Am Blockdammweg in Berlin-Lichtenberg plant die HERECON GmbH ein 50 Meter hohes Gewerbehochhaus. Das Projekt „Blockbuster Berlin“ soll moderne Büroflächen mit Gastronomie, Hotel und Forschung kombinieren. Kritik kommt wegen der städtebaulichen Wirkung und der Nähe zu denkmalgeschützter Bausubstanz.

Das geplante Hochhaus „Blockbuster Berlin“ am Blockdammweg präsentiert sich in einem markanten, terrassierten Baukörper mit klarer vertikaler Rasterstruktur und roséfarben wirkender Fassadengestaltung. Das Gebäude staffelt sich in mehreren Ebenen, wobei der höchste Turmteil rund 50 Meter misst und die umgebende Bebauung deutlich überragt. / © Visualisierung: HERECON
© Visualisierungen: HERECON
In direkter Nachbarschaft zur Spree, an der Ecke Rummelsburger Landstraße und Blockdammweg, plant die HERECON GmbH ein markantes Gewerbehochhaus. Das Projekt mit dem Namen „Blockbuster Berlin“ soll bis zu 50 Meter hoch werden und sich über eine Bruttogeschossfläche von rund 27.000 Quadratmetern erstrecken.
Noch bis vor Kurzem befand sich auf dem Areal eine Tankstelle, die inzwischen vollständig abgerissen wurde. Der geplante sechseckige Baukörper soll mit einem zentralen Atrium ausgestattet werden und in den oberen Geschossen flexible Büroflächen bieten. Im Erdgeschoss sind unter anderem Gastronomie, Nahversorgung und ein Eingangsbereich vorgesehen.
Zugang zur Spree und gute Anbindung: Geplantes Gebäude ergänzt neuen Platz am Blockdammweg
Der architektonische Entwurf für das Projekt stammt vom Berliner Büro Realace Architekten, das auf städtische Mischnutzungen spezialisiert ist. Vorgesehen ist ein vielfältiges Nutzungskonzept, das Büroflächen mit Hotel, Gastronomie, Forschungseinrichtungen sowie Bereichen für urbane Produktion kombiniert. Auf die Integration von Wohnraum wurde dabei bewusst verzichtet.
Das Gebäude soll in einen neu entstehenden öffentlichen Platz eingebettet werden. Dieser wird auf der Seite des Blockdammwegs eine direkte Anbindung an die Tramlinien 21 und 22 ermöglichen. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein fußläufiger Zugang zur Spree geplant, der den Standort zusätzlich mit dem Uferraum verknüpfen und zur Aufenthaltsqualität beitragen soll.
Strukturwandel am östlichen Spreeufer: Gewerbe ersetzt frühere Industrieflächen
Das Projekt entsteht im direkten Umfeld des Entwicklungsgebiets „Spreeküste“. In dem angrenzenden Areal wurden bereits städtebauliche Leitbilder formuliert, die auf einem Werkstattverfahren aus dem Jahr 2023 basieren. Ziel ist es, das Quartier an der Spree langfristig neu zu strukturieren, mit gewerblichen, kulturellen und gastronomischen Nutzungen.
Das Areal rund um den Blockdammweg befindet sich seit mehreren Jahren im Wandel. Die Umnutzung ehemaliger Industrie- und Tankstellenflächen zu urbanen Gewerbestandorten folgt einem übergeordneten Strukturwandel in Lichtenberg und Treptow-Köpenick.
Städtebauliche Debatte: Geplantes Hochhaus überragt denkmalgeschützte Nachbarbauten
Mit 50 Metern Höhe würde der Blockbuster nicht nur die direkte Umgebung, sondern auch den historischen Wasserturm überragen, der sich unweit des Grundstücks befindet. Der Wasserturm stammt aus dem Jahr 1929 und steht unter Denkmalschutz. Im Baukollegium wurde deshalb ein früherer Entwurf für ein noch höheres Gebäude abgelehnt.
Ob der Blockbuster tatsächlich in dieser Form umgesetzt wird, ist derzeit noch offen. Der Projektentwickler befindet sich in Gesprächen mit dem Bezirk. Man strebe nach eigenen Angaben eine Erweiterung der ursprünglich genehmigten Bruttogeschossfläche von 10.400 auf 27.000 Quadratmeter an.

Auf mehreren Dachflächen sind großzügige, begrünte Terrassen vorgesehen, die dem Gebäude nicht nur eine ökologische, sondern auch eine gestalterisch aufgelockerte Wirkung verleihen sollen. Der neue Baukörper setzt mit seiner Höhe einen deutlichen städtebaulichen Akzent und wirkt als dominanter Auftakt am Eingang zur Köpenicker Chaussee. /© Visualisierung: HERECON
Quellen: HERECON, Berliner Kurier
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5 Kommentare
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Wenn man die Flächenfreimachungen dort überall beobachtet, ist es nicht schwer zu erahnen, was dort perspektivisch im gesamten Gebiet abgehen wird. Nun bekommt man diese einzigartige Jahrhundertchance für ein Landmark-Gebäude und architektonisch herrliche Zeiten könnten anbrechen…..Aber nee, schon ploppt wieder so eine gequirlte und uninspirierte Allerweltsfassadensoße auf….Warum geht so etwas immer nur in Hamburg, Kopenhagen oder Shanghai und in Berlin nicht?
Das Grundproblem ist, dass offensichtlich alle Architekten Berlin hassen! Anders lässt sich die Verweigerung, der Stadt auch nur ansatzweise anspruchsvolle Architektur anzudienen, nicht erklären. Und auf der anderen Seite sitzen öffentlich Bedienstete, die ihre Unfähigkeit beim Durchwinken schlechter Architektur offensichtlich jeden Tag innerlich feiern!
Grauenvoll was in Berlin passiert.
Endlich mal neue Büroflächen. Stehen ja nur 1 Mio qm leer.
Genau, heutzutage brauchen wir unbedingt noch mehr leerstehende Bürogebäude in Berlin.
Und welche Tram 22 überhaupt? Soweit ich weiß, fährt nichtmal die 21 noch bis Ende des Jahres durchgehend…ob die 22 jemals kommt, steht in den Sternen.