In Köpenick rückt der Neubau der Langen Brücke näher. Die Senatsverwaltung stellt Details zu Planung, Verkehr und Bauablauf vor.

Die Lange Brücke in Köpenick führt über die Dahme und zeigt die bestehende Verkehrsführung, die im Zuge des Ersatzneubaus und des aktuellen Zeitplans neu organisiert werden soll.

Die Lange Brücke in Köpenick überspannt die Dahme und soll im Rahmen des geplanten Ersatzneubaus ab 2029 schrittweise erneuert werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Der geplante Neubau der Langen Brücke in Köpenick erreicht die nächste Stufe. Am 8. Juli 2026 will die Senatsverwaltung aktuelle Details vorstellen. Klar ist schon jetzt: Das Vorhaben betrifft eine der wichtigsten Verkehrsachsen im Südosten Berlins.

  • Bezirk: Treptow-Köpenick
  • Lage: Übergang über die Dahme zwischen Köpenicker Altstadt, Köllnischer Vorstadt und Spindlersfeld
  • Status: Entwurfsplanung, Planfeststellung in Vorbereitung
  • Infoveranstaltung: 8. Juli 2026
  • Erwarteter Baustart: 2028 / 2029
  • Geplante Bauzeit: 3 bis 4 Jahre
  • Kostenrahmen: rund 76 Millionen Euro

Die Lange Brücke gehört zu den zentralen Verbindungen in Köpenick. Sie führt über die Dahme und verknüpft die Altstadt mit der Köllnischen Vorstadt und Spindlersfeld. Für den Autoverkehr, die Straßenbahn, Busse, Radfahrer und Fußgänger hat die Brücke deshalb eine hohe Bedeutung. Der Senat stuft sie als Teil des übergeordneten Straßennetzes ein. Außerdem gehört sie zum ÖPNV-Vorrangnetz und zum Radverkehrsnetz.

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Warum Köpenick den Neubau der Langen Brücke braucht

Der bauliche Zustand gilt seit Jahren als kritisch. Neben dem historischen Bauwerk liegen zwei Behelfsbrücken, die in den 1990er Jahren während der Sanierung entstanden. Der Verkehr Richtung Osten läuft über die alte Brücke, der Verkehr Richtung Westen über die Behelfsbrücken. Die damalige Instandsetzung brachte nach Angaben der Senatsverwaltung nicht die nötige Entlastung für die Bausubstanz. Seit 2018 gilt wegen der Stabilität eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 10 km/h.

Der Denkmalschutz für die Lange Brücke wurde im Januar 2020 aufgehoben. Damit kann Berlin das Bauwerk grundsätzlich abreißen. Die neue Brücke soll jedoch Rücksicht auf das Umfeld nehmen. Dazu gehören Sichtachsen zur Altstadt, zum Schloss, zur Schlossinsel und zum Kietz. Auch Anforderungen des Schiffsverkehrs, des Umwelt- und Naturschutzes sowie der BVG fließen in die Planung ein.

Die Unterkonstruktion der Lange Brücke in Köpenick mit Stahlstützen und Uferbereich zeigt den Bestand. Wo jetzt Holzbretter den Weg versperren, soll in ein paar Jahren ein Uferweg entstehen.

Die bestehende Infrastruktur an der Lange Brücke in Köpenick verdeutlicht den baulichen Zustand vor dem geplanten Ersatzneubau. An dieser Stelle soll später auch ein Uferweg unter der Brücke entlangführen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Details zum Neubau der Langen Brücke werden vorgestellt

Am 8. Juli 2026 stellt die Senatsverwaltung in Köpenick den aktuellen Planungsstand vor. Dabei geht es nicht nur um den Brückenneubau. Auch die Verkehrsführung sowie die Straßenbahnanlagen in der Müggelheimer Straße und der Oberspreestraße stehen auf der Tagesordnung. Zusätzlich sollen Umweltaspekte erläutert werden.

Nach bisherigen Angaben läuft die Planungsphase seit Frühjahr 2021. Für das Planfeststellungsverfahren nannte der Senat zuletzt den Zeitraum 2026 bis 2027. Erst danach lässt sich der Bauablauf belastbar festlegen. Die Verkehrsführung während der Bauzeit ist noch nicht abschließend geklärt. Genau an diesem Punkt wächst die Sorge in Köpenick, denn es gibt im zentralen Bereich kaum Alternativen für eine Dahmequerung.

Verkehr in Köpenick: Neubau der Langen Brücke wird zur Belastungsprobe

Für Köpenick wird der Neubau der Langen Brücke verkehrlich heikel. Schon heute gilt der Bereich als Nadelöhr. Aktuell laufen Bauarbeiten in der Altstadt, am Bahnhof Köpenick, der zum Regionalbahnhof umgebaut wird, und an der Pyramidenbrücke vor dem Stadion des 1. FC Union. Wenn der Neubau der Langen Brücke beginnt, sollen diese Arbeiten zwar abgeschlossen sein. Doch dann müssen Autofahrer, Fahrgäste der BVG, Lieferverkehr und Radverkehr mit neuen deutlichen Einschränkungen rechnen.

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Gegen die aktuellen Planungen formiert sich inzwischen Widerstand. Eine Petition fordert Änderungen am Entwurf des Ersatzneubaus. Die Initiatoren kritisieren insbesondere die vorgesehene Verkehrsaufteilung und verlangen mehr Platz für den Fuß- und Radverkehr. Zudem fordern sie eine stärkere Ausrichtung des Projekts an den Zielen der Mobilitätswende sowie mehr Transparenz im weiteren Planungsverfahren.

Die Konstruktion unter der Langen Brücke in Köpenick zeigt Stahlstützen im Wasser der Dahme.

Die marode Lange Brücke in Köpenick wird in den kommenden Jahren abgerissen und neu gebaut. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Protest, Kritik und offene Fragen zum Neubau der Langen Brücke

Die Kritik beschränkt sich nicht auf Verkehrsfragen. Gegner der aktuellen Planung sehen auch den historischen und städtebaulichen Kontext der Köpenicker Altstadt gefährdet. Sie argumentieren, dass die neue „Lange Brücke“ stärker auf das denkmalgeschützte Umfeld mit Schlossinsel, Kietz und Altstadt abgestimmt werden müsse. Nach ihrer Auffassung reicht die bisher vorgesehene Gestaltung nicht aus, um die besondere historische Bedeutung des Ortes angemessen zu berücksichtigen.

Langfristig soll der Neubau der Langen Brücke Verbesserungen bringen. Geplant sind getrennte Bereiche für Verkehrsteilnehmer, eine leistungsfähigere Straßenbahnführung und bessere Wege für Fußgänger und Radfahrer. Auch ein Uferweg unter der Brücke wird genannt. Kurzfristig steht Köpenick jedoch vor einem Projekt, das den Alltag über Jahre prägen dürfte.

Lange Brücke in Köpenick

 

Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Bezirksamt Treptow-Köpenick, Abgeordnetenhaus Berlin: Schriftliche Anfrage 19/24446, meinBerlin

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8 Kommentare

  1. Never tell me the odds 12. Juni 2026 at 17:16 - Reply

    Baut ein schickes Teil hin ala neuer Carolabrücke Dresden. Kann man sich gleich ein Design von den drei hinten runtergefallenen Planungsgemeinschaften aussuchen… Alle drei wären ein Volltreffer für Köpenick.

    • R. Birnstiel 13. Juni 2026 at 09:29 - Reply

      Laut der aktuellen Berliner Info sind laut Fahrbahn Querschnitt 5,5m pro Seite für Rad (2.3) und Fußweg (3.2) vorgesehen.

  2. Hartung 13. Juni 2026 at 11:50 - Reply

    Um Entlastung für diese Brücke wird dringend eine Brücke zum s-bahnhof grünau gebracht
    Bei allen Planungen in wendenschloss hätte man sein ein Projekt längst mit einbeziehen müssen

  3. pittiplatsch 13. Juni 2026 at 16:05 - Reply

    vollkommen richtig. Unverständlich warum nicht schon längst eine Brücke in Höhe Grünau über die Dahme gebaut wurde.
    Der ganze Verkehr würde sich dann viel besser verteilen und hätte die marode Brücke nicht so stark belastet. Zumal ja jetzt wie verrückt neue Wohnprojekte in der Wendenschloßstr. gebaut wurden. Ein Verkehrskollaps war doch vorauszusehen. Zumindest für den Normalbürger, die Politik ist ja eh blind wie immer.

  4. SEBBO 13. Juni 2026 at 17:23 - Reply

    Zu DDR Zeiten ging es mit der anderen Brücke zur Altstadt schneller. Eine Brücke nach Grünau wäre definitiv erforderlich. Zu mal ja wieder ein neues Wohngebiet dazu gekommen ist. WARUM braucht man zig Jahre um etwas zu bauen hier in der Stadt? Die Pyramidenbrücke in der Lindenstrasse ist seit Jahren eine Baustelle die mit 2 Arbeitern betrieben wird. Fachkräftemangel gibt es überall in der Stadt. Leider…. aber das Asylheim in der Grünauer Str. 154 das direkt in einer Kleingartenanlage entstanden ist war in knapp 8 Monaten fertig. Da gelten ja auch keine Auflagen, Umweltschutz etc. . Hier in Deutschland läuft einiges nicht korrekt.

  5. Simone 15. Juni 2026 at 01:49 - Reply

    Wenn ich hier lese, dass eine Brücke von Wendenschloß nach Grünau her muss, dann können das nur Menschen schreiben, die dort nicht wohnen.
    Im Gespräch ist ja eine Brücke, die dort sein soll, wo jetzt die Fähre fährt.
    Das geht aber völlig an der Realität vorbei.
    Zum einen sind auf beiden Seiten der Dahme nur schmale Zufahrtsstrassen. Die 2-spurige (auf jeder Fahrtrichtung 1 Spur) Wendenschloßstraße, auf der auch noch die Tram fährt ist dafür nicht ausgelegt. Die schafft ja gerade so den Verkehr der Autos, deren Halter dort wohnen.
    Geplant war ja früher mal die Brücke Höhe Mayschweg. Aber der Zug war abgefahren, als man auf der Grünauer Seite den Neubau begann. Es wird dort also keine Möglichkeit einer Brücke dort geben.

  6. Skipper 15. Juni 2026 at 23:58 - Reply

    Da kann ich mich dem vorherigen Kommentar nur anschließen. Vielleicht sollte einer der Beführworter für eine Wendenschlossbrücke mal vor Ort vorbeischauen . Auf beiden Flusseiten müssten erst einmal etliche Grundstückseigentümer enteignet werden. Die momentane Straße eignet sich kaum als Straße und wurde erst kürzlich als Bestandteil des Europaradwegs umgebaut und die Müggelbergallee verengt. Zudem würde das historisch gewachsene Wohngebiet nachhaltig und auch eines der beliebtesten Ausflugsziele Berlins nachhaltig gestört/ zerstört werden. Einen wirklichen Sinn würde es ohnehin nicht machen, da alle Autofahrer der in der Wendenschlossstrasse fahrenden Straßenbahn „ hinterhertuckern“ müssten ( Überholverbot) , um sich dann an der Kreuzung zum Müggelheimer Damm anstellen zu müssen.

  7. Inge 21. Juni 2026 at 14:33 - Reply

    Völlig richtig, eine Querung zwischen Wendenschlossstr und Grünauer Str ist notwendig. Durch den Baustop des Baufeldes Marienhain auf der Wendenschlossseite gäbe es eine neue Möglichkeit dafür, gegenüber in Grünau wäre es sicherlich auch möglich.

    Und wieso wird die Verlängerung der Spindlersfelder S-Bahn in die Planung der Langen Brücke nicht berücksichtigt? Mit Halt am Schloßplatz, Allende-Center und Müggelheim.

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