Der Knaack-Klub soll zurück nach Prenzlauer Berg, allerdings später als geplant. Nach jahrelangen Verzögerungen und zähen Verhandlungen ist nun ein Baubeginn frühestens 2027 realistisch. Die Eröffnung des neuen Kulturhauses am Mauerpark wird derzeit für Ende 2030 angepeilt.

Am Mauerpark, auf dem Gelände der ehemaligen Tram-Wendeschleife, soll der neue Knaack-Klub entstehen. Geplant ist eine Veranstaltungshalle in die auch das bestehende Trafohaus (im Bild) integriert werden soll. / © Foto: IMAGO / Pemax
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© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Ben Kriemann, CC BY-SA 3.0
Der Knaack-Klub gehörte über Jahrzehnte zu den festen Größen der Berliner Musikszene. 1952 gegründet, war er Treffpunkt für Jugendliche und Bühne für bekannte Bands wie Die Toten Hosen oder Die Ärzte. 2010 musste der Club an der Greifswalder Straße wegen Lärmbeschwerden schließen. Seitdem wird über eine Rückkehr diskutiert, nun am Standort Mauerpark in Prenzlauer Berg.
Geplant ist ein mehrgeschossiges Kulturhaus an der Eberswalder Straße mit Platz für bis zu 1.000 Gäste. Neben Konzerten und Partys sind Lesungen, Ausstellungen und andere Kulturveranstaltungen vorgesehen. Auch Proberäume, Ateliers und Gastronomieflächen sollen entstehen, um den Ort vielfältig nutzbar zu machen.
Eröffnungstermin verschiebt sich: Baustart am Mauerpark frühestens 2027, Fertigstellung Ende 2030
Ursprünglich war eine Eröffnung bereits für 2028 angestrebt. Inzwischen rechnen die Betreiber jedoch damit, dass der Bau frühestens Mitte 2027 beginnen kann. Hauptgesellschafter Udo Petter nennt gegenüber rbb24 als Ziel den 31. Dezember 2030, genau 20 Jahre nach der Schließung des alten Clubs.
Zentrales Hindernis ist der fehlende Erbbaurechtsvertrag mit dem Bezirk Pankow. Dieser ist Voraussetzung für eine Baugenehmigung. Petter spricht davon, dass die Verhandlungen zu rund 80 Prozent abgeschlossen seien, wie rbb24 berichtet. Eine Unterzeichnung könnte Ende 2025 erfolgen, erst danach sei ein konkreter Baubeginn möglich.
Lärmschutzkonzept soll Anwohnende am Knaack-Klub entlasten und Parkseite einbinden
Bei einer Informationsveranstaltung im Juli 2025 reagierten die Betreiber auf Sorgen aus der Nachbarschaft. Denn das Baugrundstück liegt am Mauerpark, auf dem Gelände der ehemaligen Tram-Wendeschleife. Insbesondere Lärmbelastung wird kritisch gesehen, da gegenüber des Baugrundstücks Wohnhäuser liegen. Das Konzept sieht vor, den Haupteingang zur Parkseite auszurichten. So soll der Schall von den Wohngebäuden ferngehalten werden.
Zudem setzen die Planerinnen und Planer auf moderne Bauweisen, die verhindern sollen, dass Musik- und Veranstaltungsgeräusche nach außen dringen. Auch für Künstlerinnen und Künstler sei das wichtig, betonte Petter, schließlich wolle man keine Beeinträchtigung durch Straßenlärm, wie rbb24 mitteilt.
Der Knaack-Klub: Langjähriges Projekt mit hohen Baukosten als Investition in den Kulturstandort
Die Idee eines Neubaus am Mauerpark existiert bereits seit 2013. Verzögerungen entstanden durch langwierige Gespräche mit der BVG über die Nutzung des Grundstücks. Dazu kamen die Corona-Pandemie, wirtschaftliche Unsicherheiten und angepasste Bauplanungen.
Für den Bau selbst kalkulieren die Architektinnen und Architekten aktuell mit mindestens acht Millionen Euro, ohne Ausstattung für Tonstudios oder Lichttechnik. Betreiber und Bezirk sehen das Projekt dennoch als langfristige Bereicherung für den Stadtteil.
Bezirk sieht im Knaack-Klub eine zentrale Chance für die kulturelle Belebung von Prenzlauer Berg
Der Bezirk Pankow bezeichnet den Knaack-Klub als wichtigen Baustein für die kulturelle Infrastruktur. Im bevölkerungsreichsten Berliner Bezirk gebe es nur wenige Veranstaltungsorte dieser Größe. Mit der Rückkehr solle das kulturelle Profil von Prenzlauer Berg gestärkt werden.
Trotz aller Hürden hält Petter an seiner Vision fest. Er bezeichnet das geplante Kulturhaus als „Diamant“, der das Viertel bereichern werde, vorausgesetzt, das Projekt kann endlich umgesetzt werden.
Quellen: rbb24, Berliner Morgenpost, Tagesspiegel
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