Der geschützte Radweg auf der Kantstraße in Charlottenburg bleibt vorerst erhalten. Die Senatsverkehrsverwaltung hat dem Verwaltungsgericht zugesichert, mit dem geplanten Umbau nicht vor dem 30. September zu beginnen. Die Deutsche Umwelthilfe will den Rückbau mit einem Eilantrag verhindern.

Der geschützte Radweg auf der Kantstraße in Charlottenburg soll zurückgebaut werden. Bis mindestens Ende September bleibt die bestehende Radverkehrsanlage jedoch erhalten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Die Zukunft des Radwegs auf der Kantstraße in Charlottenburg bleibt offen. Obwohl die Berliner Verkehrsverwaltung die Neuaufteilung des Straßenraums bereits angeordnet hat, wird die Umsetzung vorerst verschoben. Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hat der Senat dem Verwaltungsgericht zugesichert, nicht vor dem 30. September 2026 mit den eigentlichen Umbauarbeiten zu beginnen.
Die DUH geht seit Anfang September juristisch gegen die geplante Änderung der Verkehrsführung vor. Das Verwaltungsgericht hat die Verkehrsverwaltung inzwischen mit der Frage befasst, ob die angekündigten Arbeiten bis zu einer Entscheidung über den Eilantrag ausgesetzt werden.
(K)ein Radweg in der Kantstraße: Senat begründet Umbau mit Brandschutz
Hinter dem geplanten Umbau stehen vor allem sicherheitsbezogene Gründe. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) verweist darauf, dass die Feuerwehr an mehreren Häusern entlang der Kantstraße Schwierigkeiten beim Einsatz ihrer Drehleitern habe. Die derzeitige Anordnung von Parkplätzen und geschütztem Radweg lasse dort nicht genügend Platz. Mit einer veränderten Aufteilung der Fahrbahn soll deshalb mehr Raum für die Rettungsfahrzeuge geschaffen werden.
Die vorgesehene Lösung sieht vor, den geschützten Radfahrstreifen aufzugeben. Stattdessen soll eine Busspur entstehen, die auch von Radfahrenden genutzt werden darf. Für den übrigen Autoverkehr wäre je ein Fahrstreifen pro Richtung vorgesehen. Rechts daneben könnten Autos und Lieferfahrzeuge parken. Die entsprechende verkehrsrechtliche Anordnung liegt bereits vor.
Bauarbeiten in der Kantstraße vorerst aufgeschoben: Stoppt das Gericht den Umbau?
Wie die Senatsverwaltung mitteilte, würden derzeit keine Maßnahmen umgesetzt, die Bestandteil dieser Anordnung sind. Im September seien lediglich Baumschnittarbeiten und eine Sanierung der Fahrbahn vorgesehen. Die eigentliche Neuaufteilung des Straßenraums soll erst später erfolgen, sofern das Gericht den Umbau nicht stoppt.
Der rund drei Kilometer lange Radweg war 2020 während der Corona-Pandemie als Pop-up-Radweg zwischen Fasanenstraße und Wilmersdorfer Straße eingerichtet worden. Später wurde die Anlage verstetigt. Die landeseigene InfraVelo GmbH hatte den Rückbau bereits ausgeschrieben. Der Beginn war ursprünglich für den 1. September vorgesehen.
DUH verweist auf hohe Zahl von Radfahrenden
Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich dafür ein, dass die geschützte Radverkehrsanlage auf der Kantstraße bestehen bleibt. Als Argument führt der Verband im Tagesspiegel unter anderem das hohe Verkehrsaufkommen an: Bei eigenen Zählungen wurden Ende August rund 250 Radfahrende pro Stunde und Fahrtrichtung erfasst. Aus Sicht der DUH spricht dies gegen eine gemeinsame Führung von Rad- und Busverkehr auf einem Fahrstreifen.
Wie das Verwaltungsgericht mit dem Eilantrag umgehen wird, soll sich voraussichtlich innerhalb von zwei Wochen zeigen. Eine Ablehnung würde den geplanten Umbau ermöglichen. Ob der noch amtierende Senat davon Gebrauch macht oder die Entscheidung an die künftige Landesregierung weitergibt, ist derzeit offen.
Kantstraße
Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, ADFC Berlin, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Infravelo GmbH, Der Tagesspiegel
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Wer hier mal die Straße lang schlendert, nahe der Wilmersdorfer, dem wird schnell auffallen dass es hier noch Gastronomie gibt, en masse. Wovon profitiert dieses Gewerbe auch? Ja, genau-von mehr Aufenthaltsqualität! Viele Autofahrer und Senat müssen lernen das man auch über die Bismarkstraße in die Stadt fahren kann, oder halt mit dem Rad auf der Radspur. Oder noch besser, die Kantstraße nach Kaiser-Friedrich-Straße ganz für den motorisierten Verkehr dicht, das wäre ein Programm! Aber soviel Weitblick und Innovation fehlt leider bei den Entscheidungsträgern. Was bleibt, ein einseitiges System was mal cool war von vor 50 Jahren, als auch noch Wohnhäuser quer über die Straße gebaut wurden.
Mein mehrfach geäußerter Einwand: Warum müssen Radwege immer auf Hauptstraßen verlaufen?
Warum glauben Autofahrende, dass alles für sie ausgerichtet sein muss? Wann verstehen Autofahrende, dass Radfahrende gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer:innen sind?