zu suchen. Sie suchen in Ihrer Angst vor der Zukunft ständig nach der „guten alten Zeit“, die es einfach nicht gibt.
Aber zurück zum Kranzler-Eck! Dessen Niedergang hat nun mit dem größenwahnsinnigen Jahn-Bau überhaupt nichts zu tun. Er hat etwas damit zu tun, dass das Kranzler-Eck aus Sicht der diversen Investoren nicht genug Rendite abwarf. Und man meinte, mit anderen Konzepten mehr Rendite rauspressen zu können … und hat damit die Wilmersdorfer Witwe, die im Kranzler-Eck ihre Schwarzwälder-Kirsch-Torte mit mit Melitta-Filter aufgegossenem Kaffee genoss, vertrieben. Man meinte, stattdessen in diese „heiligen Hallen“ statt der Wilmersdorfer Witwen mehr Touristen und mehr Jeunesse hereinholen zu können. Leider schiefgegangen. Die Wilmersdorfer Witwen, so sie nicht inzwischen verschieden sind, haben sich anderweitig orientiert.
Ist alles so ein wenig wie mit dem Mommsen-Eck! War sauerfolgreich. Häuschen wurde von einem Milliardär gekauft, der meinte, man könnte mehr rausholen. Vertrag nicht verlängert, dann ewig Leerstand, dann Einstein-Café. Ich hatte gleich gesagt, dass das nicht klappt … und schon bestätigt. Schwuppdiwupp pleite! Auch was jetzt geplant ist, wird schief gehen. Der amerikanische Milliardär kapiert es einfach nicht. Und wenn er wieder ein Vertrag mit dem Mommsen-Eck schlösse, würde das auch nichts bringen, denn das Stammpublikum ist auf ewig weg!
Und hören Sie auf mit Stimmann. Stimmann ist ein absoluter Scharlatan gewesen. Wenn denn seine Leistung die Blockrandbebauung war … bitte,, zu mehr war er nicht in der Lage. Nicht umsonst hatte seine Nachfolgerin seine Arbeiten in Grund und Boden kritisiert, ohne es leider anschließend sehr viel besser gemacht zu haben, nicht umsonst ist er von internationalen Architekten in Grund und Boden kritisiert worden.
Ich komme aus Bad Schwartau, gleich neben Lübeck. Stimmann hat sich in Lübeck einen Ruf geschaffen … alles andere als gut!
Hören Sie einfach auf, Zeiten nachzuweinen, die es so nie wieder geben wird!
An Böhme:
Niemand weint irgendwelchen alten Zeiten hinterher, auch ich nicht. Ich habe in einem früheren Artikel zum KranzlerEck (erschienen am 11.12.2025) ausführlich dargelegt, wie vorteilhaft es für Berlin wäre – aus meiner Sicht- wenn es sich an seiner ureigenen Identität und Tradition orientieren würde, anstatt genau diese beiden Aspekte in der Architektur, im Städtebau, in der Park- und Platzgestaltung so vehement zu verleugnen .
Das hieße, sich an dem zu orientieren, was in Berlin überzeugt und funktionert und auf der Habenseite der Stadt steht: die riesigen Gründerzeitviertel (und die Gartenstädte und die modernen Siedlungen der hpts. 20er Jahre).
Stattdessen wird unsinnig rumgewurschtelt mit InvestorenProjekten, die gar nicht zu Berlin passen und wo eigentlich von Anfang an klar gewesen ist, daß mit viel Geld und Aufwand Chancen der Stadtreparatur [!!!] vertan werden und grandiose Mißerfolge kreiert werden -sowohl geschäftlich als auch architektonisch und städtebaulich.
Das haben Sie ja selbst zum Teil recht schön und zutreffend analysiert und beschrieben. Ihre Analysen teile ich im Großen und im Ganzen. Was mir bei Ihnen fehlt ist der Blick nach vorne, der Lösungs- und Zukunftsentwurf, den Berlin braucht angesichts all dieser mehr oder weniger gescheiterten Nachwendeprojekte (Bebauung westl. Unter den Linden, PotsdamerPlatz/SonyCenter, Viertel an der UberArena/MediaSpree, EuropaCity und Spreebogen, Humboldtforum und Bauakademie, Checkpoint Charlie, Friedrichstadtpassagen, Gendarmenmarkt,Tachelesquartier, usw usw usw usw).
Orientierung aus der Misere gibt da meiner Ansicht nach -wie im eigenen Leben auch- die Besinnung auf die eigenen Wurzeln. Berlin macht städtebaulich [und identitätspolitisch: siehe Humboldtforum, Lutherdenkmal, etc] genau das Gegenteil: es kappt seine Wurzeln, weil es von seiner Geschichte, Herkunft und Identität nichts wissen möchte (bzw diese Aspekte nur auf die Nazizeit verengt). Deshalb ist auch der Sprung in die Moderne nirgendwo in Berlin überzeugend: wer seine Identität verleugnet, der kommt nun mal nicht weit. Das ist das Kernproblem – meiner bescheidenen Ansicht nach.
Würde Berlin sich auf seine reiche städtebauliche Historie und Tradition und Identität besinnen und darauf aufbauen, all diesen Mist und Murks (siehe obige Auflistung) .. es hätte ihn nicht gegeben. Und weiterer Mist und Murks bliebe uns erspart.
Jedoch – eine Besinnung auf die eigenen Wurzeln, auf die eigene Identität findet nicht statt. So kann es auch keine überzeugende Entwicklung – Weiterentwicklung – geben.
Das ist im Kern mein Standpunkt. Sie können mich da gerne mißverstehen und mir polemisch Nostalgie und Zukunftsangst und ähnlichen Unsinn unterstellen. Aber was nützt Ihnen das? Was haben Sie denn davon?
Also mich trifft das nicht und Sie schaden sich nur selbst damit, wenn Sie so polemisch und – Verzeihung! – dümmlich „argumentieren“.
Mal abgesehen davon, dass ich mir ein „dümmlich“ meiner Argumentation nun wirklich verbitte – haben Sie das nötig? Das fällt doch auf Sie und Ihre Argumentation zurück – , die Formulierung ist justiziabel (ich bin Richter), bleibt es in der Sache falsch.
Sie schreiben so schön, Sie hätten am 11. Dezember 2025 ausführlich dargelegt, wie vorteilhaft es für Berlin wäre, wenn sich das Kranzler-Eck an seiner ureigenen Identität und Tradition orientieren würde. Das ist der Versuch der normativen Kraft des Phraseologischen, denn was soll das denn heißen.
Das Kranzler-Eck ist klassisches Produkt der Aufbausituation nach dem Zweiten Weltkrieg. Den Menschen ging es wieder besser … und deswegen das Café mit seinen cholesterintreibenden und Diabetes-II-fördernden Torten, der Klassiker: Schwarzwälder Kirsch. Und alles ganz nach Udo Jurgens: Aber bitte mit Sahne! Und diese Zeiten, die die Identität der Kranzler-Ecks war, sind unwiderbringlich vorbei. Gegenüber dem Kranzler-Eck steht die Polizei-Kanzel, mit der der Verkehr mit Ampeln an der Kreuzung Ku’damm/Joachimsthaler geregelt wurde. Seine Aufgabe ist tot, sowas von mausetot … der Denkmalschutz hat’s gerettet. Eine Funktion wird das Ganze nie wieder haben (man hatte das Ganze mal für ein künstlerisches Event genutzt, was ich gelungen fand, leider fand keine „Anschlussveranstaltung“ statt).
Und die Friedrichsstadt-Quartiere wurden doch unter dem von Ihnen so favorisierten Stimmann auf den Weg gebracht!
Ihre gewünschte Besinnung auf die eigenen Wurzeln kann man in Rothenburg ob der Tauber, in Tübingen, in Dinkelsbühl betreiben. Eine Metropole wie Berlin unterliegt ständigen Veränderungen. Ich bin mir sicher, dass selbst ohne den Zweiten Weltkrieg von ihrem mittelalterlichen Molkenmarkt nichts, aber auch gar nichts übrig geblieben wäre (schon mit Rücksicht auf die Grundstückspreise mittenmang in der damals mit Abstand größten Stadt Deutschlands). Schauen Sie sich einfach an, was an „historischer“ Bausubstanz in den 20ern und frühen 30ern des letzten Jahrhunderts in Berlin durch „zeitgemäße“ Bauten ersetzt wurde.
Und Ihre Argumentation erstaunt so ein wenig und zeigt die Widersprüche in selbiger auf: Das Kranzler-Eck ist ein Bau von 1957/58 als Nachkriegsbau. Weshalb fordern Sie nicht dort die historische Herstellung, dort stand dereinst das „Café des Westens“ in einem prächtigen, üppigen (und geschmacklosen [wie die meisten Ku’damm-Bauten aus der Zeit]) Gründerzeitbau?!?
Sie haben irgendwo in Ihren Beiträge mal auf das Vorbild Frankfurt am Mains abgestellt mit seinen historisierenden Bauten im Römer-Quartier. Ich weiß nicht, ob Sie dort einmal waren: Völlig steril!
Das Grundproblem der historischen Stadt: Früher wohnten die Stinkreichen mitten in der Stadt und versuchten sich mit großen Gebäuden mit reich verzierten Fassaden darzustellen (und ihr Reichtum heraushängen zu lassen). Nur: Die Stinkreichen denken nicht mehr daran, mitten in der engen Stadt Domizil zu nehmen. Irgendwann flüchteten sie an die Stadtränder … und jetzt nach Dubai, Monaco, die USA und sonstwohin. Das ist so ein bisschen wie mit ihrer irrlichternden Kritik am Humboldforum: Wir haben nun mal keinen Kaiser mehr … und die Existenzberechtigung eines Schlosses folgt aus einer Monarchie. Ich war bedingungslos für den Aufbau des alten Stadtschlosses (obwohl ich den Palast der Republik architektonisch für gelungen hielt) mit historischer Fassade. Man kann jetzt darüber streiten, ob das Innenleben des Schlosses gelungen ist. Andererseits: Einen Thronsaal brauchen wir nicht … der Kaiser ist wech! Wer die komplette Wiederherstellung des Schlosses wollte, wollte nichts anderes als ein Museum für eine bestimmte Epoche … und da muss man dann auch mal sich über die Kosten einer musealen Bundesrepublik Gedanken machen (gilt übrigens auch für die ganzen Gedenkstätten als „Kranzabwurfstätten“; das kostet alles!).
Ist es auch justiziabel, wenn Sie einen Menschen, der sich nicht mehr wehren kann (und den ich persönlich als sehr respektabel wahrgenommen habe), als „absoluten Scharlatan“ bezeichnen?
Sehen Sie es mir bitte nach, dass ich Ihre umfangreich Antwort weiters nur überflogen habe. Das hat immerhin gereicht, um festzustellen, dass unsere leidenschaftliche Auseinandersetzung in der Sache (Architektur und Städtebau) – die ich bis dahin sehr geschätzt habe – den fruchtbaren Bereich verlassen hat. Ich finde das sehr bedauerlich. Aber ich nehme das zur Kenntnis.
Alles Gute und selbstverständlich freundliche Grüße, M.Hillen