Die neue Berliner Straßenbahn vom Typ „Urbanliner“ sollte in dieser Woche erstmals Fahrgäste befördern, doch die Zulassung fehlt weiterhin. Kurz vor der geplanten Premierenfahrt zog die BVG den Termin zurück. Die Gründe bleiben offiziell vage, politisch wächst der Druck.

Straßenbahn Berlin

Die geplante Einführung des Urbanliners verzögert sich erneut, sodass Fahrgäste weiterhin auf die bestehende Fahrzeugflotte angewiesen sind. / © Foto: depositphotos.com

© Titelbild: BVG
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Die für heute geplante Premiere der neuen Berliner Straßenbahn vom Typ „Urbanliner“ ist kurzfristig abgesagt worden. Geladene Gäste, darunter auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner, lud man kurzfristig wieder aus.

Als Begründung teilte das landeseigene Unternehmen mit, auf der „Zielgeraden des Genehmigungsprozesses“ habe sich gezeigt, dass für die finale Zulassung noch weitere Punkte gemeinsam mit der Technischen Aufsichtsbehörde zu überprüfen und Nachberechnungen durchzuführen seien. Worum es konkret geht, ließ die BVG jedoch offen.

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BVG verschiebt Urbanliner-Start erneut – Keine Details zur Ursache

Die Technische Aufsichtsbehörde Berlin (TAB), die der Verkehrsverwaltung untersteht, hat die endgültige Freigabe noch nicht erteilt. Seit Juli 2024 läuft das Zulassungsverfahren für das neue Fahrzeug. Medienberichte brachten zuletzt mögliche statische Fragen im Bereich des Alexanderplatzes ins Spiel. Offiziell bestätigt ist das jedoch nicht. Die BVG selbst äußert sich nicht zu einzelnen Prüfparametern. Klar ist lediglich: Ohne vollständige Genehmigung darf der Zug nicht mit Fahrgästen verkehren.

Tatsächlich ist die Inbetriebnahme der neuen Fahrzeuggeneration bereits mehrfach verschoben worden. Ursprünglich war angekündigt worden, die ersten Bahnen sollten im ersten Quartal 2025 auf der stark frequentierten Linie M4 zwischen Hohenschönhausen und Hackescher Markt unterwegs sein.

Mehr Platz, höheres Gewicht: „Urbanliner“ wird längste Straßenbahn Berlins

Der „Urbanliner“ ist mit rund 50,9 Metern Länge die bislang längste Straßenbahn Berlins. Voll besetzt bietet er Platz für über 300 Fahrgäste. Je nach Auslastung erreicht das Fahrzeug ein Gesamtgewicht von bis zu 100 Tonnen. Zum Vergleich: Die bisherigen Flexity-Züge kommen auf etwa 70 Tonnen.

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Für Fahrgäste ändert sich durch die Verzögerung zunächst nichts: Auf der M4 verkehren weiterhin barrierefreie Fahrzeuge der bestehenden Flotte. Wann der Urbanliner tatsächlich an den Start gehen kann, bleibt offen.

Quellen: rbb, Tagesspiegel, BVG

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2 Kommentare

  1. Löwe 17. Februar 2026 at 00:20 - Reply

    „..Medienberichte brachten zuletzt mögliche statische Fragen im Bereich des Alexanderplatzes ins Spiel.“

    „Wie der rbb aus Unternehmenskreisen erfuhr, ist noch unklar, wie sich das Gewicht der modernen Straßenbahn am Alexanderplatz auf die darunter liegenden U-Bahn-Tunnel auswirkt.“ https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2026/02/bvg-berlin-urbanliner-tram-absage-gewicht-alexanderplatz-tunnel.html

    „…Ausgrabungen die Ursache gewesen sein. Im Sommer 2022 wurden die Stützmauern der Baugrube unter dem Druck des Grundwassers so verformt, dass der benachbarte U2-Tunnel sich um 3,8 cm absenkte. [..] Ephraim Gothe (SPD), Baustadtrat in Mitte, sagt dazu: „Der Baugrund Berlins ist mit seinen Schichten aus Sand, Kies und überwucherten Sumpflinsen wesentlich instabiler als die Insel Manhattan, wo die Wolkenkratzer auf einem Granitsockel stehen.“ https://www.entwicklungsstadt.de/tunnel-reparatur-am-alexanderplatz-verzoegert-hochhausprojekt-bis-2026/

    Im schlimmsten Fall muß diese Tram halt woanders lang fahren, allerdings wäre es interessant mehr über den Boden in der Stadt zu wissen, verträgt der Breitscheidplatz ein 300 Meter Hochhaus?

  2. Arne 2. März 2026 at 21:11 - Reply

    „Der „Urbanliner“ ist mit rund 50,9 Metern Länge die bislang längste Straßenbahn Berlins. Voll besetzt bietet er Platz für über 300 Fahrgäste. Je nach Auslastung erreicht das Fahrzeug ein Gesamtgewicht von bis zu 100 Tonnen. Zum Vergleich: Die bisherigen Flexity-Züge kommen auf etwa 70 Tonnen.“

    Das gilt bereits für Trams, die SEIT JAHRZEHNTEN in DOPPELTRAKTION durch Berlin verkehren, und dadurch als eine Straßenbahn LÄNGER und SCHWERER wären, wie beispielsweise die M4 am Alexanderplatz. Warum hinterfragt das niemand?

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