Wo lange Bauzäune standen, laden heute Bänke und eine geöffnete Platzspitze zum Verweilen ein. Der Karl-Marx-Platz in Rixdorf ist fertig umgebaut. ENTWICKLUNGSSTADT zeigt, was sich für Anwohnerinnen und Anwohner, Marktbesucher und Radfahrende verändert hat.

Nach rund 21 Monaten Bauzeit eröffnete das Bezirksamt Neukölln den umgestalteten Karl-Marx-Platz am 23. Juni 2026. Bei der Umgestaltung setzte der Bezirk auf eine zurückhaltende Gestaltung, setzte sich dafür aber umso intensiver mit der Klimaanpassung auseinander./ © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Der Karl-Marx-Platz in Neukölln zeigt sein neues Gesicht. Nach rund 21 Monaten Bauzeit hat das Bezirksamt die Umgestaltung des historischen Stadtplatzes im Juni 2026 abgeschlossen. Der Umbau soll den Platz an den Klimawandel anpassen, den Wochenmarkt stärken und Radfahrenden mehr Sicherheit bieten.
Umbau des Karl-Marx-Platzes in Neukölln: Eröffnung nach Verzögerung
Die Planungen für den Platz begannen bereits 2019. Eigentlich wollte der Bezirk 2022 mit dem Bau starten. Die Berliner Wasserbehörde lehnte jedoch das vorgesehene Entwässerungssystem ab, deshalb musste der Bezirk umplanen. Im September 2024 begannen schließlich die Arbeiten. Zunächst baute der Bezirk die nördliche Fahrbahn um und gab sie im April 2025 frei. Danach folgten Platzfläche und Platzspitze.
Am 23. Juni 2026 eröffnete das Bezirksamt den Platz offiziell, einen Monat später als angekündigt. Die Kosten von rund 1,27 Millionen Euro trägt das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren und Quartiere“. Bezirksstadtrat Jochen Biedermann (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) hatte zum Baustart erklärt, der Umbau leiste einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verkehrssicherheit. Einige Pflanzarbeiten stehen im Herbst 2026 noch aus.
Klimaanpassung in Neukölln: Wie der Platz Regenwasser speichern soll

Der sogenannte Klimastein nimmt Regenwasser über die Fugen auf und gibt es zeitversetzt wieder ab. Der helle Farbton soll den Platz zusätzlich kühl halten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Ein zentrales Element der Neugestaltung ist der Bodenbelag. Der Bezirk hat einen sogenannten Klimastein verlegt, also ein Betonsteinpflaster mit Natursteinvorsatz. Dieser nimmt Regenwasser über die Fugen auf und gibt es zeitversetzt wieder ab. Zusammen mit dem hellen Farbton soll das Material den Platz im Sommer kühlen. So will der Bezirk Hitzeinseln im dicht bebauten Kiez verringern.
Auch die Entwässerung folgt dem Prinzip der Schwammstadt. Einen Teil des Regenwassers leiten die Straßenabläufe ab. Den anderen Teil führt eine Pflasterrinne in eine Versickerungsmulde an der Platzspitze. Zusätzlich dient das ehemalige Brunnenbecken nun als begrünte Mulde. Das versickernde Wasser kommt dort direkt den Bäumen zugute.
Alltag am Karl-Marx-Platz: Neue Plätze für Markt, Radverkehr und Aufenthalt

Auch wenn der Bezirk den Platz im Juni 2026 offiziell eröffnet hat, stehen noch letzte Feinheiten aus. Im Herbst 2026 folgen ergänzende Pflanzarbeiten, die die Umgestaltung abschließen sollen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Die früher umzäunte Platzspitze steht nun allen offen. Dort sind halbrunde Bänke, eine Tischgruppe und zwei Federwippen aufgestellt worden. Am Platzrand hat der Bezirk weitere Bänke aufgestellt und die Beleuchtung erneuert. Die Skulpturengruppe „Imaginäres Theater“ und die beiden Kioske sind erhalten geblieben. Außerdem bietet die Fläche weiterhin Raum für den Wochenmarkt, der zweimal pro Woche stattfindet.
Auch im Verkehr hat sich einiges verändert. Seit 2021 können Autos die sogenannte Schnalle zum Richardplatz nicht mehr durchfahren. Radfahrende nutzen die nördliche Fahrbahn inzwischen in beide Richtungen, das gesägte Großsteinpflaster erleichtert dabei das Fahren. Der Umbau ist zudem Teil des Kiezblocks Rixdorf, mit dem der Bezirk den Durchgangsverkehr verringern will. Ende 2025 berichtete der Bezirk allerdings, dass viele Autofahrerinnen und Autofahrer das Halteverbot am Platz missachten.
Quellen: Bezirksamt Neukölln, Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee (kms-sonne.de), Sanierungszeitung KARLSON, BSG Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft, Berliner Zeitung, meinBerlin
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2 Kommentare
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Wieder eine Steinwüste, die sich im Sommer aufheizt. Nur wegen ein paar Stunden Wochenmarkt in der Woche?
Das Sportgerät Fahrrad ist kein vollwertiges Verkehrsmittel. Der ÖPNV muss verbessert werden. Der Richardplatz liegt über 500m entfernt von der nächsten Haltestelle. Buslinie 171 sollte über Karl-Marx-Platz, Richardplatz und Hertzbergstr. geführt werden, statt auf dem Umweg über S Sonnenallee. Durchgangsverkehr kann man auch mit Busschleusen verhindern.
Einfach zum Weinen! An alle wird gedacht,nur nicht an Autofahrer! Wo bleiben denn Parkplätze? Wie wäre es, wenn man in den Büros der sogenannten Planer,ihnen mal 70 % ihrer Bürostühle wegnehmen würde? Upps wäre das Geschrei groß!