In Neukölln fand am 30. September ein Kiezspaziergang statt, bei dem Sanierungsprojekte im Norden des Bezirks vorgestellt wurden. Stationen waren unter anderem der Karl-Marx-Platz, die Rollbergsiedlung, das Vollgut-Areal und der Kinder- und Jugendtreff Blueberry. Gezeigt wurden bereits umgesetzte Maßnahmen ebenso wie Vorhaben, die noch in Arbeit sind.

Beim Kiezspaziergang durch Neukölln erläuterten Jochen Biedermann sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Quartiersmanagement und Stadtplanung verschiedene Sanierungsprojekte im Rollbergkiez. Dabei wurde unter anderem die Kindl-Treppe zum Vollgut-Areal und aktuelle Vorhaben wie die Instandsetzung eines Fahrstuhls vorgestellt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Am 30. September 2025 lud das Bezirksamt Neukölln zu einem Kiezspaziergang durch den Norden des Bezirks ein. Bezirksstadtrat Jochen Biedermann und Vertreterinnen und Vertreter des Amts stellten dabei zentrale Sanierungsmaßnahmen vor. Die Route führte über den Karl-Marx-Platz, die Rollbergsiedlung, das Vollgut-Areal sowie den Kinder- und Jugendtreff Blueberry.
Karl-Marx-Platz in Neukölln: Sanierung mit neuen Spielangeboten, Bänken und besserer Fahrradinfrastruktur

Der Karl-Marx-Platz in Neukölln zeigt sich mit seiner markanten Dreiecksform als wichtiger Stadtplatz zwischen Karl-Marx-Straße, Richardplatz und Thomasstraße. Historische Elemente, moderne Nutzungen und anstehende Sanierungsmaßnahmen prägen das Bild und machen den Platz zu einem zentralen Ort im Norden des Bezirks. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Am Karl-Marx-Platz sind bereits erste Maßnahmen sichtbar. Die beiden Kioske und Figuren am Platz sollen gereinigt werden und in sanierter Form am Karl-Marx-Platz bestehen bleiben. Die nördliche Fahrbahn am Platz wurde bereits fahrradfreundlich umgebaut, die Bodensteine abgeschliffen, um Rollstuhlfahrenden, Kinderwagen und Fahrrädern die Passage zu erleichtern. Dennoch parken weiterhin Autos auf Flächen, die eigentlich für den Radverkehr vorgesehen sind, weshalb das Konzept noch nachgebessert werden muss.
In den kommenden Monaten folgen weitere Arbeiten. Die grüne Spitze des Platzes soll neue Spielangebote erhalten, zusätzliche Bänke werden installiert, und eine bessere Beleuchtung ist vorgesehen. Außerdem sollen Regenwassermengen künftig über Mulden und Pflasterrinnen versickern können, während ein neuer Brunnen die Bepflanzung unterstützt. Bis Mai 2026 will das Stadtentwicklungsamt die Neugestaltung abschließen und den Platz für Anwohnende und Marktbesucher attraktiver machen.
Rollbergsiedlung: Barrierefreie Außenanlagen und neue Sportflächen an der Lessinghöhe

Die Außenanlagen des Kinder- und Jugendzentrums Lessinghöhe werden im zweiten Bauabschnitt auf 7.000 Quadratmetern barrierefrei neugestaltet und für inklusive Angebote geöffnet. Dabei entstehen naturnahe Spiel- und Aufenthaltsflächen, die durch Entsiegelung und Begrünung auch zum Klimaschutz beitragen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
In der Rollbergsiedlung präsentierte das Quartiersmanagement die laufenden Arbeiten an den Außenanlagen des Kinder- und Jugendzentrums Lessinghöhe. Erste Flächen mit neuen Sportmöglichkeiten wie einem Volleyball- und Fußballplatz sind bereits fertiggestellt, weitere Bereiche werden seit Sommer 2025 erneuert. Ziel ist es, bis 2026 ein vollständig barrierefreies Gelände zu schaffen, das auch Kindern und Jugendlichen mit körperlichen Beeinträchtigungen offensteht.
Darüber hinaus prüft das Jugendamt, ob benachbarte Schulen künftig Räume im Jugendzentrum nutzen können, um den Platzmangel im Quartier zu entschärfen. Die geplanten Maßnahmen umfassen neben inklusiven Sportflächen auch neue Wegeleitsysteme, Pflanzflächen und eine bessere Beleuchtung. Zudem konnten Kinder und Jugendliche ihre Ideen in den Planungsprozess einbringen, um die Anlage an ihren Bedürfnissen auszurichten.
Vollgut-Areal in Neukölln: Genossenschaft entwickelt 40.000 Quadratmeter für Kultur, Soziales und Gewerbe

Auf rund 40.000 Quadratmetern soll ein vielfältig nutzbarer Ort für soziale Einrichtungen, kreative Betriebe und kulturelle Akteure entstehen. Das Gelände war einst Teil der Kindl-Brauerei und wurde als Getränkelager genutzt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Im Vollgut-Areal im Rollbergkiez zeigte der Kiezspaziergang die bereits sichtbare Vielfalt. In den denkmalgeschützten Bauten der früheren Kindl-Brauerei befinden sich heute ein Museum, Cafés, Werkstätten und soziale Einrichtungen. Noch im Umbau ist die große Vollguthalle, die künftig durch die Genossenschaft Vollgut eG verwaltet werden soll. Ziel ist es, die rund 40.000 Quadratmeter Fläche langfristig für Vereine, Kulturinitiativen und soziale Träger zu sichern.
Die Stiftung Edith Maryon stellt das Gelände über ein langfristiges Erbbaurecht bereit und entzieht es damit dauerhaft der Spekulation. Der Baustart für die Vollguthalle ist Ende 2025 vorgesehen, die Fertigstellung bis 2028. Geplant sind Räume für eine Kita, eine Filmschule, eine Markthalle, Sport- und Kulturangebote sowie queere Archive. Bereits ansässige Einrichtungen wie der Club SchwuZ sollen bleiben. Damit soll das Vollgut-Areal zu einem dauerhaft bezahlbaren, vielfältigen und gemeinschaftlich genutzten Standort in Nord-Neukölln werden.
Neue BUND-Zentrale und Jugendtreff Blueberry stärken soziale Infrastruktur in Neukölln

Die Außenanlagen des Kinder- und Jugendtreffs Blueberry bieten neue Spiel- und Sportflächen, die maßgeblich nach den Ideen und Wünschen der Kinder gestaltet wurden. Hier entstanden unter anderem Spielgeräte, Sportangebote und Plätze, die demokratisch von den jungen Nutzerinnen und Nutzern mitbestimmt wurden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Unweit des Areals entsteht in der Rollbergstraße die neue Bundesgeschäftsstelle des BUND. Der Bau wird in Holzskelettbauweise errichtet und soll künftig rund 180 Arbeitsplätze bieten. Neben Büro- und Schulungsräumen entsteht ein offener Bereich im Erdgeschoss mit Durchgang zum Vollgut-Areal. Die Bauarbeiten laufen seit 2022, inzwischen steht der Rohbau.
Zum Abschluss führte der Rundgang die Teilnehmenden zum Kinder- und Jugendtreff Blueberry in der Reuterstraße im Flughafenkiez. Die Einrichtung wurde 2024 umfassend erneuert und bietet seitdem zusätzliche Spiel- und Sportflächen sowie ein neues Mehrzweckgebäude. Dort gibt es Lern- und Beratungsangebote, Hausaufgabenhilfe und Sprachkurse, die durch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter begleitet werden. Finanziert wurde das Projekt mit rund sechs Millionen Euro aus Landesmitteln.
Damit wird deutlich, dass im Norden Neuköllns eine Vielzahl von Projekten angestoßen wurde, die nicht nur bauliche Verbesserungen bringen, sondern vor allem Teilhabe, sozialen Austausch und nachbarschaftliches Leben fördern – vom Engagement des Quartiersmanagements in der Rollbergsiedlung bis hin zum Vollgut-Areal, das zeigt, wie Grundstücke durch gemeinwohlorientierte Modelle langfristig der Spekulation entzogen werden können.

Das Blueberry Inn steht zurückversetzt auf dem Grundstück an der Reuterstraße und bietet direkten Zugang zum Käpt’n-Blaubär-Spielplatz. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Der Neubau der Bundesgeschäftsstelle des BUND in der Rollbergstraße entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei und verbindet moderne Architektur mit nachhaltiger Holz-Hybrid-Bauweise. Derzeit befindet sich das Gebäude im Rohbau und ist vollständig eingerüstet, bis 2026 soll das „BUND-Zukunftshaus“ fertiggestellt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Bezirksamt Neukölln, BSG Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH, mein Berlin.de, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) , VOLLGUT eG , Blueberry, Stadtkümmerei GmbH
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