Der Umbau des ehemaligen Hotel Ellington in der Nürnberger Straße liegt seit mehr als einem Jahr auf Eis. Nach Eigentümerwechsel und Signa-Pleite bleibt offen, ob und wann die angekündigte Revitalisierung der Berliner Ikone überhaupt weiterverfolgt wird. Vor Ort zeigt sich ein deprimierendes Bild.

Hier tut sich nichts: Sämtliche Baugeräte in der Nürnberger Straße sind verschwunden, im einstigen Hotel Ellington sind auch keine Personen unterwegs. Die Baustelle ruht, wie es weitergeht, ist derzeit unklar. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Visualisierungen: Signa Real Estate, Vivion
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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Das Hotel Ellington in der Nürnberger Straße zählt zu den architektonisch wie kulturhistorisch bedeutendsten Gebäuden in Berlin-Schöneberg. Einst als Femina-Palast errichtet, später als Hotel und Veranstaltungsort genutzt, sollte das Haus in den vergangenen Jahren umfassend umgebaut und neu positioniert werden.

Doch seit über einem Jahr herrscht Stillstand. Ein Eigentümerwechsel, geplatzte Konzepte und die Nachwirkungen der Signa-Pleite werfen die Frage auf, wie es mit dem markanten Bau weitergeht, und ob überhaupt noch an einer Zukunft gearbeitet wird.

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Eigentümerwechsel 2024: Neustart für das Hotel Ellington mit offenen Fragen

Im Jahr 2024 wurde bekannt, dass das Hotel Ellington den Eigentümer gewechselt hat, wieder einmal. Neuer Besitzer war der international tätige Immobilieninvestor Vivion, der das Gebäude von der insolventen Signa-Gruppe übernommen hatte. Mit dem Verkauf war zugleich klar, dass das zuvor verfolgte Umbaukonzept nicht weitergeführt werden würde. Die ursprünglichen Pläne aus der Signa-Zeit galten damit als obsolet.

Vivion kündigte stattdessen an, ein eigenes Entwicklungskonzept für die denkmalgeschützte Immobilie zu erarbeiten. Im Fokus sollten eine hochwertige Revitalisierung, die Bewahrung der historischen Substanz sowie eine zeitgemäße Nutzung stehen. Konkrete Zeitpläne oder detaillierte Entwürfe wurden jedoch bislang nicht öffentlich vorgestellt.

Hotel-Umbau in der City West: Die Signa-Pleite als Zäsur für das Projekt

Die Insolvenz der Signa Holding markierte für zahlreiche Bau- und Umbauprojekte in Berlin eine abrupte Zäsur, auch für das Hotel Ellington. Bereits vor dem Eigentümerwechsel kamen die Arbeiten sichtbar zum Erliegen. Genehmigungen, Finanzierungsfragen und die ungeklärte Projektträgerschaft führten dazu, dass die Baustelle faktisch eingefroren wurde.

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Seitdem ist das Gebäude Teil jener wachsenden Liste prominenter Berliner Immobilien, bei denen die ambitionierten Pläne der vergangenen Jahre nicht umgesetzt wurden. Der Übergang zu einem neuen Eigentümer sollte eigentlich Klarheit schaffen, wie es etwa beim nahegelegenen Projekt „FÜRST“ oder beim direkt benachbarten Bauvorhaben „Quantum P1“ der Fall war. Doch bislang ist davon wenig zu spüren.

Eindruck vor Ort: Verwaistes Gebäude und Stillstand

Ein Vor-Ort-Besuch in der Nürnberger Straße unweit der belebten Tauentzienstraße vermittelt ein deutliches Bild des Stillstands. Am Gebäude selbst sind keine Bauarbeiten mehr zu erkennen. Weder Baugeräte noch Bauarbeiter sind vor Ort zu sehen. Im Innenhof steht Wasser in einer offenen Grube, Absperrungen wirken provisorisch, einzelne Fassadenbereiche erscheinen ungepflegt.

Das einstmals stilvolle Hotel Ellington macht insgesamt einen verlassenen und verwahrlosten Eindruck, mitten in einer der attraktivsten Lagen der Stadt. Gerade vor dem Hintergrund der zentralen Lage und der hohen städtebaulichen Bedeutung des Gebäudes fällt dieser Zustand besonders ins Auge. Wo einst Veranstaltungen, Hotelbetrieb und Umbaupläne dominierten, herrscht derzeit Funkstille.

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Stillstand am Hotel Ellington: Keine Reaktion von Eigentümer und Bezirksamt

Um Klarheit über den aktuellen Stand zu gewinnen, hat die Redaktion von ENTWICKLUNGSSTADT sowohl beim neuen Eigentümer Vivion als auch beim Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg nachgefragt. Bislang blieben beide Anfragen unbeantwortet. Weder gibt es Hinweise auf laufende Abstimmungen noch auf einen Zeitplan für die Wiederaufnahme der Arbeiten.

Auch aus dem Bezirksamt liegen derzeit keine öffentlich bekannten Informationen vor, ob neue Bauanträge, Nutzungsänderungen oder denkmalrechtliche Verfahren anhängig sind. Damit bleibt unklar, in welcher Phase sich das Projekt tatsächlich befindet, und ob hinter den Kulissen überhaupt aktiv an einer Umsetzung gearbeitet wird.

Hotel statt Tanz? Vivions ursprüngliche Pläne für den Femina-Palast

Bereits nach dem Erwerb des Gebäudes hatte Vivion betont, den historischen Charakter des ehemaligen Femina-Palasts respektieren und weiterentwickeln zu wollen. Vorgesehen war eine Mischnutzung, die an die Geschichte des Hauses anknüpft und zugleich wirtschaftlich tragfähig ist. Details zu Hotelbetrieb, ergänzenden Nutzungen oder einem möglichen kulturellen Schwerpunkt blieben jedoch vage.

Die von Signa ins Auge gefasste Rekonstruktion des historischen Tanzsaals jedoch hatte Vivion aber bereits von der Agenda genommen. Der Anspruch, eine Ikone der 1920er-Jahre behutsam zu erneuern, steht bislang, unabhängig von den Tanzsaal-Plänen, im harten Kontrast zur sichtbaren Realität vor Ort. Ohne transparente Kommunikation wächst die Unsicherheit darüber, ob die angekündigten Pläne tatsächlich weiterverfolgt werden.

So soll das neu runderneuerte Hotel Ellington einmal aussehen. Derzeit zeigt sich vor Ort allerdings ein gänzlich anderes Bild. / © Visualisierung: Signa Real Estate, Vivion

Rückansicht: Hier wird schon lange nicht mehr gebaut, das Gebäude ist in keinem guten Zustand. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Quellen: Signa Real Estate, Immobilien Zeitung, Berliner Morgenpost, Konii, Der Tagesspiegel, Vivion

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