Seit Jahren soll der Knaack-Klub in Prenzlauer Berg ein neues Zuhause bekommen. Mehrfach schien der Weg für das Kulturhaus am Mauerpark bereits frei. Eine neue Antwort des Berliner Senats zeigt nun jedoch, dass das Projekt erneut an einer entscheidenden Hürde hängt.

Auf dem Areal am Mauerpark soll das neue Knaack-Kulturhaus entstehen. Derzeit ist allerdings offen, wann das Projekt umgesetzt werden kann. / © Foto: IMAGO / Pemax
© Titelbild: Wikimedia Commons, Ben Kriemann, CC BY-SA 3.0
Der Knaack-Klub gehört zu den bekanntesten verschwundenen Kulturorten Berlins. Seit seiner Schließung wird über eine Rückkehr nach Prenzlauer Berg gesprochen. Zuletzt gab es sogar wieder konkrete Zeitpläne für das geplante Kulturhaus am Mauerpark. Doch davon ist in der jüngsten offiziellen Auskunft keine Rede mehr.
- Bezirk: Pankow
- Adresse: Eberswalder Straße 44, 10437 Berlin
- Nutzung: Konzertsaal, Club sowie weitere Kultur- und Gastronomieangebote
- Projektstatus: Planung; Vertragsverhandlungen ruhen
Der entscheidende Satz steht am Ende einer nur drei Seiten langen Antwort auf eine Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Stephan Lenz (CDU). Der Bezirk Pankow teilte dem Senat im September 2026 mit, dass die Vertragsverhandlungen derzeit ruhen. Grund sei der vom Vorhabenträger beantragte Bauvorbescheid, der nicht positiv beschieden worden sei. Deshalb könne derzeit auch keine Prognose für eine mögliche Wiedereröffnung des Knaack-Klubs abgegeben werden.
Damit hat sich die Lage gegenüber dem Frühjahr 2025 deutlich verändert. Damals liefen noch Verhandlungen über einen Erbbaurechtsvertrag. Ein Bauantrag lag zwar ebenfalls nicht vor, eine Fertigstellung bis Ende 2028 bezeichnete das Bezirksamt zu diesem Zeitpunkt jedoch noch als nicht unrealistisch. Zudem war der Senat in das Verfahren zur zweiten Verlängerung eines früheren Vorbescheids eingebunden.
Knaack-Klub: Frühere Zeitpläne für 2027 und 2030 sind überholt
Noch im August 2025 hatten die Projektinitiatoren einen möglichen Baustart Mitte 2027 und eine Eröffnung Ende 2030 genannt. Geplant war ein Kulturhaus mit einem Konzertsaal für 600 bis 1.000 Menschen.
Hinzukommen sollten unter anderem eine Diskothek, Proberäume, Studios, Ateliers, Büros und Gastronomie. Als Standort ist die landeseigene Fläche an der Eberswalder Straße 44 südlich des Jahn-Sportparks vorgesehen. Der neue offizielle Sachstand macht diese Termine vorerst gegenstandslos: Weder für den Vertragsabschluss noch für Baubeginn oder Fertigstellung gibt es derzeit eine belastbare Prognose.
Knaack-Klub: Vom Bauvorbescheid zum erneuten Planungsstopp
Die Vorgeschichte reicht weit zurück. Der ursprüngliche Knaack-Klub befand sich bis 2010 an der Greifswalder Straße 224. Nach einem Konflikt um Lärm musste der traditionsreiche Veranstaltungsort schließen.
Für den Neubau am Mauerpark erteilte Pankow 2019 zunächst einen positiven Bauvorbescheid. Später verzögerte unter anderem ein Streit mit der BVG das Vorhaben. Ende 2022 verständigten sich Bezirk und Verkehrsbetriebe vertraglich über die Nutzung des Areals und die Sicherung des dortigen Gleichrichterwerks.
Bauantrag und Erbbaurecht: So wollte der Bezirk das Projekt 2025 voranbringen
Anfang 2025 wollte das Bezirksamt die Planung noch gemeinsam mit den künftigen Bauherren vorantreiben. Nach einem Treffen sollten diese ihre Vorstellungen zu Nutzungen, Öffnungszeiten und Besucherzahlen konkretisieren.
Ziel war es damals, einen Bauantrag im Rahmen einer Bauberatung vorzubereiten und parallel die Verhandlungen über das Erbbaurecht abzuschließen. Im Juli 2025 stellten sich Bezirk und Projektinitiatoren zudem bei einer öffentlichen Veranstaltung den Fragen der Nachbarschaft.

Clubkultur gehört zum geplanten Nutzungskonzept des neuen Knaack-Kulturhauses. Neben Veranstaltungsräumen sind weitere Kultur- und Gastronomieangebote vorgesehen. / © Foto: Wikimedia Commons, opyh, CC BY 2.0
Knaack-Klub: Die Zukunft nach der Berlin-Wahl
Dabei spielte erneut der Lärmschutz eine zentrale Rolle. Nach Angaben der Projektseite der Freunde des Mauerparks war neben dem großen Konzertsaal auch ein kleiner Veranstaltungsraum für rund 150 bis 200 Gäste vorgesehen.
Restaurant, Café und Sommergarten sollten das Nutzungskonzept ergänzen. Gleichzeitig verlangten Teile der Nachbarschaft konkretere Aussagen zum Betrieb und zu möglichen Belastungen.
SPD, Grüne und Linke wollen Clubs stärken: Was bedeutet das für den Mauerpark?
Politisch bleibt der Schutz der Clubkultur auch nach der Berlin-Wahl 2026 ein Thema. Die SPD kündigt in ihrem Wahlprogramm erstmals eine Spielstättenförderung für die Clubwirtschaft an. Die Grünen wollen unter anderem Genehmigungsverfahren vereinfachen, Clubstandorte planungsrechtlich sichern und bedrohte Kulturorte stärker unterstützen.
Die Linke fordert ebenfalls eine stärkere baurechtliche Absicherung von Clubs und Änderungen beim Lärmschutz. Diese allgemeinen Positionen lösen jedoch nicht die konkrete baurechtliche Frage am Mauerpark.
Knaack-Kulturhaus: Wann es weitergeht, bleibt offen
Damit steht das Vorhaben wieder an einem Punkt, den es in seiner langen Planungsgeschichte mehrfach erreicht hat: Die politische Unterstützung für einen Kulturstandort ist grundsätzlich vorhanden, die konkrete Umsetzung aber nicht gesichert.
Noch im März 2025 schien mit der Entscheidung zum geplanten Knaack-Neubau in Prenzlauer Berg eine weitere Hürde genommen. Inzwischen ist klar, dass daraus noch kein Baurecht für das Projekt folgte.
Ob und in welcher Form der Vorhabenträger die Planung nun überarbeitet und erneut in das Verfahren einbringt, geht aus der aktuellen Senatsantwort nicht hervor. Fest steht deshalb nur: Der Knaack-Klub ist weiterhin geplant. Wann aus der Planung tatsächlich ein Kulturhaus am Mauerpark werden kann, ist im September 2026 wieder völlig offen.
Knaack-Kulturhaus am Mauerpark
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/27102, Bezirksamt Pankow, rbb24, Berliner Morgenpost, Freunde des Mauerparks
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