Am Kurfürstendamm zeichnet sich eine neue Phase für das Kranzler Eck ab. Nach Jahren des Leerstands soll die ikonische Rotunde des ehemaligen Café Kranzler wieder belebt werden. Geplant ist ein umfassendes Nutzungskonzept mit Gastronomie, Dachgarten und neuen Aufenthaltsflächen.
Kanzler Eck am Ku'damm
© Titelbild: Kranzler Eck Berlin
Am Kurfürstendamm in der City West deutet sich eine Neuordnung eines der prominentesten Stadträume Berlins an. Das Kurfürstendamm-Ensemble rund um das Kranzler Eck soll in den kommenden Jahren umfassend weiterentwickelt werden. Im Mittelpunkt steht dabei die traditionsreiche Rotunde des ehemaligen Café Kranzler, die seit längerer Zeit leer steht.
Nun konkretisieren sich die Pläne: Schon bald soll ein internationales Gastronomieunternehmen die Fläche übernehmen und das historische Herzstück künftig auf drei Ebenen bespielen. Vorgesehen ist eine Öffnung der Rotunde mit 360-Grad-Blick auf den Boulevard sowie ein gastronomisches Konzept mit Fokus auf hochwertige Küche. Die Übergabe der Flächen ist für den Sommer vorgesehen, die Eröffnung für 2026.
Kranzler Eck: Gastronomisches Konzept mit Blick auf die Geschichte
Das Projekt versteht sich ausdrücklich als Weiterentwicklung eines bekannten Ortes. Das frühere Café Kranzler war über Jahrzehnte ein sozialer und städtebaulicher Bezugspunkt der West-Berliner Innenstadt. Diese Rolle soll in neuer Form wieder aufgenommen werden, als Treffpunkt mit gastronomischem und architektonischem Anspruch.
Entwickelt wird das Vorhaben vom Projektentwickler Accumulata in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro HWKN. Ziel ist eine stärkere Öffnung des Gebäudes zum Stadtraum sowie eine zeitgemäße Interpretation der historischen Struktur.

Das Kranzler Eck am Kurfürstendamm in Berlin-Charlottenburg ist eines der markanten Stadtensembles der Berliner City West. Nun wird es umfassend neu entwickelt und um gastronomische sowie öffentliche Nutzungen erweitert. / © Foto: depositphotos.com
Dachgarten als neue Stadtebene: Fertigstellung Ende 2026 geplant
Ein zentrales Element der Planung ist die Aktivierung der Dachflächen. Vorgesehen ist ein begrünter Dachgarten mit Wegen, Aufenthaltsbereichen und bepflanzten Zonen, die sowohl klimatische als auch ökologische Funktionen übernehmen sollen. Die Gestaltung sieht eine zurückhaltende Wirkung zum Kurfürstendamm vor, während sich der Garten nach innen öffnet.
Verantwortlich für die Landschaftsplanung ist die Architektin Janka Paulovics. Der Dachgarten soll laut aktueller Planung im letzten Quartal 2026 fertiggestellt werden und als zusätzliche Aufenthaltsfläche dienen, die sich bewusst vom Straßenraum abkoppelt.
Platz für bis zu 300 Personen: Neue Nutzungen im Innenhof und Umfeld
Auch der Innenhof des Kranzler Eck wird neu strukturiert. Auf dem Gelände, auf dem früher der Volierenhof lag, entsteht ein begrünter Aufenthaltsbereich mit Sitzgelegenheiten und Veranstaltungsflächen für bis zu 300 Personen. Erste Nutzungen sollen bereits im Laufe des Jahres möglich sein.
Ziel ist eine stärkere Durchmischung aus Einzelhandel, Gastronomie und temporären Veranstaltungen, die den Standort auch während der Umbauphase beleben.
Quellen: Kranzler Eck, Berliner Morgenpost
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4 Kommentare
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Wenn ich schon „Projektentwickler“ und dann in Verbindung mit dem New Yorker Architekturbüro HWKN lese, weiß ich, dass das Projekt schon jetzt an die Wand gefahren ist. In spätestens zehn Jahren versucht sich dann der nächste Projektentwickler und die nächste internationale Architektengemeinschaft an der Anlage! Als die Anlage mit der Voliere eröffnet wurde, hatte ich gleich geweissagt, dass das keinen Erfolg und so auch keinen Bestand haben wird. Der Platz mit den ehemaligen Volieren wie auch der Bereich zwischen den Neubauten ist seit Jahren tot, eigentlich vom Publikum nie angenommen worden, die Geschäftswelt und Gastronomie deswegen weitestgehend entschwunden – Leerstand allenthalben. Die überdachte Wegstrecke vom „Volierenplatz“ zur Kantstraße macht vor allem mit strengem Uringeruch (ebenso die direkt daneben liegende Brücke zum Bahnhof Zoo) auf sich aufmerksam. Wer das nicht in den Griff bekommt, bekommt dort gar nichts in den Griff. Und ohne eine Wiederbelebung des zuletzt von Karstadt Sport genutzten alten (und architektonisch sehr gelungenen und schönen) Gebäudes ist dort alles ohnehin nichts! Das ganze Projekt dort ist genauso schief gegangen wie die drei Quartiere in der Friedrichstraße, vor allem weil internationale Architekten tätig wurden, die nicht begriffen hatten, dass Berlin eben nicht New York, Shanghai, London, Tokio, noch nicht mal Paris oder Mailand ist!
Na ja, neue Vorschläge lese ich bei Ihnen auch nicht, aber für Berlin standesjemäss meckern schützt wenigstens vor der möglichen Enttäuschung. Ick war jerne bei den Vögeln und freue mich auf die grüne Terassenlandschaft bzw. auf’s Habn-wa-ja-jewusst-dasset-nüscht-wird.
Hahaha, tolle Antwort. Danke. Berlin ick liebe dir und deine Menschen. Grüße aus dem Rheinland.
Ich finde es sehr schön, wenn sich in dieser Zeit auch mal etwas zu Guten entwickelt! Ich bin gespannt, was aus dem Kranzler Eck wird!
Ein Besuch wird sicher dann interessant