Die legendäre Mokka-Milch-Eisbar an der Karl-Marx-Allee steht vor ihrer Rückkehr. Nach jahrelangem Leerstand und denkmalgerechter Sanierung soll der ikonische Pavillon nun mit einem neuen gastronomischen Konzept wieder zum Treffpunkt werden. Nun steht auch der Eröffnungstermin fest.

Der ikonische Pavillon an der Karl-Marx-Allee kehrt zurück in den Berliner Alltag. Mit einem neuen gastronomischen Konzept wollen die Betreiber der historischen Mokka-Milch-Eisbar den Ort neu beleben. / © Foto: Berliner Immobilienmanagement GmbH
© Fotos: Miranda Vermögensverwaltung GmbH, Dresden
Die zu DDR-Zeiten bekannte und in Ost-Berlin geschätzte Mokka-Milch-Eisbar an der Karl-Marx-Allee soll Ende Mai 2026 wieder mit einem gastronomischen Angebot eröffnen. Bereits im Oktober 2025 hatte ENTWICKLUNGSSTADT über die geplante Wiederbelebung des denkmalgeschützten Pavillons berichtet.
Neues Konzept nach denkmalgerechter Sanierung: Mokka-Milch-Eisbar
Nach sieben Jahren Leerstand und einer aufwendigen denkmalgerechten Sanierung wollen die neuen Pächter dem legendären Bau mit einem erweiterten gastronomischen Konzept neues Leben einhauchen. Der Pavillon wurde 1961 nach Entwürfen des Architekten Walter Franek errichtet.
Mit seiner offenen Galerie, klaren Formen und dem Blick Richtung Fernsehturm gilt das Gebäude bis heute als prägnantes Beispiel der Ost-Berliner Nachkriegsmoderne mit Anklängen an den Bauhausstil.
Beliebter Treff in Ost-Berlin: Eisbar „Mokke“ an der KMA
Nach der Eröffnung entwickelte sich das Mokka-Milch-Eis-Café rasch zu einem beliebten Treffpunkt im Ostteil der Stadt. Im Volksmund wurde die Eisbar bald schlicht „Mokke“ genannt.
Bei der Sanierung wurde großer Wert darauf gelegt, möglichst viele historische Elemente zu erhalten. Auch im Innenraum orientiert sich die Gestaltung an der ursprünglichen Atmosphäre des Gebäudes. Helle Farben, Holzmöbel und zahlreiche Pflanzen prägen das neue Erscheinungsbild, wie auf der Internetseite des künftigen Betriebs zu sehen ist.
Mokka-Milch-Eisbar: Gastronomie am richtigen Ort?
Seit Oktober 2025 wurde das Gebäude am Immobilienmarkt für rund 30.000 Euro monatliche Miete angeboten. Welche Konditionen die neuen Betreiber tatsächlich vereinbart haben, ist nicht bekannt.
Im Außenbereich sind rund 100 Sitzplätze vorgesehen. Angesichts der geplanten gastronomischen Ausrichtung, der Wiedereröffnung des benachbarten Kino International und der zunehmenden Entwicklung des Umfelds rund um den Alexanderplatz sehen die Betreiber gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Neustart.
Das Restaurant soll mit offener Küche arbeiten und einen Schwerpunkt auf regionale Produkte legen. Ein Teil des Gemüses soll beispielsweise aus eigenem Anbau im brandenburgischen Petershagen stammen.
Unweit des Alexanderplatzes: Restaurant, Café und Bar unter einem Dach
Das künftige Angebot wird deutlich über ein klassisches Eiscafé hinausgehen. Neben dem Restaurant sind auch ein Café und eine Bar geplant. Damit richtet sich das Konzept stärker an ein jüngeres Publikum und weniger an nostalgische Erinnerungen an DDR-Zeiten.
Nach Angaben der Betreiber soll der Pavillon als „Community-Hub“ mit Gastronomie, Veranstaltungen und zeitweisen Coworking-Angeboten genutzt werden. Zugleich betonen sie, dass bewusst kein klassisches Hipster-Café entstehen solle.
Abstimmung mit dem Denkmalschutz: Historische Elemente bleiben erhalten
Die Sanierung erfolgte in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt Berlin. Der äußere Charakter des Gebäudes bleibt erhalten. Die markanten Schriftzüge auf dem Dach sowie die Markisen an den großen Fensterflächen wurden instand gesetzt beziehungsweise nach historischen Vorlagen restauriert.
Damit soll der Pavillon künftig eine Brücke zwischen der Geschichte des Ortes und seiner neuen Nutzung schlagen. Für viele Berlinerinnen und Berliner bleibt die „Mokke“ damit auch weiterhin ein besonderer Ort an der Karl-Marx-Allee. Nach Tagesspiegel-Informationen soll die Eröffnung am 27. Mai stattfinden.
Quellen: Berliner Immobilienmanagement GmbH, AFF Architekten, Miranda Vermögensverwaltung GmbH, Dresden, Tagesschau, RBB, Wikipedia, Deutsches Architektur Forum
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