Im ehemaligen Karstadt-Gebäude am Tempelhofer Damm steht ein weiterer Mieter fest: Woolworth zieht ins „Southlight Tempelhof“. Damit füllen sich weitere Flächen. Ob das Projekt dem Standort wirklich neue Impulse gibt, bleibt jedoch abzuwarten.

Woolworth

Woolworth wird im ersten Obergeschoss des ehemaligen Karstadt-Gebäudes eine rund 2.600 Quadratmeter große Verkaufsfläche beziehen. Eine Filiale der Handelskette gibt es am Tempelhofer Damm bereits heute, unweit der U-Bahn-Station Alt-Tempelhof. / © Foto: depositphotos.com

© Titelbild: Lidl

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Viele Tempelhoferinnen und Tempelhofer haben lange darauf gewartet, dass sich am ehemaligen Karstadt-Gebäude am Tempelhofer Damm wieder etwas bewegt. Nachdem das Warenhaus geschlossen hatte, stand der markante Bau zunächst leer. Inzwischen zeichnet sich deutlicher ab, wie die Zukunft des Gebäudes aussehen soll. Neben dem bereits eingezogenen Lebensmitteldiscounter Lidl wird auch Woolworth eine große Fläche übernehmen.

Damit ist ein längerfristiger Leerstand zwar vom Tisch. Dennoch wird die Nachricht im Kiez wohl auch gemischt aufgenommen: Wirklich neu ist der Name am Tempelhofer Damm nicht. Eine große Woolworth-Filiale gibt es bereits wenige hundert Meter entfernt, an der U-Bahn-Station Alt Tempelhof. Ob diese bestehen bleibt oder ein Umzug erfolgt, ist bislang offen; ein ähnliches Szenario gab es zuletzt beim Lidl-Markt am Tempelhofer Hafen, der ebenfalls in das ehemalige Karstadt-Gebäude verlegt wurde.

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Karstadt Tempelhof: Woolworth plant große Filiale im ersten Obergeschoss

Nach Angaben des Eigentümers wird Woolworth rund 2.600 Quadratmeter im ersten Obergeschoss des Gebäudes beziehen. Dort soll einer der größten Stores der Kette in Europa entstehen. Die Eröffnung ist derzeit für den 30. April 2026 vorgesehen.

Insgesamt sind damit rund 9.000 Quadratmeter der ehemaligen Warenhausflächen neu vermietet. Neben Lidl im Erd- und Untergeschoss bildet Woolworth den zweiten großen Ankermieter des Projekts. Weitere Flächen in den oberen Etagen werden derzeit noch verhandelt. Eigentümer des Gebäudes ist die Versicherungskammer, die gemeinsam mit dem Asset Manager VALUES Real Estate die Neupositionierung des Hauses vorantreibt.

Revitalisierung des ehemaligen Warenhauses am Tempelhofer Damm: Was sich gerade tut

Der Bau aus den 1980er Jahren wird derzeit umfassend modernisiert. Dazu gehört unter anderem eine Umgestaltung der Rolltreppenbereiche, die an die neuen Flächenzuschnitte angepasst werden. Ziel ist es, die Verkaufsbereiche stärker sichtbar zu machen und die Wegeführung für Besucherinnen und Besucher zu verbessern.

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Auch infrastrukturell bleibt das Gebäude gut angebunden: Eine zweigeschossige Tiefgarage steht weiterhin öffentlich zur Verfügung, zudem gibt es einen direkten und barrierefreien Zugang zur U-Bahnlinie U6. Die Obergeschosse bieten dank großer Fensterfronten jeweils mehrere tausend Quadratmeter helle Nutzfläche, die künftig unterschiedlichen Nutzungen offenstehen könnten.

Noch ein Discounter: Zwischen Hoffnung und Ernüchterung am Tempelhofer Damm

Trotz der neuen Mieter stellt sich im Kiez auch eine grundsätzliche Frage: Bedeutet diese Entwicklung tatsächlich eine spürbare Aufwertung für den Tempelhofer Damm? Der Abschnitt zwischen Tempelhofer Feld und Ullsteinhaus ist seit Jahren stark von Discountern und günstigen Einzelhandelsketten geprägt. Cafés, Gastronomie oder kleinere Geschäfte sind vergleichsweise selten.

Vor diesem Hintergrund hatten einige Beobachter gehofft, dass das ehemalige Warenhaus stärker in Richtung eines gemischten Stadtquartiers entwickelt werden könnte; ähnlich wie beim Umbau des früheren Karstadt in Neukölln zum „KALLE Neukölln“. Der neue Name des Gebäudes, „Southlight Tempelhof“, klingt zwar nach einem ambitionierten Konzept. Ob sich hinter der Bezeichnung langfristig auch ein vielfältiger Nutzungsmix verbirgt, wird sich jedoch erst mit den noch offenen Vermietungen der oberen Etagen zeigen.

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Kalle Neukölln, Berlin-Neukölln

Das „Kalle Neukölln“ im ehemaligen Karstadt-Gebäude vereint Arbeit, Kultur und Freizeit unter einem Dach. Mit Sauna, Pool und neuem Rooftop-Restaurant setzt das Projekt seine Transformation fort. / © Foto: Sebastian Rost

Quellen: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg via Instagram, Tempelhof-Schöneberg Zeitung, Pressestelle Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG, Konii

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9 Kommentare

  1. Berliner 16. März 2026 at 09:26 - Reply

    Bau aus den 1980er Jahren?!

    • KS 16. März 2026 at 09:33 - Reply

      Anfang der 1980er Jahre riss Karstadt das alte Kaufhaus Tempelhof ab und baute es neu, größer und erweitert wieder auf. Die Fassade orientierte sich dabei an der historischen Optik des ursprünglichen Gebäudes.

  2. Dana 16. März 2026 at 12:53 - Reply

    Kein Mensch braucht dort einen Woolworth. Schade.

  3. Annika 12. April 2026 at 10:00 - Reply

    Ein Discounter nach dem anderen. Das wertet den Kiez nicht auf sondern ab. Es bringt das dementsprechende Publikum. Sehr schade.

  4. Barla Leydec 14. April 2026 at 08:30 - Reply

    Und wieder ein englischer Name: wieso Southlight? Südlicht oder Licht des Südens wäre doch auch schön gewesen- Tstststs

  5. Heidrun Reimann 14. April 2026 at 19:01 - Reply

    Na ,eine ansprechende den Kitz aufwertende Idee ist das wirklich nicht.
    Wenn das so weiter geht ,haben wir bald die zweite Sonnenallee .
    Furchtbar.

  6. Heidrun Reimann 14. April 2026 at 19:06 - Reply

    Eine Aufwertung des Tempelhofer Damm wird das nicht .
    Ramschläden und haben

  7. Echternach 15. April 2026 at 14:54 - Reply

    „Woolie“ steht in Berlin nicht für hochwertige Einkaufserlebnisse, sondern eher für Geschubse dick vermummter Personen an Wühltischen und seltsame Aromen. Als Anwohner lassen wir uns aber gerne überraschen, denn der LIDL ist eine echte Bereicherung geworden und der bisher schönste und aufgeräumteste LIDL, den ich betreten durfte. Der Name „Southlight“ ist albern. „Südlicht“ wäre in der Tat zeitgemäßer und berlinerischer. Die Investoren tun wahrscheinlich ihr Bestes und dafür gebührt ihnen Anerkennung. Sie sind nicht verantwortlich für fehlende Einzelhandelsdiversität am T-Damm. Wenn sich keine hiesigen Unternehmerinnen und Unternehmer mehr finden, die investieren und kleine, feine Läden aufmachen und mit Liebe betreiben, dann bleibts eben bei Wettbüros und Dönertheken. Die Immobilienbesitzer müssen schließlich vermieten, das würde jeder so machen. Die Trägheit der Bevölkerung zeigt sich im Handelsangebot.

  8. Fotomaus 17. April 2026 at 17:46 - Reply

    Ich freue mich,das eine Woolworth Filiale einzieht.
    Und wenn es sogar einer der größten Stores sein wird,
    um so interessanter und schöner vielleicht das Warenangebot.

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