Die Pläne für das ehemalige Karstadt-Gebäude am Leopoldplatz in Berlin-Wedding werden erneut überarbeitet. Wohnungen sind zwar wieder vorgesehen, doch das einst ambitionierte Umbauprojekt fällt offenbar deutlich kleiner aus.

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

Die Zukunft des ehemaligen Karstadt-Warenhauses am Leopoldplatz nimmt erneut eine Wendung. Nachdem zwischenzeitlich sogar fraglich war, ob überhaupt noch Wohnungen auf dem Grundstück entstehen sollen, verfolgt die Eigentümerin Versicherungskammer Bayern (VKB) mittlerweile wieder konkrete Umbaupläne. Diese fallen allerdings aber wohl deutlich kleiner aus als ursprünglich vorgesehen, wie das Magazin Weddingweiser berichtet.

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Ende August sollen die überarbeiteten Entwürfe erstmals ausführlich der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Für den 27. August 2026 ist um 19 Uhr eine Bürgerveranstaltung im leerstehenden Teil des Erdgeschosses des ehemaligen Warenhauses geplant. Bereits im Februar hatte die VKB die Grundzüge des neuen Konzepts im Stadtentwicklungsausschuss der BVV Mitte präsentiert.

Leopoldplatz: Umbau des Karstadt-Gebäudes soll deutlich kleiner ausfallen

Demnach soll wesentlich weniger in die bestehende Bausubstanz eingegriffen werden als noch bei den früheren Planungen, wie es heißt. Ein Teil des Parkdecks in den oberen Geschossen soll erhalten bleiben. Auch die markante spiralförmige Auffahrt im Hof, die sogenannte „Spindel“, soll nun nicht mehr abgerissen werden.

Vor allem beim geplanten Wohnungsbau gibt es jedoch deutliche Veränderungen. Ursprünglich waren rund 80 Wohnungen in einem Holzaufbau auf dem Dach des ehemaligen Warenhauses vorgesehen. 40 Prozent davon sollten als Sozialwohnungen entstehen. Nun soll die geplante Wohnfläche unterhalb der Grenze von 5.000 Quadratmetern bleiben, ab der im kooperativen Baulandverfahren entsprechende Verpflichtungen greifen.

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Weniger Wohnungen geplant: Kritik aus der BVV Mitte

In der BVV Mitte stieß dieser Ansatz auf deutliche Kritik. Nach Angaben des Magazins reduziert sich das Gesamtvolumen gegenüber dem früheren Konzept um etwa ein Achtel, die Fläche der neu zu errichtenden Gebäudeteile sogar um mehr als 40 Prozent. Als Grund nennt die VKB die veränderten wirtschaftlichen Bedingungen für Immobilienprojekte.

Damit beginnt für den Standort praktisch ein neuer Planungsprozess. Das Bebauungsplanverfahren, das auf Grundlage des früheren Konzepts entwickelt worden war, muss neu aufgerollt werden. Weiter beteiligt bleibt allerdings Baumschlager Eberle Architekten. Das Büro hatte 2023 den vorausgegangenen Architekturwettbewerb gewonnen und soll nun auch die überarbeitete Planung entwickeln.

Müllerstraße: Seit der Signa-Insolvenz wurden die Pläne mehrfach verändert

Die wechselvolle Planungsgeschichte reicht mittlerweile mehrere Jahre zurück. Seit 2022 hatten der Bezirk Mitte, die damalige Miteigentümerin Signa und die VKB gemeinsam an einer grundlegenden Transformation des 1978 eröffneten Warenhauses gearbeitet.

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Vorgesehen war ein Nutzungsmix aus Einzelhandel, Wohnen, Büros sowie sozialen Angeboten. Nach der Insolvenz von Signa Ende 2023 übernahm die Versicherungskammer Bayern das Grundstück an der Müllerstraße 25 wieder vollständig.

Seit der Schließung im Januar 2024 wartet das Gebäude auf eine neue Perspektive

Im Januar 2024 schloss Karstadt seine Filiale. Danach wurde die langfristige Entwicklung zunehmend ungewiss. Im Frühjahr 2025 hieß es zeitweise sogar, Wohnungen und Büros spielten in den Planungen keine Rolle mehr.

Stattdessen sollte das bestehende Gebäude zunächst mit möglichst geringen Eingriffen weitergenutzt werden. Seit April 2025 betreibt immerhin der Discounter Lidl im Erdgeschoss einen Supermarkt.

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Leopoldplatz: Kulturelle Zwischennutzung kam bislang nicht zustande

Parallel versuchte der Bezirk, Teile des Gebäudes für kulturelle und gemeinwohlorientierte Angebote zu öffnen. Eine Machbarkeitsstudie bezifferte die Einrichtung einer entsprechenden Kulturetage allerdings auf rund 1,6 Millionen Euro, hinzu wären jährliche Betriebskosten von mehr als einer Million Euro gekommen.

Auch zwischen Bezirk und Eigentümer bestand letztlich keine Einigkeit über das Konzept. Mit der nun wieder aufgenommenen Umbauplanung gibt es erstmals seit längerer Zeit eine konkretere Perspektive für das ehemalige Warenhaus.

Karstadt-Pläne im Wedding: Informationsveranstaltung am 27. August

Wie viele Wohnungen tatsächlich entstehen, welche weiteren Nutzungen vorgesehen sind und wie stark sich das Gebäude architektonisch verändern wird, dürfte sich mit der Präsentation Ende August genauer zeigen.

Sicher ist bislang vor allem: Das einst ambitionierte Transformationsprojekt am Leopoldplatz wird deutlich kleiner ausfallen als ursprünglich gedacht. Und der Charakter des Vorhabens wird sich deutlich anders darstellen. Es herrscht wohl Diskussionsbedarf am 27. August.

Was wird von diesem ursprünglichen Konzept für den Umbau des einstigen Karstadt-Gebäudes am Leopoldplatz übrig bleiben? Das verantwortliche Büro, Baumschlager Eberle Architekten, soll das Projekt auch weiterhin begleiten. / © Visualisierung: Baumschlager Eberle Architekten GmbH

 

Quellen: Weddingweiser, Baumschlager Eberle Architekten GmbHRBB, Berliner Morgenpost, Bundesministerium für Verteidigung, Der Spiegel, Versicherungskammer Bayern

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One Comment

  1. Max 14. August 2026 at 15:56 - Reply

    Tja, das bezirkliche Wünsch dir was auf anderer Leute Kosten haut nicht mehr hin, da kann man schon mal unzufrieden sein.

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