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Das Kombibad Spandau Süd bleibt länger geschlossen als geplant. Verzögerungen im Vergabeverfahren werfen den Zeitplan erneut zurück, nun ist die Wiedereröffnung des Sommerbads erst für die Saison 2027 vorgesehen.

Kombibad Spandau Süd

Die Außenbecken im Kombibad Spandau Süd sind seit 2023 geschlossen. Nun verzögert sich die Neueröffnung der neuen Becken um etwa eine Badesaison und soll im Mai 2027 fertig sein. / © Foto: Berliner Bäder Betriebe

© Foto: Berliner Bäder Betriebe
© Foto Titelbild: depositphotos.com

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Das Kombibad Spandau Süd wird frühestens zur Sommersaison 2027 wieder öffnen. Die Berliner Bäder-Betriebe rechnen aktuell mit einem Abschluss der Bauarbeiten bis Ende 2026. Ursprünglich hätten die Abbrucharbeiten am alten Außenbecken bereits vor Wochen beginnen sollen, doch Verzögerungen im Vergabeverfahren verhinderten den Start. Erst nach Abschluss dieses Verfahrens können die eigentlichen Sanierungsarbeiten beginnen.

Die Folge ist ein weiterer Rückschlag für eines der größten Freibäder im Bezirk. Die Außenbecken sind bereits seit der Sommersaison 2023 außer Betrieb. Ursache sind marode Leitungen zur Chlorverteilung, die einen hygienisch sicheren Betrieb unmöglich machen. Ohne umfassende Erneuerung blieb nur die Schließung.

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Verzögerungen nach Abbrucharbeiten: Kombibad Spandau Süd soll im Mai 2027 wieder öffnen

Wie der Tagesspiegel berichtet, kam es bei der Vergabe der Abbrucharbeiten zu einem Widerspruch eines Unternehmens. In der Folge mussten Teile des Verfahrens neu aufgesetzt werden. Die Bäderbetriebe erklärten gegenüber der Politik, dass es sich um den ersten solchen Widerspruch seit rund zehn Jahren handele. Dennoch führte er dazu, dass der ursprünglich avisierte Baustart verfehlt wurde.

Noch im Dezember hatten die Verantwortlichen an einer Wiedereröffnung im Sommer 2026 festgehalten. Intern war der Termin jedoch bereits mehrfach nach hinten gerutscht. Spätestens mit der aktuellen Entwicklung ist klar: Die Freibadsaison 2026 fällt aus. Nun peilen die Bäderbetriebe einen Neustart im Mai 2027 an.

Neubau von Edelstahlbecken und Sonnensegeln: 7,5 Millionen Euro für das Kombibad Spandau Süd

Geplant ist der vollständige Neubau der beiden Edelstahlbecken. Dazu gehören ein Schwimmerbecken mit bis zu 2,10 Metern Tiefe, ein separates Sprungbecken mit 3,80 Metern Tiefe sowie ein modernisiertes Nichtschwimmer- und Babybecken. Auch Rutschen, Sonnensegel und zusätzliche Ausstattungselemente sind vorgesehen. Die Baukosten belaufen sich auf rund 7,5 Millionen Euro, davon steuert der Bund 2,5 Millionen Euro bei.

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Für neue Umkleiden und Duschen reicht das Budget allerdings nicht aus. Stattdessen ist eine provisorische Containerlösung auf der Wiese an der Gatower Straße geplant. Diese soll voraussichtlich erst im Spätherbst 2026 fertiggestellt werden.

Hallenbad weiter offen: Sommerbad bleibt Engpass und politischer Streitpunkt

Das Hallenbad des Kombibads Spandau Süd ist weiterhin in Betrieb. Es wurde 1974 eröffnet und verfügt über ein 50-Meter-Becken, ein Sprungbecken sowie ein Nichtschwimmerbecken. Schulen, Vereine und Öffentlichkeit nutzen die Anlage intensiv. In den Sommermonaten gilt die Halle jedoch als überlastet, da das Freibad als Ausweichoption fehlt.

Die Verzögerungen stoßen in Spandau auf deutliche Kritik. Der Bundestagsabgeordnete Helmut Kleebank äußerte gegenüber dem Tagesspiegel, es sei enttäuschend, dass die Bürgerinnen und Bürger nach jahrelangem Warten erneut vertröstet würden. Die erneute Verschiebung fällt zudem in ein Wahljahr, in dem Sport- und Infrastrukturprojekte besonders aufmerksam verfolgt werden.

Sanierungen, Neubauten und Zeitpläne: Berlins Bäder im Umbruch

Berlin befindet sich derzeit in einer umfassenden Umbauphase seiner Bäderlandschaft. Zahlreiche Hallen- und Freibäder werden parallel saniert, modernisiert oder neu geplant, vom Kombibad Mariendorf über das Paracelsus-Bad bis zur Schwimmhalle an der Zingster Straße. Die Bandbreite reicht von technischen Erneuerungen bis zu kompletten Neubauten, was die langfristige Sicherung des Schul-, Vereins- und Freizeitbetriebs stärken soll.

Sollten die Arbeiten in Spandau im Februar 2026 wie nun geplant beginnen, rechnen die Berliner Bäder-Betriebe mit einer Bauzeit von etwas mehr als einem Jahr. Damit bleibt die Hoffnung, dass das Sommerbad Spandau Süd im Frühjahr 2027 tatsächlich wieder öffnen kann. Bis dahin bleibt das Kombibad ein Beispiel dafür, wie anfällig öffentliche Bauprojekte selbst bei vergleichsweise überschaubarem Umfang sein können.

Quellen: Berliner Bäder Betriebe, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Tagesspiegel

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