Der Strukturwandel im Einzelhandel verändert seit Jahren die Innenstädte vieler deutscher Städte. Besonders ehemalige Warenhäuser stehen dabei im Fokus. Auch in Hamburg entstehen auf früheren Karstadt-Flächen zunehmend neue Quartiere mit Wohnungen, Gewerbe und Gastronomie. Mit dem Ankauf zweier ehemaliger Karstadt-Standorte in Bergedorf geht die Hansestadt nun den nächsten Schritt.

Belebte Einkaufsstraße in Bergedorf mit dem ehemaligen Karstadt-Gebäude auf der linken Seite und zahlreichen Passanten.

Der ehemalige Karstadt-Standort am Sachsentor befindet sich in zentraler Lage innerhalb der Bergedorfer Fußgängerzone. Die Stadt plant, das Areal gemeinsam mit weiteren Flächen und einem nahegelegenen Parkhaus städtebaulich neu zu ordnen und langfristig mit Wohnen, Handel und Dienstleistungen zu beleben. / © Foto: Wikimedia Commons, Dguendel, CC BY 4.0

© Fotos: IMAGO, Hoch Zwei Stock, Angerer

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Die Stadt Hamburg hat zwei ehemalige Karstadt-Flächen im Zentrum von Bergedorf erworben. Dazu gehören das seit 2021 leerstehende Warenhaus am Sachsentor sowie ein Grundstück am Bergedorfer Markt, auf dem das frühere Karstadt-Gebäude bereits abgerissen wurde. Zusammen umfassen beide Areale mehr als 4.200 Quadratmeter.

Nach Angaben der Stadt gingen dem Ankauf intensive Verhandlungen voraus. Finanzsenator Andreas Dressel erklärte, die Flächen seien ein zentraler Baustein für die zukünftige Entwicklung der Bergedorfer Innenstadt. Gleichzeitig habe Hamburg nicht nur die Grundstücke, sondern auch bereits weit fortgeschrittene Planungen für deren Neugestaltung gesichert.

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Innenstadtentwicklung in Bergedorf: Wohnen und Handel als Zukunftskonzept

Für beide Standorte liegen bereits Ergebnisse aus städtebaulichen Wettbewerben vor. Auf dem Grundstück am Bergedorfer Markt soll ein neues Ensemble mit Wohnungen, Einzelhandel und Gastronomie entstehen. Der entsprechende Entwurf wurde Ende 2022 in einem konkurrierenden Planungsverfahren ausgewählt.

Auch für das ehemalige Warenhaus am Sachsentor existiert bereits ein städtebauliches Konzept. Dort steht vor allem die Kombination aus Wohnnutzungen und gewerblichen Flächen im Erdgeschoss im Mittelpunkt. Darüber hinaus möchte die Stadt die beiden Karstadt-Areale gemeinsam mit einem nahegelegenen Parkhaus betrachten und die Bergedorfer Fußgängerzone langfristig städtebaulich, freiraumplanerisch und verkehrlich neu ordnen.

Das ehemalige Karstadt-Gebäude am Bergedorfer Markt wurde nach der Schließung des Warenhauses im Jahr 2021 abgerissen. Seitdem liegt die Fläche brach. / © Foto: Wikimedia Commons, Reinhard Kraasch, CC BY-SA 4.0

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Wandel ehemaliger Warenhäuser: Neue Funktionen statt Leerstand

Der Fall Bergedorf steht exemplarisch für eine Entwicklung, die sich vielerorts beobachten lässt. Zahlreiche ehemalige Warenhäuser verlieren ihre ursprüngliche Funktion als großflächige Einzelhandelsstandorte. Gleichzeitig steigt in vielen Städten der Bedarf an Wohnraum, Dienstleistungen und attraktiven Aufenthaltsorten in zentraler Lage.

Statt die Gebäude oder Grundstücke dauerhaft leer stehen zu lassen, setzen Kommunen und Eigentümer deshalb zunehmend auf gemischte Nutzungskonzepte. Wohnungen, Büros, Gastronomie, Gesundheitsangebote und Einzelhandel sollen dabei neue Frequenz in die Innenstädte bringen. Ehemalige Kaufhäuser entwickeln sich dadurch immer häufiger zu Stadtbausteinen mit mehreren Funktionen.

Quartier Wandsbek Markt: Aus dem Karstadt wird ein Stadtquartier

Wie eine solche Transformation aussehen kann, zeigt ein weiteres Hamburger Projekt. Am Wandsbeker Markt entsteht derzeit auf dem Gelände eines ehemaligen Karstadt-Warenhauses ein großflächiges Quartier mit rund 125 Wohnungen, Gastronomie, Einzelhandel, Büros sowie kommunalen Einrichtungen. Die Fertigstellung erfolgt schrittweise bis Ende 2028 und 2029.

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Dabei bleibt die denkmalgeschützte Fassade des historischen Karstadt-Gebäudes erhalten und wird in die neue Bebauung integriert. Begrünte Innenhöfe, neue Wegeverbindungen und zusätzliche Aufenthaltsflächen sollen das Quartier ergänzen. Das Projekt verdeutlicht, wie frühere Warenhausstandorte neue Aufgaben übernehmen können. Mit dem Ankauf der Flächen in Bergedorf verfolgt Hamburg nun auch dort das Ziel, aus ehemaligen Karstadt-Standorten lebendige Teile der Innenstadt zu entwickeln.

Vogelperspektive auf ein geplantes Stadtquartier mit begrünten Dächern, Innenhof, Wohnungen und Gewerbeflächen auf einem ehemaligen Karstadt-Areal.

Bis Ende 2028 beziehungsweise 2029 entstehen in Wandsbek rund 125 Wohnungen, Einzelhandelsflächen, Gastronomie, Büros sowie kommunale Angebote. Die denkmalgeschützte Karstadt-Fassade bleibt erhalten und wird in die Neubebauung integriert. / © Visualisierung: Union Investment Real Estate, Visualisierung: Sichtvision Architekturgrafik

Karstadt am Bergedorfer Markt
Karstadt am Sachsentor

Quellen: Norddeutscher Rundfunk, competitionline Verlag, Union Investment Real Estate, ppp architekten + stadtplaner

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