In Frankfurt-Niederrad erlebt man Kirche zur Zeit neu: Eine nur 17 Quadratmeter große Tiny-Church lädt zu Begegnungen ein. Mitten im Lyoner-Viertel öffnet das Gebäude die Türen für Austausch, Kultur und kurze Auszeiten mitten im urbanen Alltag.
© Titelbild: Zegelmann, Bistum Limburg
In Frankfurt wird das Konzept Kirche neu gedacht: In einer Zeit, in der Viele nicht mehr in die Kirche gehen, bringt man die Kirche einfach zu ihnen.
Ende März wurde eine rollbare Mini-Kirche eröffnet, die für unerwartete Begegnungen mitten im Lyoner-Viertel sorgen möchte.
Schwarze Fassade, gelbe Fenster: Mobile Mini-Kirche in Frankfurt lädt zum Verweilen ein
Die 17 Quadratmeter große Tiny Church verfügt über eine schwarze, vertikal gelattete Holzfassade und ein Holzdach, kontrastiert durch auffällig gelbe Fenster und Türen. Auf einem Anhänger mit sechs Rädern stehend, befindet sie sich an der Saonestraße auf einem angemieteten Parkplatz.
Im Inneren bietet der etwa 11 Quadratmeter große Raum Platz für bis zu zwölf Personen. Da es sich um keinen geweihten Sakralraum handelt, befinden sich darin weder Altar noch Taufbecken. Ausstattung wie Tisch, Stühle und eine kleine Teeküche sollen dennoch einladende Rahmenbedingungen schaffen.
Der ökumenische Mini-Bau bietet damit Raum für Kultur, Andachten und Gespräche. Wer vorbeikommt, kann innehalten, miteinander ins Gespräch kommen oder einfach die Atmosphäre genießen. Im Sommer verwandelt sich die rund 2,5 Quadratmeter große Terrasse außerdem in eine Bühne für kleine Kulturveranstaltungen.
Ökumenisches Projekt im Lyoner-Viertel wird gemeinsam getragen und finanziert
Künftig wird eine verantwortliche Person vor Ort sein, um Öffnung, Betreuung und Schließung sicherzustellen. Die Baukosten von 122.000 Euro wurden durch mehrere Stiftungen und Institutionen finanziert. Die laufenden Kosten tragen die evangelische Paul-Gerhardt-Gemeinde und die katholische Gemeinde St. Jakobus. Die Stelle des pastoralen Mitarbeiters wird vom Bistum finanziert.
Die rollbare Kirche wurde von der Freiburger Tiny Home Factory realisiert. Ein ökumenischer Projektrat begleitet Konzept und Programm, während die katholische Stadtkirche Frankfurt sowie die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach als Träger fungieren.
Quellen: Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Katholische Stadtkirche Frankfurt am Main Bistum Limburg, Frankfurter Rundschau
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