Die neue Schwimmhalle für Köpenick soll in Johannisthal entstehen. Ein Plan B fehlt. Beim Bau könnte das schnelle Marzahner Modell zum Vorbild werden.

An der Springbornstraße in Johannisthal soll die neue Schwimmhalle für Köpenick entstehen. Ob sich das Grundstück für das geplante Schwimmbad eignet, wird noch geprüft. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Treptow-Köpenick wartet seit Jahren auf ein neues Schwimmbad. Nun steht mit der Springbornstraße 53 in Johannisthal ein Grundstück im Mittelpunkt, das entsprechend bebaut werden könnte. Doch der Standort ist noch nicht abschließend geprüft – und eine Alternative hält der Bezirk derzeit nicht bereit. Zugleich zeichnet sich ab, wie die Schwimmhalle später vergleichsweise schnell entstehen könnte.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Springbornstraße 53, 12487 Berlin
- Projektstatus: Standortprüfung und Vorbereitung der Planung
- Planungsmittel: 3,35 Millionen Euro
Die Suche nach einem Standort für das neue Schwimmbad in Treptow-Köpenick ist weiter als bislang öffentlich bekannt. Nach Informationen von ENTWICKLUNGSSTADT hat der Bezirk bereits vor einigen Jahren eine größere Zahl möglicher Grundstücke untersucht. Am Ende blieb die Fläche an der Springbornstraße 53 in Johannisthal als bevorzugte Lösung übrig. Einen Plan B gibt es derzeit nicht. Das bestätigte Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) im Gespräch mit ENTWICKLUNGSSTADT.
Damit hängt viel von den kommenden Untersuchungen ab. Die Berliner Bäder-Betriebe müssen nun klären, ob sich auf dem Grundstück tatsächlich eine Schwimmhalle mit den erforderlichen Nebenflächen und der notwendigen Erschließung unterbringen lässt. Genau für solche Planungsschritte stehen inzwischen Mittel bereit. Für Treptow-Köpenick sind 3,35 Millionen Euro für Planung, Vorbereitung und Machbarkeitsuntersuchungen vorgesehen.

Die Hausnummer 53 markiert den möglichen Standort des neuen Schwimmbads in Johannisthal. Einen alternativen Standort verfolgt der Bezirk derzeit nicht. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Springbornstraße 53: Wunschstandort fürs neue Schwimmbad
Eine Publikation der CDU Treptow-Köpenick berichtet, dass die Springbornstraße 53 als möglicher Standort für das neue Schwimmbad genannt wird. Eine verfrühte Veröffentlichung, die der Bezirk durchaus kritisch sieht. Zwar hält das Bezirksamt das Grundstück für geeignet und hat es selbst in die Diskussion eingebracht. Trotzdem sollen zunächst die Fachleute der Berliner Bäder-Betriebe feststellen, ob das Vorhaben dort tatsächlich umsetzbar ist. Erst dann sollte der Standort endgültig öffentlich festgezurrt werden.
Neue Schwimmhalle in Johannisthal: Der Bezirk hat keinen Plan B
Dass die Prüfung noch aussteht, bekommt zusätzliches Gewicht, weil der Bezirk derzeit keine Ersatzfläche in der Hinterhand hat. Die Springbornstraße ist das Ergebnis einer früheren Standortsuche, bei der mehrere Grundstücke betrachtet wurden. Eine neue Suche nach einem zweiten Standort läuft nach Angaben aus dem Bezirksamt derzeit nicht.
Dabei geht es bei der Machbarkeitsprüfung nicht nur um die Größe des Grundstücks. Die Berliner Bäder-Betriebe müssen unter anderem untersuchen, ob die Halle mit ihren notwendigen Funktionen auf der Fläche Platz findet und wie sich der Standort erschließen lässt. Auch mögliche Eingriffe in Natur und Landschaft können zusätzliche Untersuchungen und Ausgleichsmaßnahmen erforderlich machen.
Beim Schwimmbad könnte Köpenick von Marzahn lernen
Sollte die Springbornstraße geeignet sein, stellt sich die nächste Frage: Wie lässt sich die Schwimmhalle möglichst schnell bauen? Hier könnte ein anderes Berliner Projekt zum Vorbild werden. Beim neuen Kombibad am Kienberg in Marzahn prüfen die Berliner Bäder-Betriebe derzeit standardisierte und modular aufgebaute Lösungen.
Das Prinzip unterscheidet sich von einem klassischen Einzelentwurf. Statt jedes Schwimmbad vollständig neu zu planen, können bereits entwickelte Gebäudestrukturen und technische Lösungen an einen Standort angepasst werden. Bei dem in Marzahn vorgestellten Beispiel von „POOL out of the BOX“ entstehen große Teile eines Hallenbades bereits im Werk.

Diese Modul-Schwimmhalle wirkt hell und klar gestaltet. Holz, große Fenster und farbige Deckenelemente prägen das Aussehen. / © Foto: POOL out of the BOX / Joachim Maier
Schwimmbad-Modulbau soll vor allem Zeit auf der Baustelle sparen
Nach Angaben des Anbieters kann der Vorfertigungsgrad bis zu 90 Prozent erreichen. Innenausbau, Möbel und Teile der technischen Ausstattung lassen sich bereits vor der Montage vorbereiten. Für Marzahn ist dieser Anbieter allerdings noch nicht ausgewählt; die Berliner Bäder-Betriebe prüfen verschiedene Lösungen.
Der entscheidende Vorteil liegt im Bauablauf. Während auf dem Grundstück die vorbereitenden Arbeiten laufen, können Gebäudeteile an anderer Stelle gefertigt werden. Anschließend werden sie auf der Baustelle montiert und miteinander verbunden. Dadurch lässt sich ein Teil der sonst nacheinander ausgeführten Arbeiten parallel erledigen.
Neues Schwimmbad in Johannisthal noch ohne konkreten Zeitplan
Wie groß der Zeitgewinn sein kann, zeigt der aktuelle Terminplan für Marzahn. Dort soll der Bau nach Angaben der Senatsverwaltung für Inneres und Sport 2027 beginnen. Die Eröffnung des Kombibades wird für das erste Quartal 2030 angestrebt. Voraussetzung ist allerdings, dass Vergabe, Planung und Bau ohne größere Verzögerungen verlaufen.
Für Johannisthal lässt sich dieser Zeitplan nicht einfach übernehmen. Einen bestätigten Baubeginn oder Eröffnungstermin gibt es für die Springbornstraße nicht. Dennoch ist das Marzahner Verfahren für Treptow-Köpenick interessant. Bereits bei der Vorstellung der Berliner Bäderoffensive hatte Sportsenatorin Iris Spranger gegenüber ENTWICKLUNGSSTADT deutlich gemacht, dass für das neue Bad in Treptow-Köpenick ein vergleichsweise zügiges Verfahren angestrebt wird.

Das Grundstück an der Springbornstraße 53 umfasst befestigte und stark begrünte Bereiche. Nun müssen die Berliner Bäder-Betriebe prüfen, ob sich hier die neue Schwimmhalle für Köpenick realisieren lässt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Bezirk unterstützt standardisierte Schwimmhalle ausdrücklich
Auch im Bezirksamt stößt dieser Ansatz auf Zustimmung. Oliver Igel spricht sich im Gespräch mit ENTWICKLUNGSSTADT ausdrücklich dafür aus, bei der neuen Schwimmhalle auf eine standardisierte Lösung zu setzen. Ein eigener Architekturentwurf nur für Johannisthal steht für die Verantwortlichen nicht im Vordergrund. Entscheidend sei vielmehr, zusätzliche Wasserflächen möglichst schnell zu schaffen.
Der Zeitfaktor spielt in Treptow-Köpenick eine besondere Rolle. Der Bezirk fordert seit Jahren zusätzliche Wasserflächen. Das Bezirksamt nennt vor allem den Schwimmunterricht an Schulen, den Vereinssport und die Ausbildung von Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmern als Gründe für den Neubau.
Köpenick setzt bei der neuen Schwimmhalle auf eine einzige Fläche
Zudem könnte die Schwimmhalle in einem stark wachsenden Stadtteil entstehen. Nicht weit von der Springbornstraße entfernt entsteht auf dem ehemaligen Flugfeld das „Segelflieger Quartier“ mit rund 1.800 Wohnungen. Und in Adlershof ist die bislang größte Einzelschule der Berliner Schulbauoffensive fertig.
Das Schwimmbad-Projekt in Johannisthal konzentriert sich somit derzeit vor allem auf zwei Aufgaben: Die Springbornstraße muss sich als Standort bewähren, und anschließend muss ein möglichst schnelles Verfahren für Planung und Bau gefunden werden.
Neue Schwimmhalle für Köpenick
Quellen: Bezirksamt Treptow-Köpenick, Berliner Bäder-Betriebe
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2 Kommentare
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Das habe ich mich schon die ganze Zeit gefragt, warum man nicht zu einer Modul- oder Standardlösung übergeht, wenn man schon den offensichtlichen Willen bekundet, flächendeckend Schwimmbäder übers Stadtgebiet zu verteilen.
Die gerade abgerissene DDR-Schwimmhalle in der Holzmarktstraße war z.B. ein solcher Standardbau, oder die Sporthallen und Schulen aus den 80ern in der DDR….größtenteils alles Standardteile… Selbst Otto Bartning hat es gleich nach dem Krieg in Sachen Kirchen längst vorgemacht gehabt.
Aber die Krone der Grundstücksausnutzung finde ich eigentlich noch, was jetzt in der Holzmarktstraße passiert: Unten Schwimmhalle / Gewerbe, oben Wohnung oder/und Büro…