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Die S-Bahnhöfe Wartenberg und Hohenschönhausen bleiben vorerst unsaniert. Während andere Berliner Stationen im Rahmen millionenschwerer Programme modernisiert werden, gibt es für diese beiden Standorte in Lichtenberg keine konkreten Planungen.

Der S-Bahnhof in Hohenschönhausen ist nicht überdacht und es gibt kaum Sitzmöglichkeiten. / © Foto: Wikimedia, Christian Liebscher, CC BY-SA 4.0

© Titelbild: Wikimedia, Geoprofi Lars, CC BY-SA 4.0
© Foto: Wikimedia, Christian Liebscher, CC BY-SA 4.0 

 

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Die S-Bahnhöfe Wartenberg und Hohenschönhausen in Berlin-Lichtenberg bleiben vorerst im bisherigen Zustand. Der Berliner Senat bestätigte auf Nachfrage des Hohenschönhausener CDU-Abgeordneten Danny Freymark, dass es derzeit keine Planungen für eine Modernisierung gibt. Obwohl täglich viele Fahrgäste die beiden Stationen nutzen, erkennt der Senat laut eigener Aussage „keinen akuten Sanierungsbedarf“. Es werden damit auf konkrete Maßnahmen verzichtet.

Aus Sicht vieler Fahrgäste sind die Bahnhöfe jedoch längst überholt. Sie kritisieren fehlende Sauberkeit, mangelnde Sicherheit und ein insgesamt unzeitgemäßes Erscheinungsbild. Besonders der Umstand, dass weder ein Kostenrahmen noch ein Zeitplan existiert, sorgt für Unverständnis und Unmut im Bezirk.

Sanierungen an anderen Berliner S-Bahn Stationen laufen, auch in Lichtenberg

Während in Hohenschönhausen Stillstand herrscht, modernisieren Berliner Senat und Deutsche Bahn zahlreiche andere Stationen in der Stadt. Bis 2032 wollen sie über 50 Berliner Bahnhöfe grundlegend erneuern. Grundlage dafür ist eine gemeinsame Rahmenvereinbarung mit einem Investitionsvolumen von rund 230 Millionen Euro.

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In vielen Bezirken entstehen bereits barrierefreie Zugänge, verlängerte Bahnsteige, neue Dächer und moderne Informationssysteme. Das Ziel: Die Deutsche Bahn möchte ihre Stationen attraktiver gestalten und mehr Menschen zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr bewegen.

S-Bahnhof Gehrenseestraße modernisiert: Nur ein Einzelfall in Hohenschönhausen

Im Dezember 2024 wurde zumindest ein Bahnhof im Bezirk Lichtenberg modernisiert: der Bahnhof Gehrenseestraße. Seit Juni 2023 modernisierte die Deutsche Bahn den S-Bahnhof Gehrenseestraße im Ortsteil Alt-Hohenschönhausen umfassend. Arbeiter installierten einen Aufzug, ergänzten eine taktile Wegeleitung, erneuerten die Beleuchtung mit stromsparenden LEDs und montierten neue Monitore sowie Lautsprecher. Auch die Sitzgelegenheiten, Treppen und das Bahnsteigdach wurden überarbeitet.

Mit dem Abschluss der Arbeiten erfüllt die Station seitdem die aktuellen Standards in Sachen Barrierefreiheit, Komfort und Fahrgastinformation. Die Kosten stiegen dabei auf rund 13 Millionen Euro. Dies war deutlich mehr als ursprünglich geplant. Die Sanierung erfolgte mit Unterstützung des Bundesprogramms zur Barrierefreiheit an Bahnhöfen.

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Ungleiches Tempo beim Umbau der Stationen: Kritik an fehlender Priorität

Die Erneuerung an der Gehrenseestraße zeigt, dass umfassende Verbesserungen durchaus möglich sind. Doch nicht alle Bahnhöfe profitieren gleichermaßen. Während die Bahn bundesweit jährlich bis zu 100 Stationen sanieren will, warten stark genutzte Standorte wie Wartenberg und Hohenschönhausen bislang vergeblich auf konkrete Planungen. In Berlin sollen viele Stationen künftig als sogenannte „Zukunftsbahnhöfe“ ausgebaut werden. Die Bahnhöfe sollen Aufenthaltsqualität, besserer technischer Ausstattung und einem nachhaltigen Betrieb erhalten.

Dass die Bahnhöfe Wartenberg und Hohenschönhausen bei diesen Planungen bislang unberücksichtigt bleiben, sorgt lokal für Frustration. Vor allem angesichts der Tatsache, dass viele Berliner Stationen mit geringerer Frequenz bereits modernisiert wurden. Die Stark genutzten Bahnhöfe müssen berücksichtigt werden und auf den neusten Stand gebracht werden.

Quellen: Deutsche Bahn AG, S-Bahn Berlin, CDU Berlin-Hohenschönhausen / Danny Freymark

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