Die Frankfurter Zeil befindet sich in einer Phase der Neuorientierung. Nach der Insolvenz der Signa-Gruppe tut sich nach Jahren etwas auf den ehemalige Karstadt-Flächen. Das frühere Warenhaus wurde an einen neuen Investor verkauft und soll durch Midstad zu einem Multi-Use-Komplex umgebaut werden.

Die Liegenschaft Schäfergasse 11 bis 15, Teil des ehemaligen Karstadt-Gebäudes an der östlichen Zeil, wird von Midstad für einen Investor entwickelt. Nach dem Erwerb von der Signa Development Selection AG sind Projektentwicklung, Vermietung und Vermarktung im Rahmen eines Multi-Use-Konzepts geplant. / © Foto: IMAGO / rheinmainfoto
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Die Insolvenz der Signa-Gruppe Ende 2023 wirkt bis heute nach und verändert den Umgang mit großformatigen Handelsimmobilien in deutschen Innenstädten. Auch in Frankfurt am Main steht die Zukunft ehemaliger Warenhäuser zur Disposition. Auf der Zeil betrifft dies insbesondere den frühere Karstadt an der östlichen Seite der Einkaufsstraße. Das Gebäude wurde von einem neuen Investor erworben und soll jetzt durch Midstad weiterentwickelt werden.
Während sich das Konsumverhalten weiter verschiebt und der Onlinehandel an Bedeutung gewinnt, geraten monofunktionale Handelsflächen zunehmend unter Druck. Gleichzeitig wächst der Anspruch an Innenstädte, nicht nur Orte des Einkaufens zu sein, sondern auch Räume für Aufenthalt, Arbeit und Austausch. Die Zeil nimmt in diesem Prozess eine zentrale Rolle ein, da sie sowohl wirtschaftliches Rückgrat als auch städtischer Raum mit hoher Symbolkraft ist. Entsprechend genau wird beobachtet, wie mit den frei gewordenen Flächen umgegangen wird.
Midstad übernimmt die Karstadt-Flächen an der Schäfergasse
Für die Liegenschaft Schäfergasse 11 bis 15, die Teil des früheren Karstadt-Komplexes ist, übernimmt nun Midstad die Projektentwicklung sowie die spätere Vermietung und Vermarktung. Das Gebäude umfasst Flächen vom ersten Untergeschoss bis in das fünfte Obergeschoss und diente bislang ausschließlich dem Einzelhandel. Mit dem Eigentümerwechsel entstehen neue Spielräume für eine inhaltliche Neuausrichtung.
Midstad plant, die Immobilie künftig im Rahmen eines Multi-Use-Konzepts weiterzuentwickeln. Ziel ist eine Nutzungsmischung, die besser auf die heutigen Anforderungen an zentrale Innenstadtlagen reagiert. Nach Angaben des Unternehmens soll die Entwicklung wirtschaftlich tragfähig bleiben und zugleich zur Belebung der östlichen Zeil beitragen. Dabei spielt auch der Austausch mit der Stadt und dem direkten Umfeld eine wichtige Rolle.
Östliche Zeil im Wandel: Umbau bei Peek & Cloppenburg wird ebenfalls Multi-Use-Objekt
Die Neuentwicklung der Karstadt-Flächen steht nicht isoliert, sondern fügt sich in einen umfassenderen Wandel entlang der Zeil ein. Auch andere großformatige Immobilien werden derzeit neu gedacht. Dazu zählt das Peek & Cloppenburg Gebäude auf der Zeil. Auch hier soll eine Multi-Use-Immobilie entstehen. Vorgesehen sind dort neben Einzelhandel auch Gastronomie, Kultur- und Freizeitangebote.
Diese parallelen Vorhaben verdeutlichen, dass sich insbesondere der östliche Abschnitt der Zeil schrittweise von der reinen Einkaufsstraße entfernt. Stattdessen rückt ein vielfältigerer Stadtraum in den Fokus, der auch außerhalb klassischer Ladenöffnungszeiten funktioniert. Ob das ehemalige Karstadt-Gebäude an der Schäfergasse dabei zu einem neuen Anziehungspunkt wird, hängt von der konkreten Umsetzung ab. Klar ist jedoch, dass die Zeil vor einer Phase nachhaltiger Transformation steht.
Quellen: Midstad B.V., Frankfurter Rundschau, Stadt Frankfurt, Frankfurter Neue Presse
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