Nach der Insolvenz des früheren Eigentümers Signa war die Zukunft des Karstadt-Areals am Kurfürstendamm offen. Eine aktuelle Schriftliche Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus zeigt nun, wie der Senat den weiteren Planungsprozess bewertet – und welche Vorgaben für eine mögliche Neubebauung gelten.

Auf dem Karstadt-Areal am Kurfürstendamm ist eine städtebauliche Neuordnung mit einer Mischung aus Handel, Wohnen, Gewerbe und öffentlich zugänglichen Bereichen geplant. Auch ein Hochpunkt bleibt Teil der Entwicklungsperspektive. / © Foto: depositphotos.com
© Titelbild: Henning Larsen Architects
Das ehemalige Karstadt-Areal am Kurfürstendamm gehört zu den prominentesten Entwicklungsgrundstücken der Berliner City West. Über Jahre hatte der damalige Eigentümer Signa Pläne für eine umfangreiche Neubebauung verfolgt, darunter auch Hochhausvarianten für den Standort. Nach der Insolvenz des Immobilienkonzerns und dem Eigentümerwechsel stellte sich jedoch die Frage, wie es mit dem Projekt weitergeht.
Antworten darauf liefert nun eine Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Julian Schwarze (Grüne) an den Berliner Senat. Dabei geht es unter anderem um den Stand des Bebauungsplanverfahrens, mögliche Anpassungen der bisherigen Konzepte sowie die Zukunft des geplanten Hochpunkts am Standort Kurfürstendamm 229/231.
Karstadt-Areal am Ku’damm: Senat hält an Planungen fest
Aus der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen geht hervor, dass das Bebauungsplanverfahren 4-81 weiterhin am Anfang steht. Der Aufstellungsbeschluss wurde bereits am 1. Juli 2021 gefasst, weitere formelle Verfahrensschritte seien bislang jedoch nicht erfolgt. Die weitere Bearbeitung soll erst nach einer städtebaulichen und hochbaulichen Qualifizierung der Planung erfolgen.
Grundlage für die weitere Entwicklung bleibt der vom Senat im Mai 2024 beschlossene Rahmenplan „Kurfürstendamm/Rankestraße“. Dieser sieht für das Areal weiterhin eine gemischte Nutzung vor: Neben dem Erhalt eines Warenhausstandorts sollen unter anderem Wohnflächen, gewerbliche Nutzungen, öffentlich zugängliche Bereiche und eine bessere Durchwegung des Blocks entstehen.

Die Visualisierung aus dem Jahr 2023 zeigt den damaligen Entwurf von Henning Larsen für das Karstadt-Areal am Kurfürstendamm. / © Visualisierung: Henning Larsen Architects
Henning-Larsen-Entwurf wird derzeit überarbeitet
Auch die bisherige Hochhausplanung befindet sich demnach in Bewegung. Der im Jahr 2023 ausgewählte Entwurf des dänischen Büros Henning Larsen wurde nach der Signa-Insolvenz nicht unverändert weiterverfolgt. Stattdessen soll das Konzept im Rahmen der städtebaulichen Qualifizierung überarbeitet werden. Grundlage dafür sind die Vorgaben des Rahmenplans.
Dieser sieht weiterhin die Möglichkeit eines Hochpunkts vor – allerdings nicht als festgesetztes Hochhausprojekt. Der Standort soll abhängig vom städtebaulichen Konzept geprüft werden. Dabei müssen insbesondere die bestehenden Hochhausmarken „Upper West“ und „Zoofenster“ sowie die Anforderungen des Denkmalschutzes berücksichtigt werden. Konkrete Angaben zu Höhe oder Dimension des möglichen Hochpunkts macht der Senat bislang nicht.
Hochhauspläne in der City West: Neue Eigentümer, offene Planung
Seit September 2025 gab es nach Angaben des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf mehrere Eigentümerwechsel innerhalb des Geltungsbereichs des Bebauungsplans, darunter auch Grundstücke am Kurfürstendamm 229 und 231 sowie an der Rankestraße und Augsburger Straße.
Wie die künftige Bebauung des Areals konkret aussehen wird, bleibt damit weiterhin offen. Fest steht nach der Senatsantwort jedoch: Die bisherigen Signa-Pläne werden nicht einfach fortgeführt. Stattdessen soll die Entwicklung auf Grundlage des Berliner Rahmenplans neu qualifiziert werden – mit einem möglichen Hochpunkt, aber unter veränderten städtebaulichen Bedingungen.
Kurfürstendamm 229
Quellen: Drucksache 19 / 26 600, Schriftliche Anfrage, Signa Real Estate, Henning Larsen Architects
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https://www.entwicklungsstadt.de/signa-projekte-hermannplatz-und-kudamm-senat-stoppt-planung/
„Die ursprünglichen Pläne für das Areal, die Signa bereits vor mehreren Jahren publiziert hatte, sahen den Bau von drei bis zu 150 Meter hohen Gebäuden und die Schaffung von rund 50.000 Quadratmetern Einzelhandelsflächen vor.
Während der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf diesen Plänen wohlwollend gegenüberstand, stieß das Konzept bei der damaligen Senatsbaudirektorin, Regula Lüscher, auf wenig Gegenliebe und führte zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung zwischen Bezirk und Senatsverwaltung für Stadtentwicklung über die sinnhafte Entwicklung von Hochhausprojekten in der City West.“
Das typische Berliner Gezerfe über Jahre treibt Planungs- und Baukosten in die Höhe, alleine durch Inflation.
Diesma ist der Senat der Bremser, nicht wie üblich die Bezirke.
Danke für Ihren informativen Beitrag, ich wusste das nicht so. Ich dachte, der Bezirk stehe mal wieder auf der Leitung. Da kann man ja nur hoffen, dass der Bezirk sich doch noch durchsetzt.