Nach Jahren des Leerstands zeichnet sich am Cecilienplatz in Berlin-Kaulsdorf ein grundlegender Wandel ab. Die Primus Immobilien AG plant auf dem Areal des Cecilien-Centers über 200 neue Wohnungen, Gewerbeflächen und Nahversorgung.

Am U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord sollen 200 neue Wohnungen am Cecilienplatz entstehen. / © Foto: IMAGO / Jürgen Ritter
© Titelbild / Visualisierung: Primus Immobilien AG
Nach Jahren als Streit- und Problemstandort zeichnet sich am Cecilienplatz in Berlin-Marzahn-Hellersdorf nun eine grundlegende Veränderung ab: Die Primus Immobilien AG hat das Grundstück am Cecilienplatz 10 und 12 erworben. Auf dem bislang ungenutzten Areal plant das Unternehmen über 200 neue Wohnungen mit rund 13.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Außerdem sollen Gewerbeflächen und Nahversorgung entstehen.
- Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
- Adresse: Cecilienplatz 10 und 12
- Geplant: über 200 neue Wohnungen
- Nutzung: Mietwohnungen, Gewerbe, Nahversorgung
Das neue Grundstück hat rund 5.000 Quadratmeter. Der Standort liegt unmittelbar am U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord. Künftige Bewohnerinnen und Bewohner erreichen Friedrichshain in weniger als 20 Minuten und den Alexanderplatz in rund 25 Minuten. Im Erdgeschoss plant das Unternehmen unter anderem Flächen für einen Lebensmittelmarkt und weitere Angebote der Nahversorgung.
Cecilienplatz in Kaulsdorf: Wohnungsbau auf bislang ungenutztem Areal
Auf dem Grundstück steht derzeit noch die Ruine eines früheren Einkaufszentrums. Das Umfeld am Cecilienplatz gilt seit Jahren als problematisch. Leerstehende Gebäude, Vandalismus, Brände und vermüllte Wege prägen den Ort rund um die früheren Nahversorgungsflächen.
Für das Areal bestanden bereits früher Entwicklungspläne. Primus erklärt, dass diese bisher nicht umgesetzt wurden. Mit dem Erwerb will das Unternehmen nun die Grundlage für ein eigenes Wohnungsbauprojekt schaffen. Für das Vorhaben besteht bereits seit längerer Zeit eine Baugenehmigung.

Die leerstehenden Gebäude am Cecilienplatz in Berlin-Kaulsdorf sind seit Jahren ein Ärgernis für die Anwohner. Jetzt sollen hier neue Wohnungen entstehen. / © Foto: Wikimedia Commons, Roy Zuo, CC BY-SA 4.0
Über 200 neue Wohnungen und Nahversorgung am Cecilienplatz
Sebastian Fischer, CEO und Shareholder der Primus Immobilien AG, ordnet das Projekt als wichtigen Schritt für den Standort ein. Er erklärte, Primus wolle das seit Jahren geplante Bauvorhaben kurzfristig umsetzen und damit neuen Wohnraum für breitere Bevölkerungsschichten schaffen.
Im Rahmen des Projekts sind unter anderem ein Fitnessraum für Bewohnende, begrünte Außenbereiche und eine Dachterrasse vorgesehen. Für die Anwohner könnte das Projekt somit eine spürbare Aufwertung des Quartiers bedeuten.
„arrive“: Primus baut weitere Projekte in Berlin
Primus setzt nach eigenen Angaben auf innerstädtische Wohnkonzepte mit Gemeinschaftsflächen, Nachhaltigkeit und digitaler Infrastruktur. Mit dem Erwerb des Grundstücks wächst die Projektpipeline von Primus auf mehr als 2.800 Mietwohnungen.
Neben Kaulsdorf plant das Unternehmen weitere „arrive“-Standorte in Berlin, unter anderem in Pankow, Westend und Kreuzberg. In Westend startete zuletzt auch das Projekt „arrive westend“ mit 305 Mietwohnungen.
Cecilienplatz (Kaulsdorf)
Quellen: Primus Immobilien AG; Deal Magazin
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7 Kommentare
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Das finde ich eine super Nachricht für Berlin für den Bezirk und für meine Nachbarschaft.
Hoffe nur das es nun mit dem Bau auch schnell geht.
Es wird wirklich Zeit, dass das Bauvorhaben umgesetzt wird auch wenn es für mich persönlich problematisch wird, da ich direkt im Umfeld wohne. Aber so wie es jetzt dort aussieht, geht es nicht weiter, man hat immer Angst wenn man vorbei läuft.
Wann den in 20 Jahren und nur für steinreiche.
Ich meine,eher dem Neubau skeptisch gegenüber zu stehen. Bisher wurden wir Anwohner noch nicht entschädigt, aber ein Neubau steht bereits an. Klar die Ruine verbreitet einen negatives Flair und immer wieder gelangen schmutzige Gerüche aus den Versiegelungen. Bereits ein Vorbeilaufen zum U-Bahnhof Kaulsdorf Nord verursacht Atemwegserkrankungen und immer wieder verursachen auch die Standbetreiber Schmutz rundherum. Ein Neubau verursacht aber noch mehr Dreck,Staub und Lärm und das über viele Monate bis Jahre. Viele Anwohner sind geschädigt durch das Ereignis Corona (ein Coronavirus) und haben noch heute Probleme. Dann dazu der Punkt,dass die Anwohner nirgends hin können und das Ertragen der negativen Einflüsse wieder Schädigungen hervorrufen. Wir haben alte Menschen,geschädigte Menschen und Haustiere. Bisher bekamen wir auch noch keine Opferentschädigung. Ein solcher Neubau ist mit immens hohen Kosten verbunden. Ich zog vor 16 Jahren an den Cicilienplatz,wo der Wohnungsbeauftragte mir garantierte, dass das Umfeld eine Kleinstadt in Mitten Berlin mit einem Dorfcharakter ist. Familienwohnungen, Singelwohnungen, Einfamilienhäuser und Bungalowviertel mit Grünflächen und Erholungsparks.
Wir in Kaulsdorf Nord werden hier richtig zubetoniert. Überall wird gebaut. Von wegen Grün in der Stadt. Es kommen immer mehr Menschen und die Ärzte und Nahversorgung wird nicht mehr, U Bahn überfüllt. Ich finde die Bauruine fast schon positiv , als wenn noch mehr Menschen hier wohnen und alles voller wird.
Wenn ich könnte würde ich sofort wegziehen. Es war mal so schön hier.
Soweit ich ch weiß, gehört das Gelände schon lange dem Bau unternehmen. In dieser Zeit ist das Gelände erst richtig verkommen. Der Investor hat nicht ausreichend für die nötige Sicherung des Geländes gesorgt. Darauf sollen wir und freuen? Ein Betonklotz mehr vertreibt die Natur.
Ganz richtig, die Infrastruktur für weitere Menschen im Bezirk ist überhaupt nicht ausreichend. Jeder der herzieht sollte es wissen!
Ich wohnte bereits in verschiedenen Berliner Bezirken und bin kürzlich nach Hellersdorf/Kaulsdorf Nord gezogen. Im Vergleich gibt es meiner Einschätzung nach ausreichend Supermärkte, sehr viele Grünflächen und ich hatte bisher nicht das Gefühl, dass es im Ortsteil zu voll wäre.
Ohne Zuzug würden Investitionen schwieriger und es gäbe womöglich weiter Verfall. Die Infrastruktur wird sehr langsam aber stetig ausgebaut: Eine Schwimmhalle ist in Planung, ein neues Gymnasium wurde eröffnet, weitere Schulgebäude entstehen am Auerbacher Ring und neue Ärztezentren eröffnen (z.B. in der ehemaligen Geschäftsstelle der WG Wuhletal). Der Takt der U5 soll langfristig verbessert werden und löst hoffentlich das Problem der Überfüllung in den Hauptverkehrszeiten. Allerdings wünsche ich mir für Kaulsdorf Nord auch Orte der Begegnung. Ein Café, mehr Restaurants und Freizeitangebote. Den Wegfall der Bowlingbahn sehe ich z.B. ebenfalls kritisch.
Für die Fläche am Cecilienplatz gibt es einen Bebauungsplan, der vorschreibt das Gewerbeflächen einbezogen werden müssen. Bebauungspläne sind ein wirkungsvolles Instrument, um in diese Richtung Vorgaben für Investoren zu machen. An der Stelle ist die Politik gefragt.