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Das Karstadt-Areal am Kurfürstendamm wurde an die Stumpf Development verkauft und steht nun vor einer grundlegenden Umplanung. Wohnraum, Nutzungsmix und ein mögliches Hochhaus prägen die kommenden Entscheidungen.

Hochhauspläne Karstadt Areal, Henning Larsen Architects

Zwei neue Hochhäuser gehörten einst zu den Plänen von Signa Real Estate, basierend auf Entwürfen von Henning Larsen Architects. Mit der Übernahme des Areals durch Stumpf Development beginnt nun eine neue Phase der Neuausrichtung. / © Visualisierung: Henning Larsen Architects

© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierung: Henning Larsen Architects

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Das Galeria Warenhaus am Kurfürstendamm 231 hat einen neuen Besitzer. Die Stumpf Development GmbH hat das Areal aus der Insolvenzmasse einer Signa Immobilientochter erworben. Über den Kaufpreis wurde bisher keine Auskunft gegeben. Mit der Übernahme erhält das Unternehmen die Verantwortung für die Weiterentwicklung eines der zentralen Standorte der Berliner City West.

Die Pleite des Signa Konzerns hatte das Projekt in den vergangenen Monaten ausgebremst. Signa war Ende 2023 in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Das Unternehmen hatte für das Ku’damm-Grundstück noch Anfang 2023 weitreichende Umbaupläne vorgestellt, die drei Hochhäuser und zusätzliche Handelsflächen vorsahen. Diese Ideen hatten sich jedoch bereits vor der Insolvenz nicht im gewünschten Tempo konkretisieren lassen.

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Karstadt Kurfürstendamm: Stumpf Development sieht Potenzial für Neuausrichtung des Areals

Der neue Eigentümer spricht von beträchtlichem Potenzial am Standort. Geschäftsführer Stefan Zöser erklärte laut Berliner Morgenpost, das Unternehmen strebe ein zeitgemäßes Gesamtkonzept an, das den Standort zu einem neuen Nutzungsmix führen solle. Konkretere Angaben sollen folgen, sobald erste Grundzüge der Planung vorliegen. Diese sollen anschließend gemeinsam mit Politik und Verwaltung abgestimmt werden.

Auch der Insolvenzverwalter der bisherigen Grundstückseigentümerin äußerte sich positiv. Torsten Martini lobte Stumpf Development als verlässlichen Partner, der die nötigen Voraussetzungen für eine Fortführung des Projekts mitbringe. Die Zusammenarbeit während des Verkaufsprozesses sei aus seiner Sicht konstruktiv verlaufen.

Frühere Signa-Pläne umfassten drei Hochhäuser

Bereits vor der Signa Insolvenz hatte der Berliner Senat die zuvor geplanten Hochhausentwürfe überarbeitet. Ein älterer Entwurf des Büros Henning Larsen Architects sah zwei neue Türme auf dem Areal vor. Zuvor hatte Signa sogar drei Baukörper mit bis zu 150 Metern Höhe vorgeschlagen. Diese Planungen führten zu Differenzen zwischen dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und der damaligen Senatsbaudirektorin.

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Der Senat reduzierte die Planungen schließlich deutlich. Statt drei oder zwei Hochhäusern sollte nur ein Turm entstehen. Dieses Hochhaus sollte sich an den bestehenden Hochpunkten Upper West und Zoofenster orientieren. Gleichzeitig wurde der Wohnanteil im Rahmenplan stark erhöht.

Berlin City West: Senat setzt auf mehr Wohnraum und gemischte Nutzung

Mit der Überarbeitung der früheren Planungen plädierte der Senat klar für mehr Wohnraum. Die ursprünglich vorgesehenen 5.000 Quadratmeter Wohnfläche sollen auf 30.000 Quadratmeter anwachsen. Nach dem Berliner Modell sollen rund 30 Prozent der Wohnungen gefördert entstehen. Damit reagiert der Senat auf die angespannte Wohnungssituation in der Hauptstadt und rückt von der zuvor stärker gewerblichen Nutzung des Areals ab.

Parallel dazu sollen weiterhin Flächen für Einzelhandel, Gastronomie und Freizeitangebote Teil des Projekts bleiben. Auch eine Kita für etwa 100 Kinder ist vorgesehen. Diese Vorgaben gelten nun ebenfalls für die neue Eigentümerin Stumpf Development.

Karstadt Kudamm: Neue Projektphase beginnt mit neuem Investor

Mit dem Erwerb durch Stumpf Development beginnt für das Areal eine neue Projektphase. Das Unternehmen gehört zu einer international tätigen Gruppe, die bereits größere Vorhaben in Wien und Berlin realisiert hat.

In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie die neuen Planungen mit den bestehenden Rahmenbedingungen zusammengeführt werden und welche Rolle das geplante Hochhaus am Kurfürstendamm einnehmen wird.

Quellen: Berliner Morgenpost, Signa Real Estate, Henning Larsen Architects

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2 Kommentare

  1. Andrea Kaiser 15. November 2025 at 13:38 - Reply

    Was passiert mit Galeria Karstadt am Kudamm? Wird es geschlossen, umgebaut, erhalten?

  2. Böhme 19. November 2025 at 11:38 - Reply

    Die ursprüngliche Vorstellung der Signa-Gruppe, dort drei Hochhäuser mit einer Größe von bis zu 150 Metern hinzusetzen, war und ist völlig richtig – und man kann nur hoffen, dass man ein solches Konzept erneut versucht.

    Und völlig absurd die Vorstellung, dort 30 % geförderten Wohnraum zu etablieren – in der Lage!?! Man ist nur fassungslos (Den Sozialismus in seinem Lauf …)! Ich dachte immer, dass man das Gebäude Ecke Ku’damm, Joachimsthaler und Augsburger Straße zu einem Hochhaus umbauen könnte, indem man auf dem für meinen Geschmack architektonisch gelungenen Sockel aufsetzt. Scheint aber nicht gehen.

    Und das alte Galeria-Gebäude mag abgerissen und dort ein Hochhaus hingesetzt werden. Das Geschäft ist nur noch ein Schatten seiner selbst aus früheren Jahrzehnten, dass mit Einsparungen immer mehr eingedampft und damit immer unattraktiver wird.

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