Seit Jahren wurde über einen Regionalbahnhof in Berlin-Buch diskutiert. Befürworterinnen und Befürworter sahen darin bessere Anbindungen für Forschung, Kliniken und neue Wohngebiete. Nun hat der Senat entschieden: Ein zusätzlicher Regionalhalt ist nicht vorgesehen.

Der S-Bahnhof Buch soll kein Regionalbahnhof werden. Stattdessen setzt der Senat auf eine bessere Anbindung durch den Ausbau des S-Bahn-Verkehrs. Ab 2033 sollen mit der Linie S26 drei zusätzliche Züge pro Stunde verkehren, ergänzt durch die S8. / © Foto: Wikimedia Commons, Lukas Beck, CC BY-SA 4.0
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Versian, CC BY-SA 4.0
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Die Idee eines Regionalbahnhofs in Berlin-Buch ist nicht neu. Seit mehreren Jahren fordern lokale Akteure, Unternehmen und politische Vertreterinnen und Vertreter eine bessere Anbindung des Ortsteils an den Regionalverkehr. Besonders die Gesundheitsregion Buch mit Forschungseinrichtungen, Kliniken und internationalen Arbeitskräften galt als zentrales Argument. Auch mit Blick auf geplante Neubaugebiete im Nordosten Berlins wurde der Ruf nach einem zusätzlichen Regionalhalt lauter.
Im Frühjahr 2025 griffen CDU und SPD das Thema erneut auf. In einem gemeinsamen Antrag forderten sie den Senat auf zu prüfen, ob ein Regionalbahnhof am S-Bahnhof Buch sinnvoll und realisierbar sei. Vorgeschlagen wurde ein Seitenbahnsteig im Bereich des ehemaligen Güterbahnhofs, der schnelle Verbindungen zum Berliner Zentrum, zum Flughafen BER und Richtung Stettin ermöglichen sollte.
Regionalbahnhof Buch: Versprochene Vorteile für Pendler, S-Bahn und Zukunftsort
Befürworterinnen und Befürworter verbanden mit dem Regionalhalt mehrere verkehrliche Hoffnungen. Pendlerinnen und Pendler aus dem Berliner Nordosten und dem Brandenburger Umland sollten direkte Regionalverbindungen nutzen können. Gleichzeitig sollte die stark belastete S-Bahn-Linie S2 entlastet werden, die insbesondere im Berufsverkehr als überfüllt gilt.
Hinzu kam die Argumentation, dass Buch als einer der vom Senat definierten Zukunftsorte Berlins eine leistungsfähigere Schienenanbindung benötige. Gerade für internationale Fachkräfte und Beschäftigte der Kliniken und Forschungseinrichtungen sei die heutige Erreichbarkeit unattraktiv. Der Regionalbahnhof wurde daher auch als Baustein einer nachhaltigen Mobilitätswende verstanden.
Senatssitzung am 16. Dezember 2025: Kein Bedarf und keine Mittel für Regionalbahnhof Buch
In seiner Sitzung am 16. Dezember 2025 hat der Berliner Senat nun eine klare Entscheidung getroffen. Der Bericht von Mobilitätssenatorin Ute Bonde (CDU) kommt zu dem Ergebnis, dass ein Regionalbahnhof in Buch derzeit nicht Teil der Verkehrsplanungen des Landes ist. Weder im Stadtentwicklungsplan Mobilität und Verkehr 2030 noch in den Nahverkehrsplänen sei ein solcher Halt vorgesehen. Auch die jüngste Prüfung für den Nahverkehrsplan 2024–2028 habe keinen Bedarf ergeben.
Entsprechend sind im Doppelhaushalt 2026/27 keine Mittel für weitere Untersuchungen eingeplant. Der Senat sieht damit keine finanzielle Grundlage, das Projekt weiterzuverfolgen.
Karower Kreuz statt Buch: Turmbahnhof als zentraler Regionalhalt im Berliner Nordosten
Statt eines Regionalhalts in Buch setzt das Land Berlin auf den geplanten Turmbahnhof Karower Kreuz. Zwischen Landesgrenze und Berliner Innenring ist nach aktuellen Planungsgrundsätzen nur ein Regionalhalt vorgesehen. Karower Kreuz biete einen deutlich höheren verkehrlichen Nutzen, da dort mehrere Regional- und S-Bahn-Linien verknüpft werden können. Zudem existieren bereits planerische Vorleistungen im Rahmen des Infrastrukturprogramms i2030.
Ein zusätzlicher Halt in Buch würde nach Einschätzung der Verwaltung die Kapazität auf der Stettiner Bahn reduzieren. Besonders die eingleisige Ausfädelung würde zu betrieblichen Einschränkungen führen. Auch die große Entfernung möglicher Regionalbahnsteige zu bestehenden Bushaltestellen spreche gegen den Standort.
S-Bahn-Ausbau ab 2033: Fünf-Minuten-Takt für Berlin-Buch statt Regionalhalt
Für Buch ist stattdessen eine Stärkung des S-Bahn-Angebots vorgesehen. Ab 2033 sollen mit der Linie S26 drei zusätzliche Fahrten pro Stunde angeboten werden. Mit der geplanten Nahverkehrstangente Nord kommt zudem die S8 hinzu, sodass perspektivisch ein Fünf-Minuten-Takt entsteht.
Damit ist die Debatte um den Regionalbahnhof Buch vorerst entschieden. Während Befürwortende weiterhin auf verpasste Chancen verweisen, setzt der Senat klar auf andere Knotenpunkte und auf den Ausbau des bestehenden S-Bahn-Netzes.
Quellen: Senatskanzlei Berlin, Abgeordnetenhaus Berlin, MOZ
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