Das Paulinenkrankenhaus im Berliner Westend plant eine umfassende Erweiterung seines Standorts. Ein neuer Bebauungsplan soll die Grundlage für zusätzliche Klinikgebäude, Wohnangebote und ergänzende Nutzungen schaffen. Ziel ist es, den spezialisierten Gesundheitsstandort langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.

Das Paulinenkrankenhaus am Dickensweg soll ausgebaut und erweitert werden, ein Baubeginn wird derzeit frühestens ab 2028 erwartet. / © Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0
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Im Berliner Ortsteil Westend plant das Paulinenkrankenhaus eine räumliche Erweiterung seines Standorts. Um die baulichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, hat das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf einen Bebauungsplanentwurf öffentlich ausgelegt. Bürgerinnen und Bürger können die Unterlagen noch bis zum 27. März 2026 einsehen und Stellungnahmen abgeben.
Das Vorhaben betrifft das Areal am Dickensweg und an der Ragniter Allee. Dort sollen bestehende Gebäude ausgebaut und durch Neubauten ergänzt werden. Ziel ist es, die medizinische Infrastruktur zu erweitern und zusätzliche Nutzungen auf dem Gelände zu ermöglichen.
Westend: Klinik-Erweiterung mit Wohnungen, Boardinghouse und Nahversorgung geplant
Das Konzept sieht vor, neben medizinischen Einrichtungen auch Wohn- und Beherbergungsangebote zu schaffen. Diese sollen sowohl dem Klinikpersonal als auch Angehörigen von Patienten zur Verfügung stehen. Ergänzend sind kleinteilige Einzelhandelsangebote wie eine Apotheke oder Bäckerei vorgesehen, wodurch ein gemischt genutztes Quartier entstehen könnte.
Nach Angaben der Betreiber, Sana Kliniken AG gegenüber der Berliner Morgenpost, versteht sich der Bebauungsplan als langfristiger Rahmen für die Entwicklung des Standorts. Man wolle flexibel auf künftige Anforderungen reagieren können, ohne bei jeder Anpassung neue Planungsverfahren anstoßen zu müssen.
Gesundheitswesen im Wandel: Paulinenkrankenhaus reagiert mit Ausbau auf neue Behandlungsformen
Hinter den Erweiterungsplänen steht auch ein struktureller Wandel im Gesundheitswesen. Viele Behandlungen erfolgen heute weniger invasiv, wodurch sich die Aufenthaltsdauer in Kliniken verkürzt. Die Betreiber des Paulinenkrankenhauses gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird und neue Versorgungsformen notwendig werden.
Das auf Herzmedizin spezialisierte Krankenhaus arbeitet seit Jahren eng mit anderen Einrichtungen in der Region zusammen. Diese Vernetzung soll durch den Ausbau gestärkt werden, um die Versorgung komplexer Krankheitsbilder weiterhin sicherzustellen.
Komplexe Genehmigungen: Bebauungsplan für Klinik-Erweiterung erfordert umfangreiche Gutachten
Die Umsetzung des Projekts ist jedoch an umfangreiche Genehmigungsverfahren gebunden. Verschiedene Gutachten zu Themen wie Schallschutz, Verkehr oder Artenschutz sind erforderlich und führen zu einem langen Planungsprozess. Nach Angaben der Träger wurden bereits erhebliche Mittel in externe Untersuchungen investiert, wie die Berliner Morgenpost berichtet.
Auch das Bezirksamt verweist auf die Komplexität solcher Verfahren. Gleichzeitig unterstützt es die Pläne grundsätzlich, da sie zur Weiterentwicklung des Standorts und zur Belebung des Quartiers beitragen könnten.
Boardinghouse ab 2028 geplant: Paulinenkrankenhaus setzt auf Wohnraum für Fachkräfte
Ein konkretes erstes Projekt innerhalb des Gesamtplans ist ein Boardinghaus für Klinikpersonal. Dieses soll insbesondere internationalen Fachkräften den Einstieg in Berlin erleichtern und als temporäre Wohnlösung dienen. Der Baubeginn wird derzeit frühestens für das Jahr 2028 in Aussicht gestellt.
Langfristig könnte sich das Paulinenkrankenhaus zu einem umfassenden Gesundheitscampus entwickeln. Ob und in welchem Umfang die geplanten Maßnahmen umgesetzt werden, hängt jedoch weiterhin von den Ergebnissen des Planungsverfahrens und den künftigen Rahmenbedingungen ab.
Quellen: Gazette-Berlin, Berliner Morgenpost, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf
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