Mit dem Projekt „AJOUR“ wird das denkmalgeschützte Klöpperhaus an der Mönckebergstraße neu ausgerichtet. Dabei verbindet der Umbau historische Kontorhausarchitektur mit zeitgemäßen Arbeitswelten, Handel und Wohnen. Bis Mitte 2026 soll so ein vielseitig genutztes Gebäude im Zentrum der Hamburger Innenstadt entstehen.

Blick auf den derzeit vollständig eingerüsteten und verhüllten Gebäudekomplex.

An diesem innerstädtischen Standort entsteht ein neu geordnetes Ensemble mit modernisierten Nutzflächen, das künftig Arbeiten, öffentliche Angebote und ergänzende Nutzungen miteinander verbindet. Das Projekt zielt darauf ab, den bestehenden Baukörper grundlegend weiterzuentwickeln und ihn langfristig als zeitgemäßen Baustein im Stadtgefüge zu verankern. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: Wikimedia Commons, Jensens, Public domain

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Das Klöpperhaus an der Mönckebergstraße wurde zwischen 1913 und 1915 nach Entwürfen von Fritz Höger errichtet und diente ursprünglich als Kontorhaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute man das Dach wieder auf, bevor 1965 eine grundlegende Umnutzung zum Warenhaus erfolgte. In diesem Zuge veränderte sich die innere Struktur stark, dennoch blieb die historische Substanz in großen Teilen erhalten. Diese Entwicklung prägt das Gebäude bis heute.

Durch seine Lage an der Mönckebergstraße bildet das Haus den markanten Übergang vom Hauptbahnhof in die Hamburger Innenstadt. Gleichzeitig fungiert es als städtebauliches Bindeglied zum Kontorhausviertel. Deshalb besitzt das Klöpperhaus eine besondere Bedeutung im Stadtgrundriss und prägt den Eingang zur Einkaufsstraße bis heute.

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Nutzungskonzept für das ehemalige Kaufhaus in Hamburgs Innenstadt: Sichtbare Geschichte und neue Funktionen

agn Leusmann, noAarchitecten aus Brüssel sowie JES Socialtecture entwickelten im Rahmen einer Machbarkeitsstudie ein neues Konzept für das neungeschossige Gebäude. Dabei steht der bewusste Umgang mit den baulichen Schichten im Mittelpunkt. Strukturen aus den 1960er Jahren werden teilweise zurückgeführt, während neue Arbeitswelten entstehen. Ziel ist es, die bewegte Geschichte des Hauses erlebbar zu machen.

Künftig entsteht ein Mixed-Use-Gebäude mit Einzelhandel, Gastronomie und öffentlichen Nutzungen im Erd- und Untergeschoss. Ab dem ersten Obergeschoss sind Büroflächen vorgesehen, ergänzt durch neue Stadtwohnungen. Dadurch soll das Gebäude über den gesamten Tag hinweg belebt sein und stärker mit dem umgebenden Stadtraum interagieren.

Denkmalschutz und Architektur im Hamburger Kontorhausviertel: Erhalt als Grundlage der Transformation

Dem Denkmalschutz kommt im Projekt eine zentrale Rolle zu. In enger Abstimmung mit der Stadt wird das Dach zurückgebaut und in Anlehnung an die historische Idee neu gestaltet. Gleichzeitig erfolgt eine denkmalgerechte Instandsetzung der Backsteinfassade, die behutsam an heutige Anforderungen angepasst wird. So bleibt der Charakter des Hauses erhalten.

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Auch im Inneren entsteht eine neue Raumstruktur. Deckenplatten werden partiell geöffnet, dadurch bildet sich ein lichtdurchflutetes Atrium, das mehrere Geschosse miteinander verbindet. Dieses neue Zentrum stärkt die innere Vernetzung des Hauses und schafft zugleich attraktive Aufenthaltsbereiche.

Vermietung und Perspektive in Hamburg: Nutzungsmix und Nachhaltigkeit bis 2026

Auftraggeber des Projekts ist Tishman Speyer, die das „AJOUR“ ins leben gerufen haben. Nach der Fertigstellung Mitte 2026 wird das Haus rund 34.000 Quadratmeter Mietfläche bieten. Davon entfallen etwa 28.000 Quadratmeter auf Büroflächen, rund 4.900 Quadratmeter auf Einzelhandel und Gastronomie sowie 19 neue Stadtwohnungen.

Hauptmieter wird die Hamburg Commercial Bank mit rund 13.400 Quadratmetern Bürofläche. Ergänzend zieht Fitseveneleven mit seinem ersten Hamburger Standort ein. Zudem strebt das Projekt WELL und LEED-Platin-Zertifizierungen an, was den Anspruch unterstreicht, ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Gebäude für die Hamburger Innenstadt zu schaffen.

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Blick auf den derzeit vollständig eingerüsteten und verhüllten Gebäudekomplex.

Im Rahmen der laufenden Maßnahme wird der Standort zu einem vielseitig nutzbaren Stadtbaustein mit offenen Erdgeschossbereichen und flexiblen Flächen umgestaltet. Geplant ist eine stärkere Öffnung zum öffentlichen Raum, sodass neue Aufenthaltsqualitäten entstehen und der Ort künftig eine aktivere Rolle im innerstädtischen Alltag übernimmt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: agn Niederberghaus & Partner, Tishman Speyer, HANDELSIMMOBILIEN HEUTE

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