Das frühere C&A-Gebäude in Alt-Tegel wird voraussichtlich nicht umgebaut, sondern durch einen Neubau ersetzt. Edeka plant an dem Standort einen neuen Markt mit Wohnungen in den oberen Etagen. Der Bezirk will dafür die Voraussetzungen schaffen.

Im geplanten Neubau soll unten wieder Einzelhandel einziehen: Während die unteren Etagen für eine neue Edeka-Filiale vorgesehen sind, sollen darüber Wohnungen entstehen. / © Foto: depositphotos.com
© Titelbild: IMAGO / Jürgen Ritter
Am ehemaligen C&A-Standort in Alt-Tegel nimmt die Zukunft der seit Monaten leerstehenden Immobilie konkrete Formen an. Nachdem Edeka Minden-Hannover das Gebäude übernommen hat, steht inzwischen fest: Der bisherige Bau soll voraussichtlich nicht saniert werden. Stattdessen ist ein Abriss und anschließender Neubau geplant.
Für Tegel bedeutet das zunächst eine weitere Baustelle an zentraler Stelle. Das Gebäude an der Adresse Alt-Tegel 2 steht seit Ende 2024 leer, nachdem C&A den Standort aufgegeben hatte. Der Neubau soll künftig wieder Einzelhandel aufnehmen. Gleichzeitig sollen in den oberen Etagen Wohnungen entstehen. Zunächst muss das Vorhaben allerdings noch baurechtlich geprüft werden.
Alt-Tegel: Neubau ohne langwierigen Architekturwettbewerb geplant
Anders als bei vielen größeren Bauprojekten in Berlin soll es für den Standort offenbar kein mehrstufiges Wettbewerbsverfahren mit verschiedenen Entwürfen geben. Stattdessen soll Edeka im Rahmen des Stadtentwicklungsrechts möglichst direkt mit der Planung vorankommen können.
Der SPD-Direktkandidat für Reinickendorf, Samuel Märkt, begrüßt diesen Ansatz. „Reinickendorf benötigt bezahlbaren Wohnraum, und deshalb müssen verfügbare Flächen auch für Wohnraum genutzt werden“, sagt Märkt. Aus seiner Sicht sei es wichtig, dass das Projekt nicht durch zusätzliche Verfahren verzögert werde. „Wir brauchen keine weitere Dauerbaustelle in Tegel, sondern eine schnelle Umsetzung“, so Märkt.

Das alte C&A-Gebäude am U-Bahnhof Alt-Tegel soll eine neue Nutzung erfahren. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Bauablauf in Alt-Tegel: Parkplatz und Anlieferung bleiben offene Themen
Neben der Frage nach dem Bauablauf müssen jedoch auch praktische Details geklärt werden. Dazu zählt insbesondere die künftige Organisation von Parkplätzen und Warenanlieferung. „Die Parkplatzsituation muss betrachtet und eine für die Anwohnenden verträgliche Lösung für die Warenanlieferung gefunden werden“, fordert Märkt. Er zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass auch diese Fragen im weiteren Verfahren gelöst werden können.
Der Standort hat für Tegel eine besondere Bedeutung. Das Gebäude wurde 1966 für C&A errichtet und war über Jahrzehnte Teil des Einkaufsbereichs rund um die Berliner Straße. Mit dem geplanten Neubau könnte der lange Leerstand beendet werden, allerdings erst nach einer weiteren Bauphase.
Wohnungen über Handelsflächen als Berliner Trend

In der Weinstraße 9 in Berlin-Friedrichshain entstehen 69 Mietwohnungen über einer neuen Aldi-Filiale. / © Visualisierung: Kondor Wessels PQM
Die Kombination aus Einzelhandel und Wohnungsbau ist in Berlin kein Einzelfall. An verschiedenen Standorten werden Supermärkte und andere Handelsflächen inzwischen durch Wohnungen ergänzt. Hintergrund ist die begrenzte Verfügbarkeit von Bauflächen in der wachsenden Stadt.
Auch in Tegel könnte dieses Prinzip künftig Anwendung finden. Ob der Neubau tatsächlich wie geplant umgesetzt werden kann, hängt nun von den weiteren Planungen und der notwendigen Zustimmung des Bezirks ab.
ehe. C&A (Reinickendorf)
Quellen: Samuel Märkt, IZ Research
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