Der Weihnachtsmarkt vor dem bröckelnden Palast der Republik war ein Ort voller außergewöhnlicher Kontraste, zwischen Abrissbaggern, metallisch glänzenden Fassadenresten und leuchtenden Fahrgeschäften. Diese ungewöhnliche Szenerie schrieb sich tief ins Gedächtnis vieler Berlinerinnen und Berliner ein.

Die Fläche vor dem Palast der Republik im Dezember 1986: Wenige Jahre später sollte hier ein großformatiger Weihnachtsmarkt Platz finden. Noch aber ahnt davon in Ost-Berlin niemand etwas. / © Foto: IMAGO / Rolf Zöllner

© Foto Titelbild: IMAGO / Frank Brexel

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Der Weihnachtsmarkt am Humboldt Forum findet auch in diesem Jahr im Umfeld des rekonstruierten Berliner Stadtschlosses statt. Die Veranstaltung der Wollenschlaeger Event GmbH wird zum dritten Mal an diesem Ort ausgerichtet und etabliert sich zunehmend als fester Bestandteil der vorweihnachtlichen Wochen in Berlin-Mitte.

Die Premiere einer Lasershow bildet in diesem Jahr eine wesentliche Neuerung. Unter dem Titel „Emotionen in Licht und Klang“ wird die Installation dienstags und donnerstags gezeigt. Nach Angaben der beteiligten Technikfirma Hauptstadt Laser sei das Ziel, Musik sichtbar zu machen, indem Laserprojektionen präzise mit einer abgestimmten Tonkulisse kombiniert werden. Geplant sind zwei Vorführungen pro Abend, um 18 Uhr im Schlüterhof und um 20 Uhr an der Außenfassade der Spreeterrassen.

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Berlin-Mitte: Winterliches Umfeld an den Spreeterrassen

Auch in diesem Jahr werden die Spreeterrassen einbezogen, die direkt gegenüber dem Berliner Dom liegen. Dort entsteht eine winterlich gestalteter Außenbereich, der Ausblicke auf Fernsehturm, Nikolaiviertel und Spreeufer ermöglicht. Feuerstellen und Lichtinstallationen prägen den Freiraum und erzeugen in den Abendstunden eine stimmige Atmosphäre.

Ein beheiztes Gastronomiezelt ergänzt den Bereich und bietet einen geschützten Ort zum Aufwärmen. Nach Angaben der Veranstalter soll das Zelt bewusst als Rückzugsraum dienen, jedoch weiterhin in das Marktgeschehen eingebunden bleiben.

Es gab schon einmal einen Weihnachtsmarkt auf dem Schloßplatz in Berlin-Mitte

Ein Weihnachtsmarkt auf dem Schloßplatz in Berlin-Mitte, das hat es in der Vergangenheit bereits gegeben, doch die Geschichte des Standorts war über viele Jahrzehnte hinweg sehr wechselhaft. Bereits Anfang der 1950er-Jahre, als Lustgarten, Schloßplatz und das Gelände des abgerissenen Berliner Stadtschlosses zum Marx-Engels-Platz zusammengelegt wurden, entstand dort eine besondere Attraktion: Auf dem Markt verkehrte 1952 und 1953 eine Liliputbahn mit 381 Millimetern Spurweite, betrieben von der Arbeitsgemeinschaft Junge Eisenbahner, einem frühen Vorläufer der späteren Pioniereisenbahn in der Wuhlheide.

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Um 1960 experimentierten die Veranstalter zudem mit technischen Innovationen: Die engen Marktgassen wurden erstmals durch Infrarot-Langfeldstrahler beheizt, um den Besucherinnen und Besuchern in den Wintermonaten mehr Komfort zu bieten. Ab 1974 nutzte der Weihnachtsmarkt schließlich die gesamte Fläche des Marx-Engels-Platzes, auch nachdem dort der Palast der Republik eröffnet worden war.

Nach der Wende wurde der Palast der Republik zur Kulisse für einen bemerkenswerten Weihnachtsmarkt

Zeitweise wurden ein großer Parkplatz am Alexanderplatz sowie – zwischen 1962 und 1968 – eine Fläche neben der Sporthalle an der Karl-Marx-Allee in die Ausrichtung der zentralen Ost-Berliner Weihnachtsmärkte einbezogen.

Nach der Wiedervereinigung, als der Palast der Republik seine politische und kulturelle Funktion verloren hatte, wurde er zur Kulisse zu einem Weihnachtsmarkt, der mit zahlreichen Fahrgeschäften und Achterbahnen auf dem Parkplatz vor dem Palast aufgebaut wurde. Ab Anfang der 2000er Jahre war auch ein weithin sichtbares Riesenrad Teil des Weihnachtsmarktes.

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Ab 2006: Ein Weihnachtsmarkt vor der Kulisse des verschwindenden Palastes der Republik

Zwischen Februar 2006 und Dezember 2008 wurde der Palast der Republik schließlich, nach jahrelangen Diskussionen, abgetragen. Auch in dieser Zeit wurde auf der Fläche vor dem sukzessive verschwindenden Gebäude ein Weihnachtsmarkt aufgebaut, was rückblickend betrachtet zu geradezu außergewöhnlichen Bildern geführt hat.

Während im Hintergrund eines der ikonischsten Gebäude der DDR-Geschichte verschwand, wurde im Vordergrund die Weihnachtstradition der Neu- und Nachwendezeit zelebriert.

Nach der Fertigstellung des Humboldt Forums hat sich ein neuer Weihnachtsmarkt auf dem Schloßplatz etabliert

Nach dem abgeschlossenen Neubau des Humboldt Forums hat sich nun ein neuer, gänzlich anderer Weihnachtsmarkt auf dem Schloßplatz etabliert, mit kleinteiligen und hochwertigen Schaustellern und Gastronomen sowie einem ausgeklügelten Veranstaltungs- und Lichtkonzept.

An den großformatigen, grellen und lauten Weihnachtsmarkt, der hier einst vor den Fassaden des Palastes der Republik aufgebaut wurde, erinnert hier nichts mehr. Ob das gut oder schlecht ist, das bewertet jeder Besucher des heutigen Weihnachtsmarktes auf dem Schloßplatz wahrscheinlich ganz unterschiedlich. Aber immerhin: ein kleines Karussell gibt es auch hier.

Weihnachtsmarkt vor dem Palast der Republik im Dezember 1991. Im Hintergrund steht noch das Außenministerium der DDR, welches wenige Jahre später abgerissen werden sollte. / © Foto: IMAGO / Rolf Zöllner

© Foto: IMAGO / Rolf Zöllner

Ende November 2004: Vor dem Palast der Republik hat sich ein großformatiger Weihnachtsmarkt etabliert. / © Foto: IMAGO / PEMAX

Der Weihnachtsmarkt vor dem noch vollständig stehenden Palast der Republik, Anfang Dezember 2005. / © Foto: IMAGO / PEMAX

Der Weihnachtsmarkt vor dem rekonstruierten Berliner Stadtschloss, dem heutigen Humboldt Forum. / © Foto: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz

Quellen: Humboldt Forum, Berliner Morgenpost, VisitBerlin, Wintermarkt Schlossplatz, Museumsportal Berlin, MOZ, Wikipedia, IMAGO, Wollenschlaeger Event GmbH

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