Nach 18 Monaten Generalsanierung ist das Kino International an der Karl-Marx-Allee wieder geöffnet. Am 26. Februar startete der reguläre Spielbetrieb, am Abend des 3. März folgt der offizielle Festakt mit Gästen aus Politik und Kultur. Damit kehrt eine Ikone der DDR-Moderne sichtbar und technisch erneuert in die Berliner Kinolandschaft zurück.

Kino International in Berlin

Das Kino International an der Karl-Marx-Allee wurde knapp zwei Jahre lang denkmalgerecht saniert. / © Foto: Yorck Kinogruppe, Daniel Horn

© Foto: Yorck Kinogruppe, Daniel Horn
© Foto Titelbild: IMAGO / Hohlfeld

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Am 26. Februar öffnete das Kino International erstmals wieder regulär seine Türen, bereits in der Vorwoche hatten Mitglieder der Yorck-Kinogruppe eine erste Vorstellung erleben dürfen. Den feierlichen Abschluss bildet am Abend des 3. März der offizielle Festakt zur Wiedereröffnung. Zur Eröffnung werden unter anderem der Regierende Bürgermeister Kai Wegner sowie Staatsminister Dr. Wolfram Weimer, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, erwartet.

Die denkmalgerechte Generalsanierung dauerte rund 18 Monate und wurde zwei Monate früher abgeschlossen als ursprünglich geplant. Seit Mai 2024 war das Gebäude geschlossen, um technische Defizite zu beheben und historische Elemente umfassend zu restaurieren.

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Sanierung mit Fingerspitzengefühl: Modernisierte Technik, bewahrtes Originalambiente im Kino International

Im Zuge der Bauarbeiten wurde die gesamte Gebäudetechnik grundlegend erneuert: Leitungen, Heiz- und Lüftungssysteme sowie Steuerungstechnik entsprechen nun aktuellen energetischen Standards, ohne dass dabei der architektonische Charakter des Hauses angetastet wurde.

Besondere Sorgfalt galt der historischen Ausstattung. Die Holzlamellen aus Kirschbaum, Ulme und Esche wurden abgenommen, aufgearbeitet und anschließend wieder eingesetzt. Zudem erfuhren selbst Böden, Deckenelemente und der Saal eine behutsame Überarbeitung. Um den Sitzkomfort zu verbessern, reduzierte man die Platzanzahl um 44 auf künftig 506 Sitze.

Ikone der Nachkriegsmoderne: Vom DEFA-Premierenkino zur technisch erneuerten Kulturstätte an Karl-Marx-Allee

Seit seiner Eröffnung 1963 zählt das Kino International zu den bedeutendsten Premierenkinos Deutschlands. Es war Bühne für DEFA-Uraufführungen, Austragungsort internationaler Festivals und Treffpunkt namhafter Filmschaffender — von Steven Spielberg bis Tilda Swinton. Der große Saal mit seinen Holzvertäfelungen, Kristallleuchtern und der Panoramabar mit Blick auf die Karl-Marx-Allee prägt bis heute das Selbstverständnis des Hauses als Ikone der Nachkriegsmoderne.

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Um das Gebäude dauerhaft zukunftsfähig zu machen, wurde es erstmals vollständig geschlossen. Zwischen April 2024 und Februar 2026 erneuerten Fachleute die gesamte technische Infrastruktur, installierten einen 4K-Laserprojektor samt Dolby-7.1-Soundsystem und senkten den Energiebedarf spürbar. Geschäftsführer Christian Bräuer betonte, das Haus solle als lebendiger Ort der Filmkultur erhalten bleiben und zugleich technisch auf internationales Spitzenniveau gebracht werden.

Zur Wiedereröffnung läuft unter anderem „Marty Supreme“ mit Timothée Chalamet, ein vielbeachteter Film der laufenden Award-Saison. Entscheidender ist jedoch die Rückkehr des Ortes selbst. Das Kino International verbindet Architektur, Stadtgeschichte und Filmkultur — nun technisch erneuert und weiterhin denkmalgeschützt im Herzen der Karl-Marx-Allee verankert.

Quellen: Yorck-Kino, Landesdenkmalamt Berlin, Qiez.de, Koordinationsbüro für Stadtentwicklung und Projektmanagement – KoSP GmbH, Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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