Am Kino Sojus in Marzahn sind rund 180 Wohnungen geplant. Neue Unterlagen zeigen, wie die Parkplätze am Helene-Weigel-Platz ersetzt werden sollen.

Das Bild zeigt Straßenschilder des Helene-Weigel-Platz in Marzahn vor markanten Wohnhochhäusern nahe dem S-Bahnhof Springpfuhl. Die Aufnahme verdeutlicht den städtebaulichen Charakter des Ortsteilzentrums, in dem neue Hochhäuser und Neubaupläne kontrovers diskutiert werden.

Am Helene-Weigel-Platz in Marzahn sorgen geplante Hochhäuser und Neubauprojekte seit Monaten für Diskussionen unter Anwohnern. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Die Zukunft des früheren Kino Sojus am Helene-Weigel-Platz wird konkreter. Neue Planungsunterlagen zeigen erstmals zahlreiche Details zu Wohnungen, Parkhaus und öffentlichen Nutzungen. Vor allem bei einem lange umstrittenen Punkt zeichnet sich für die Ostseite des Platzes eine Lösung ab.

  • Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
  • Adresse: Helene-Weigel-Platz 12, 12681 Berlin
  • Projektstatus: Bebauungsplanverfahren läuft
  • Wohnungen: rund 180
  • Geschosse: elf
  • Parkhaus: fünf Etagen mit rund 257 Stellplätzen geplant
Das ehemalige Kino Sojus am Helene-Weigel-Platz in Marzahn mit dem angrenzenden Parkplatz und Wohnhochhäusern im Hintergrund. An diesem Standort ist ein neues Hochhaus mit rund 180 Wohnungen geplant.

Das ehemalige Kino Sojus am Helene-Weigel-Platz in Berlin-Marzahn. Auf dem Areal sind ein Hochhaus mit rund 180 Wohnungen sowie neue öffentliche und gewerbliche Nutzungen geplant. / © Foto: Wikimedia Commons, Angela M. Arnold, CC BY-SA 3.0

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Am östlichen Helene-Weigel-Platz in Marzahn soll sich das Bild deutlich verändern. Das ehemalige Kino Sojus soll nach dem aktuellen Konzept zurückgebaut werden. An seiner Stelle plant Ten Brinke ein elfgeschossiges Wohn-Hochhaus über einem Lebensmittelmarkt. Die neuen Unterlagen nennen rund 180 Wohnungen. Vorgesehen sind Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen mit Größen zwischen rund 40 und 94 Quadratmetern.

Neu sind vor allem die konkreteren Angaben zur Nutzung des Erdgeschosses. Dort soll das „Café Sojus“ entstehen. Geplant sind Gemeinschaftsräume für Bewohner und Nachbarschaft sowie ein Saal, der unter anderem für öffentliche Veranstaltungen oder Kinoabende genutzt werden könnte. Für diesen Bereich nennt die Konzeptstudie eine Fläche von rund 400 bis 500 Quadratmetern. Gestaltung und Lage sollen sich am früheren Kino orientieren und Elemente des Bestands aufgreifen. Ein Betreiberkonzept wird nach Angaben der Projektentwickler noch ausgearbeitet.

Die Karte zeigt die geplante Neubebauung am „Helene-Weigel-Platz“ in Marzahn. Vorgesehen sind mehrere Wohnhäuser mit bis zu 13 Geschossen, ein Parkhaus mit fünf Etagen sowie ein Wohn- und Geschäftshaus. Die Pläne umfassen insgesamt mehr als 500 neue Wohnungen.

Die Grafik zeigt die aktuellen Pläne für den „Helene-Weigel-Platz“ in Marzahn mit mehreren Wohnhäusern, einem Parkhaus sowie einem Wohn- und Geschäftshaus mit insgesamt mehr als 500 geplanten Wohnungen. / © Grafik: ENTWICKLUNGSSTADT; Karte: OpenStreetMap; Quelle: Berliner Morgenpost

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Kino Sojus: Parkhaus soll rund 257 Stellplätze aufnehmen

Besonders konkret werden die Unterlagen bei einem Thema, das die Debatte um die Neubauten am Helene-Weigel-Platz seit Monaten prägt: den Parkplätzen. Das fünfgeschossige Parkhaus, der sogenannte „Mobility Hub“ soll rund 257 Stellplätze erhalten. Als Standort zeigen die Planungen eine Fläche an der Allee der Kosmonauten.

Damit relativiert sich zumindest für die Ostseite die Sorge, dass der Wohnungsbau vorhandene Parkplätze ersatzlos verdrängen könnte. Allerdings ist ein entscheidender Punkt noch nicht endgültig festgeschrieben. Laut Präsentation wird geprüft, ob das Parkhaus bereits vor Beginn des Bauvorhabens am Helene-Weigel-Platz 12 fertiggestellt werden kann. CDU-Politiker Johannes Martin erklärt, diese Reihenfolge sei bereits so vorgesehen.

Hochhaus in Marzahn soll mehr als Wohnungen und Einzelhandel bieten

Neben dem „Café Sojus“ sehen die Planer einen sicheren und barrierefreien Spielplatz vor. Grünflächen und eine Dachbegrünung sollen die Biodiversität stärken. Außerdem ist auf dem Dach eine Photovoltaikanlage vorgesehen. Zu den erklärten Projektzielen gehören bezahlbare und geförderte Wohnungen sowie eine Stärkung der Nahversorgung und der öffentlichen Infrastruktur.

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Noch handelt es sich jedoch nicht um einen abschließend genehmigten Entwurf. Für die Ostseite läuft weiterhin das Bebauungsplanverfahren 10-125. Der Bezirk will damit den östlichen Teil des Ortsteilzentrums als Standort für Nahversorgung und Wohnen entwickeln. Im weiteren Verfahren müssen unter anderem Schallschutz und mögliche zusätzliche Bedarfe der sozialen Infrastruktur geprüft werden.

Die Luftbildmontage zeigt den Helene-Weigel-Platz in Marzahn mit den geplanten Neubauten. Rot markierte Gebäude kennzeichnen die Standorte für neue Wohnhäuser, ein Parkhaus und ein Wohn- und Geschäftshaus im Rahmen der Pläne für mehr als 500 Wohnungen.

Die Visualisierung zeigt die geplanten Neubauten am Helene-Weigel-Platz in Marzahn aus der Vogelperspektive. Die rot markierten Gebäude verdeutlichen den Umfang der geplanten Wohnbebauung. / © Grafik: ENTWICKLUNGSSTADT; Foto: ENTWICKLUNGSSTADT; Quelle: Berliner Morgenpost

Helene-Weigel-Platz: Westseite bleibt ein eigenes Streitthema

Die neuen Angaben zum Parkhaus lösen zudem nicht automatisch die Parkplatzfrage für den gesamten Helene-Weigel-Platz. Auf der Westseite sind weiterhin drei größere Wohnriegel vorgesehen. Gerade diese Pläne bleiben politisch und in der Nachbarschaft umstritten.

Für das Kino-Sojus-Areal zeichnet sich dagegen ein deutlich konkreteres Konzept ab: Wohnungen, Einzelhandel, öffentliche Räume und ein eigenes Parkhaus sollen gemeinsam entwickelt werden. Wann der Abriss beginnt und wann der Neubau fertig sein könnte, ist weiterhin offen.

Kino Sojus: Wohnhochhaus am Helene-Weigel-Platz
Am Standort des ehemaligen Kino Sojus in Marzahn ist ein elfgeschossiger Neubau mit rund 180 Wohnungen, Einzelhandel und öffentlichen Nutzungen geplant.

 

Quellen: Johannes Martin, Ten Brinke, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf

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