Die geplante Neuordnung der Kantstraße in Charlottenburg wird konkreter. Der seit 2020 bestehende geschützte Radstreifen soll einer Busspur mit Freigabe für den Radverkehr weichen. Das Vorhaben steht in der Kritik.

Radweg, Kantstraße, Charlottenburg

Seit 2020 gehört der geschützte Radweg in der Kantstraße zum Berliner Radverkehrsnetz. Nun ist eine neue Verkehrsführung geplant. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Die Diskussion um die Zukunft der Kantstraße in Charlottenburg begleitet Berlin bereits seit Monaten. Nun wird die geplante Änderung der Verkehrsführung konkreter: Der geschützte Radfahrstreifen, der seit 2020 zwischen Wilmersdorfer Straße und Joachimsthaler Straße besteht, soll zurückgebaut werden. Stattdessen ist künftig eine Busspur vorgesehen, die auch von Radfahrenden genutzt werden darf.

Der Senat begründet die Änderung vor allem mit Anforderungen des Brandschutzes. Nach Angaben der Verkehrsverwaltung bestehen an einigen Gebäuden entlang der Straße Probleme für den Einsatz von Feuerwehr-Drehleitern. Durch eine veränderte Aufteilung des Straßenraums solle der notwendige Zugang für Rettungskräfte verbessert werden.

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Die landeseigene InfraVelo GmbH hat die Arbeiten ausgeschrieben, zuletzt konnten interessierte Baufirmen ihre Angebote einreichen. Nach Abschluss des Vergabeverfahrens soll die Umsetzung voraussichtlich ab September beginnen.

Kantstraße: Busspur soll künftig Radverkehr aufnehmen

Die geplante Lösung sieht vor, den bisherigen geschützten Radstreifen aufzugeben und die Fahrbahn neu zu organisieren. Die künftige Busspur soll für den Radverkehr freigegeben werden. Damit bleibt die Verbindung für Fahrräder grundsätzlich erhalten, allerdings entfällt die bauliche Trennung vom übrigen Verkehr.

Der Radweg war im Jahr 2020 als sogenannte Pop-up-Radverkehrsanlage eingerichtet worden und wurde später verstetigt. Seitdem gilt die Kantstraße als eines der sichtbarsten Beispiele für die Veränderungen im Berliner Straßenraum während der vergangenen Jahre.

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Radweg, Kantstraße, Charlottenburg

Die geplante Umgestaltung der Kantstraße soll unter anderem den Anforderungen des Brandschutzes Rechnung tragen. Die Entscheidung sorgt für viel Kritik. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Pläne sorgen für Kritik von Umweltverbänden und Fahrradinitiativen

Die geplante Umgestaltung stößt weiterhin auf Kritik. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kündigte rechtliche Schritte gegen den Rückbau an. Der Verband bezweifelt, dass die Maßnahme in dieser Form notwendig ist, und sieht eine Verschlechterung der Bedingungen für den Radverkehr.

Die Debatte um die Kantstraße steht dabei nicht isoliert. Erst kürzlich wurde bekannt, dass auch der Radfahrstreifen an der Straße Unter den Eichen in Zehlendorf zurückgebaut werden soll. Dort soll der Straßenraum ebenfalls neu verteilt werden. Der Senat verweist auf verkehrliche Gründe und die Notwendigkeit, verschiedene Nutzungsansprüche besser miteinander zu verbinden.

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Die beiden Projekte verdeutlichen die aktuellen Konflikte bei der Gestaltung öffentlicher Verkehrsflächen in Berlin. Während der Senat eine Anpassung bestehender Lösungen mit Blick auf Sicherheit und Verkehrsabläufe begründet, sehen Radverkehrsverbände darin eine Abkehr von den Zielen der Verkehrswende.

Kantstraße

Quellen: rbb,  Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, ADFC Berlin, Deutsche Umwelthilfe (DUH),  Infravelo GmbH

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3 Kommentare

  1. Dr. Heide Ellerbrock 5. August 2026 at 15:06 - Reply

    Warum müssen Radschnellwege immer auf Hauptverkehrsstraßen verlaufen? Es gäbe andere Möglichkeiten gerade auch in Berlin in dafür ausgebaute Nebenstraßen.

  2. Stefan Görlich 5. August 2026 at 20:38 - Reply

    Verstetigte Popup-Radwege – die haben hier in Berlin doch einen Triller unterm Pony!

  3. Kain Wegner 7. August 2026 at 09:53 - Reply

    Von wegen ideologiefrei! Kurz vor der AGH-Wahl schafft die CDU Fakten, um so vom Versagen ihrer Regierungszeit abzulenken. Die vollmundig gesteckten Ziele hat sie alle nicht erreicht, weder bei der U-Bahnausbau (U2, U7, U9, U10), noch bei den mageren Radwegezielen (Bestandsradwege sanieren) und auch nicht mal beim heiß geliebten Autoverkehr (Tempo 50, TVO). Nun also schnell noch eine Adhoc-Lösung hinrotzen und als entschlossene Handlungsfähigkeit verkaufen. Schäbig!

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